News Bild Bischof Voderholzer betet mit den Gläubigen aus den Kelheimer Pfarreien den Kreuzweg zum Kalvarienberg

Bischof Voderholzer betet mit den Gläubigen aus den Kelheimer Pfarreien den Kreuzweg zum Kalvarienberg

Das Kreuz: Zeichen der göttlichen Liebe


Kelheim, 23. März 2025

Den vor 275 Jahren vom damaligen kurfürstlichen Verwalter des Weißen Brauhauses angelegten Kreuzweg hinauf zum Goldberg, wo eine monumentale Halle eine künstlerisch beeindruckende Kreuzigungsgruppe mit überlebensgroßen hölzernen Figuren unter den drei Kreuzen birgt, betete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Gläubigen am dritten Fastensonntag. Am Startpunkt begrüßte für den erkrankten Stadtpfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt, Reinhard Röhrner, Kirchenpfleger Christian Prasch den Regensburger Oberhirten sowie den 1. Bürgermeister Christian Schweiger und die 3. Bürgermeisterin Johanna Frischeisen. 

Neben Gläubigen der Pfarrei Mariä Himmelfahrt – darunter auch die Erstkommunionkinder – nahmen Geistliche sowie viele Frauen und Männer aus den Nachbarpfarreien teil: Pfarrer Franz Pfeffer von der Pfarreiengemeinschaft St. Pius-Hl. Kreuz, Bischöflich Geistlicher Rat Antony Koottummel von der Pfarreiengemeinschaft Kelheimwinzer-Kapfelberg und Diakon Florian Illek, der in der Pfarrei St. Pius tätig ist. Den erkrankten Pfarrer Röhrner sowie Papst Franziskus wolle er besonders ins Gebet bei diesem Kreuzweg einschließen, erklärte Bischof Voderholzer. Auch verriet er, dass ihm dieser Kreuzweg sowie die Halle am Kalvarienberg bisher nicht bekannt gewesen sei und er sich daher besonders auf das Kennenlernen freue. „Hoffnung, die uns trägt“ lautet das Motto der Fastengebetsaktion, bei der Bischof Rudolf an verschiedenen Stationen im Bistum an den Fastensonntagen die Gläubigen zum Gebet des Kreuzweges aufruft. Damit wird auch das Thema des Heiligen Jahres „Pilger der Hoffnung“ aufgegriffen. Bei den Betrachtungen zu den 14 Stationen ging es, ausgehend von den Inhalten der einzelnen Stationen, um auch heute tagtägliche Erfahrungen wie Hass, Krieg, Gewalt oder Unterdrückung, Verfolgung und Ungerechtigkeit. Meditative Texte, von Lektoren vorgetragen, und Lieder, intoniert vom Kirchenmusiker Roman Puck-Biersack, wechselten sich auf dem Weg ab. 

 

Mit dem Kreuz geben wir uns als Christen zu erkennen

Beeindruckt zeigte sich Bischof Voderholzer am Ende des Kreuzweges in seiner Ansprache von dem „Ausmaß der Stationen“, verbunden mit den großen handwerklichen und finanziellen Aufwendungen der Vorfahren. Mit Blick auf die gegenüberliegende und gut sichtbare Befreiungshalle, das Wahrzeichen der Kreisstadt, bezeichnete er die Halle am Kalvarienberg als eigentliche Befreiungshalle. Dort die Erinnerung an eine weltliche, eine staatliche Befreiung – hier das Gedenken und Feiern „der großen Erlösung, der Befreiung aus dem Elend und aus der Not des Todes, die wir in Jesus Christus glaubend und hoffend erkennen dürfen“, so der Oberhirte. Er verwies auf die kleinen hölzernen Kreuze auf den einzelnen 14 Stationskapellen. „Ein Kreuzweg muss auch das Holz des Kreuzes zeigen, sonst ist es kein richtiger Kreuzweg. Es erinnert uns an das Wunder der göttlichen Liebe, das wir im Kreuzweg immer wieder neu bedenken und an die Gegenwart mit dem gekreuzigt-auferstandenen Herrn, die uns vor Augen geführt wird“, erklärte der Bischof. Weiter ging er auf den Interpretationswandel des Kreuzes durch den Kreuzestod Jesu ein: ursprünglich ein Zeichen der menschlichen Grausamkeit zur Tötung. „Mit diesem Zeichen geben wir uns als Christen zu erkennen. Es ist wichtig für uns als Christen, weil Jesus es freiwillig auf sich genommen hat. Aus dem Zeichen der menschlichen Grausamkeit ist ein Zeichen der göttlichen Liebe geworden“, betonte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und bezeichnete dies als „die größte und gewaltigste Transformation der ganzen Geistes- und Religionsgeschichte“. Die Tatsache, dass Jesus noch am Kreuz für die Leute, die seinen Tod verantworteten, und für die zwei Mitgekreuzigten gebetet, ihnen vergeben hat, stehe für „eine Erlösung und Befreiung von innen heraus. Das ist der Weg zur wahren Erlösung und Befreiung von aller Not und allem Elend“, so der Bischof abschließend. Mit dem Segen des Bischofs endete dieser besondere Kreuzweg. Im Anschluss segnete er das restaurierte Kreuz im Stadtfriedhof. Die Restaurierung des Kreuzes hatten federführend mehrere Familien und Vereine unterstützt.

Text und Fotos: Markus Bauer
(jas)



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