Bischof Stanislav Shyrokoradiuk aus Odessa zu Besuch in Regensburg mit Regensburgern aus Odessa und BIschof Voderholzer mit Walter Zahner

Bischof Stanislav Shyrokoradiuk aus Odessa zu Besuch in Regensburg

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Regensburg, 2. September 2026

Am Mittwochnachmittag erreichte der ukrainische Bischof Stanislav Shyrokoradiuk gemeinsam mit Dr. Eugen Yurchenko, Pfarrvikar der Pfarreiengemeinschaft Kemnath - Kastl - Waldeck, das Bischöfliche Ordinariat in Regensburg, wo sie von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und Dr. Walter Zahner, dem Leiter der Hauptabteilung Seelsorge im Bistum, empfangen wurden.

Bischof Stanislav blickt auf eine Zeit als Priester und Bischof zurück, die immer wieder von Krieg geprägt ist. Zwei Jahre nachdem Russland den Überfall auf die ukrainische Krim unternahm und dieses Gebiet annektierte, wurde er Bischof der Diözese Charkiw - Saporischschja, welche nördlich an das Gebiet der Krim angrenzt. Seit 2020 ist er Bischof der Diözese Odessa - Simferopol im Süden der Ukraine, wobei Simferopol auf der Krim liegt. Im Mai kommenden Jahres feiert die junge Diözese Odessa – Simferopol ihren 25. Geburtstag.

Tag für Tag: Seit viereinhalb Jahre andauernder Krieg

Der ukrainische Oberhirte berichtete dem Regensburger Bischof sehr ausführlich mit welchen Problemen und Schrecken die Menschen in seiner Diözese täglich zu kämpfen haben. So wurde auch eine 150 Jahre alte Kirche in Mykolajiw durch russische Sprengkörper dem Erdboden gleichgemacht und aus einem Waisenhaus, das Bischof Stanislav vor Jahren gesegnet hatte, musste er bereits mehrere Kinder bestatten, die er persönlich kennenlernen durfte. Überhaupt seien das Schlimmste die zahlreichen zivilen und nicht-zivilen Opfer, die der inzwischen viereinhalb Jahre andauernde Krieg Tag für Tag fordere, so der ukrainische Bischof.

Hilfe und die Gebete aus dem Ausland

Dennoch seien die Ukrainer stolz darauf, sich dem Unrecht, das die Übermacht Russland ihrem Volk antut, bereits so lange Zeit entgegenzustellen und Ihr Land und die Menschen darin auch nach viereinhalb Jahren des Krieges zu verteidigen. Jeder im Land packe mit an, neue Allianzen wurden im Angesicht des gemeinsamen Gegners Russland geschmiedet und auch für Hilfe und die Gebete aus dem Ausland ist Bischof Shyrokoradiuk überaus dankbar. So konnte beispielsweise durch die Hilfe einer ökumenischen Gruppe aus Nürnberg und Regensburg ein Mutter-Kind-Haus in seiner Diözese errichtet werden, das den zahlreichen Familien verstorbener Soldaten eine Obhut bietet.

Humanitäre Hilfe für die Ukraine

Bischof Szyrokoradiuk leitete u. a. viele Jahre lang als Nationaldirektor die katholische Caritas-Spes Ukraine und prägte dabei die humanitäre Hilfe in seinem Land maßgeblich. Unter seiner Verantwortung fällt auch der Bau von mehreren Waisenhäusern. Viele Kinder, die dort eine Heimat fanden, sind inzwischen erwachsen, nehmen aktiv als Soldaten am Kriegsgeschehen teil – zahlreiche von ihnen fanden in den verheerenden Kriegswirren den Tod.

Ukrainer treffen ihre Bischöfe

Im Anschluss an das Treffen ergab sich noch eine Überraschung für beide Bischöfe. Eine Gruppe Regensburger, die zum Teil bereits vor dem Krieg, zum Teil nach Kriegsbeginn aus Odessa nach Regensburg gekommen waren, um hier zu leben und zu arbeiten, hatte sich vor der Niedermünsterkirche versammelt, um dem Bischof aus ihrer alten Heimat, sowie dem ihrer neuen zu begegnen. Sichtlich erfreut über diese Geste, beteten die Bischöfe Stanislav und Rudolf mit der Gruppe in der benachbarten Niedermünsterkirche und tauschten sich anschließend aus.

Text und Bilder: © Thomas Oberst



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