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Bischof Voderholzer empfängt in der Pfarrkirche St. Martin in Luhe die Sternsinger

Jesus, der wahre König


Luhe, 6. Januar 2026

Einen feierlichen und farbenprächtigen Höhepunkt der diesjährigen Sternsingeraktion erlebte die Pfarrkirche St. Martin in Luhe am Hochfest der Erscheinung des Herrn. Zum festlichen Empfang der Sternsinger konnte die Seelsorgeeinheit Luhe, Neudorf und Oberwildenau mit Pfarrer Arnold Pirner Bischof Dr. Rudolf Voderholzer begrüßen, der gemeinsam mit den Sternsingern und zahlreichen Gläubigen einen Pontifikalgottesdienst feierte.

43 prächtig gekleidete Sternsinger zogen zusammen mit dem Bischof in das weihnachtlich geschmückte Gotteshaus ein und machten schon beim Einzug deutlich, wofür sie in diesen Tagen unterwegs waren. Unter dem diesjährigen Motto des Dreikönigssingens „Schule statt Fabrik – Sternsingen gegen Kinderarbeit“ sammelten die Buben und Mädchen trotz eisiger Kälte Spenden für benachteiligte Kinder in Bangladesch und weiteren Ländern. Mit Liedern, Texten und dem Segensspruch „Christus mansionem benedicat“ brachten sie den Segen in die Häuser und verdeutlichten als Caspar, Melchior und Balthasar die überlieferte Heilsgeschichte.

Kinderarbeit in Bangladesch im Blick

Trotz aller Fortschritte im weltweiten Kampf gegen Kinderarbeit müssen in Bangladesch noch rund 1,8 Millionen Kinder und Jugendliche arbeiten, davon etwa 1,1 Millionen unter besonders gesundheitsschädlichen und ausbeuterischen Bedingungen. Sternsinger-Partnerorganisationen setzen sich dort und in vielen anderen Regionen der Welt dafür ein, Kinder aus Arbeitsverhältnissen zu befreien und ihnen den Schulbesuch zu ermöglichen. „Wir sind die Sternsinger, wir setzen uns ein für die Kinder dieser Welt“, brachte Anna Schulze als Vertreterin der Sternsinger den Kern der Aktion auf den Punkt.

Heilige Drei Könige aus allen Bistümern Deutschlands im Bundeskanzleramt

Bischof Rudolf Voderholzer zeigte sich erfreut und geehrt, am Tag der Erscheinung des Herrn gemeinsam mit den Sternsingern und der Pfarrgemeinde Eucharistie zu feiern. In seiner Predigt hob er den hohen Stellenwert der Sternsinger hervor, die sogar im Bundeskanzleramt empfangen würden – in diesem Jahr stellvertretend für das Bistum Regensburg durch die Sternsinger aus Sulzbach-Rosenberg. Er lud die Gläubigen ein, über unterschiedliche Formen des Königseins nachzudenken, und erläuterte die verschiedenen Bezeichnungen dieses Festtages: „Hochfest der Erscheinung des Herrn“, griechisch „Epiphanie“ und im Volksmund „Heilig Drei König“, geprägt durch den eindrucksvollen Brauch des Sternsingens.

Ausgehend vom Tagesevangelium (Mt 2, 1–12) zeigte der Bischof den Kontrast zwischen dem machtbesessenen König Herodes und dem wahren König, Jesus Christus, auf. Herodes sei ein gefürchteter, von den Römern geduldeter Herrscher gewesen, der aus Angst um seine Macht sogar zur Heuchelei griff („Dann schickte er sie nach Betlehem und sagte: Geht und forscht sorgfältig nach dem Kind; und wenn ihr es gefunden habt, berichtet mir, damit auch ich hingehe und ihm huldige!“). Die Sterndeuter hingegen hätten den Stern als Zeichen des Himmels erkannt, ihm vertraut und einen weiten Weg auf sich genommen. Staunend und voller Freude fanden sie schließlich das Kind in der Krippe, an einem Ort, den man kaum für den „König der Könige“ erwarten würde. Sie durchschauten Herodes, erhielten eine göttliche Botschaft und kamen seiner Bitte nicht nach („Weil ihnen aber im Traum geboten wurde, nicht zu Herodes zurückzukehren, zogen sie auf einem anderen Weg heim in ihr Land.“) „Ihre Weisheit führte sie zur Wahrheit“, und als Menschen, die nach der Wahrheit suchten und sie in dem Kind auf dem Schoß seiner Mutter erkannten, seien sie wahrhaft „königliche“ Menschen. Jesus sei der wahre König: geboren im Stall, gekrönt mit Dornen, dienend statt herrschend, bis hin zur Hingabe seines Lebens. Ein König der Herzen und des Himmels. Diesem König hätten die Sternsinger mit ihrem Einsatz gedient und seien mit dem Segensspruch selbst zum Segen für andere geworden.

Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst unter anderem mit der Kempter Messe (Karl Kempter, *1819 ; †1871), auf die sich der Bischof besonders freute, da sie in seiner Heimatpfarrei München-Sendling stets fester Bestandteil der Liturgie gewesen sei. Die Lesungen aus dem Buch Jesaja (Jes 60,1–6) und dem Epheserbrief (Eph 3,2–6) trugen Lektoren aus der Pfarrei vor, das Evangelium nach Matthäus verkündete Pfarrer Arnold Pirner.

Großartiges Spendenergebnis

Pfarrer Pirner, der laut Bischof Voderholzer dieses Fest heuer zum letzten Mal als Leiter der Seelsorgeeinheit feierte, konnte ein beeindruckendes Spendenergebnis bekannt geben: In Luhe sammelten die Sternsinger 4.485 Euro, in Oberwildenau 1.120 Euro und in Neudorf 1.641 Euro. „Ein stolzes Ergebnis für die Kinder in Bangladesch und darüber hinaus“, freute sich der Pfarrer. Sein Dank galt allen Sternsingern sowie den zahlreichen Betreuern und Helfern, die die Aktion mit großem Engagement organisiert hatten – insbesondere Georg Hirsch aus Luhe, Alexandra Voit und Silvia Ippisch aus Oberwildenau sowie Simone Ott aus Neudorf. Am Ende des Gottesdienstes wurde auch ein Blick nach Rom gerichtet: Mit diesem Tag endete dort das Heilige Jahr. Papst Leo XIV. schloss am Vormittag im Petersdom die Heilige Pforte, durch die in diesem Jahr rund 33 Millionen „Pilger der Hoffnung“ geschritten waren.

Zum Abschluss des Gottesdienstes tat es Bischof Rudolf den Sternsingern gleich und schrieb den Segensspruch „Christus mansionem benedicat 2026“ an die beiden Kirchenpforten. Ministrantin Anna Schulze blickte in ihren Dankesworten auf drei erlebnisreiche Tage voller Gemeinschaft zurück. Sie dankte allen Bewohnern, die bereitwillig ihre Türen geöffnet hatten, sowie für die große Spendenbereitschaft zugunsten der Sternsingeraktion 2026.

Text und Fotos: Elisabeth Dobmeyer
(jas)



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