News Bild Bischof Rudolf Voderholzer Hauptzelebrant beim Rosenkranzfest in Banz - Auf die Kraft des Glaubens besinnen

Bischof Rudolf Voderholzer Hauptzelebrant beim Rosenkranzfest in Banz - Auf die Kraft des Glaubens besinnen

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Gemeinsame Wurzeln haben der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und der Pfarrer von Banz, Hans-Werner Alt. Denn ihre Eltern stammen aus dem gleichen Ort im Sudentenland. Und dass auch noch der heilige Wolfgang, der Patron des Bistums Regensburg von luftiger Höhe auf das Geschehen beim diesjährigen Rosenkranzfest schaute, erfreute den bischöflichen Gast zudem. Bischof Voderholzer war in diesem Jahr der Hauptzelebrant des Rosenkranzfestes, zu dem wieder viele Gläubige in die Klosterkirche von Banz gekommen waren.

 

In seiner Predigt ging der Regensburger Oberhirte auf die Geschichte des Rosenkranzfestes ein, das ursprünglich 1571 von Papst Pius V. als Gedenktag Unserer Lieben Frau vom Siege gestiftet wurde. Im Jahr 1716, nach dem Sieg der kaiserlichen Truppen unter dem Kommando des Prinzen Eugen über das Osmanische Reich nahm man das Fest in den Römischen Kalender auf. „Der Fürsprache der Gottesmutter, die durch das Rosenkranzgebet vieler Beter zu Hilfe gerufen worden war, wurde der Sieg und damit der Rückschlag des vorwärtsdrängenden Islam zugeschrieben“, so Bischof Voderholzer, der mit einem Zeitsprung auf das Geschehen von heute blickte und die Sorgen der Menschen angesichts der zumeist muslimischen Flüchtlinge aus dem Iran, dem Irak und aus Afghanistan, die derzeit nach Deutschland kommen.

Voderholzer: „Diese Sorgen sind ernst zu nehmen. Aber es ist auch zu bedenken: Die Menschen, die Muslime, die aus den genannten Ländern fliehen, sie kommen erst einmal nicht, um das Abendland zu erobern, sondern weil sie Opfer eines Krieges sind, verursacht durch fanatische islamische Gruppen, die die Religion, den Gottesglauben in Verruf bringen.“ Zugleich räumte er aber auch ein, dass es in diesen Ländern eine vermehrte Christenverfolgung gebe, worüber sich die zivilisierte Welt jedoch viel zu wenig empöre.

 

Der Regensburger Bischof sprach sich dafür aus, dass den Menschen zuerst in den Kriegsländern selbst geholfen wird, durch den Bau von Wohnungen, durch eine ausreichende Wasser und Lebensmittelversorgung, „sonst wird der Flüchtlingsstrom nicht abreißen und die Menschen an die Grenzen Europas drängen“. In diesem Zusammenhang bezeichnete er die Integration der Kriegsflüchtlinge, die bislang gekommen sind und ein Bleiberecht erhalten, als eine große Herausforderung für die Gesellschaft. „Die Integration“, so Bischof Rudolf Voderholzer, „ist zuallererst eine Herausforderung für unsere eigene Identität. Nur ein Land mit starker eigener Glaubenssubstanz und kulturelle Identität kann andere integrieren.“ So mache ihm weniger die drohende islamische Überfremdung Angst, „sondern vielmehr die eigene Lauheit, die abnehmende Glaubenssubstanz in unserem christlichen Abendland“. Und er appellierte an die Gläubigen: „Nehmen wir die jetzige Situation als einen Weckruf zur Besinnung auf die Schönheit und Kraft des eigenen Glaubens.“

 

Das Evangelium und die erste Lesung des Tages nahm Bischof Rudolf zum Anlass, einen Blick auf die in Rom tagende Bischofssynode und auf das Thema Ehe und Familie zu lenken. „Das von Jesus vorgestellte Ehe-Ideal ist ebenso hoch wie eindeutig“, betonte Voderholzer. „Ich sehe nicht, wie man davon abrücken und gleichzeitig Jesus Christus und die Bibel noch ernst nehmen kann.“ Seiner Ansicht nach müsse aufgrund der pastoralen Herausforderungen unserer Tage die Bischofssynode die positive Bedeutung der Ehe-Lehre herausstellen;

Ehe und Familie seien eine der wesentlichen Säulen der christlichen Identität der abendländischen Kultur. Bischof Voderholzer: „Ansonsten kennt Jesus neben der Ehe nur noch die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen, aber nicht als alternativen Lebensentwurf‘, sondern als besondere Berufung und Gleichgestaltung mit seiner eigenen Lebensform.“ Ehe und Ehelosigkeit um das Himmelsreiches willen würden einander bedingen und würden in der Kirche in gleicher Weise geschätzt, oft aber auch zusammen bekämpft.

In diesem Zusammenhang sprach der Prediger von einer tiefgreifenden Gefährdung der christlich-abendländischen Kultur durch den so genannten Gender Mainstream. Natürlich seien gewisse Rollen von Mann und Frau zeitbedingt Änderungen unterworfen. „Aber prinzipiell Vatersein-Können und Muttersein-Können, das macht das Wesen aus Mannsein und Frausein. Das ist nicht kulturbedingt, das ist schöpfungsbedingt“, sagte Bischof Rudolf. „Das ist vom Schöpfergott in diese seine Schöpfung hineingelegt.“

Und Voderholzer betonte: „Es kann nicht gut gehen, zu meinen, man könne sich seine geschlechtliche Bestimmung irgendwann wählen und dann in einer Form jenseits der Geschlechterdifferenz von Mann und Frau kreativ gestalten.“ Aber niemandem werde der Stab gebrochen, der Schwierigkeiten habe, sein biologisches Geschlecht anzunehmen. „Aber da man muss man jemandem helfen, sein Mannsein sein und sein Frausein anzunehmen. Das geht nur chirurgisch, das geht nur menschlich und pastoral.“ Nach Voderholzers Ansicht ist die Sicht der Kirche auf das Miteinander von Mann und Frau die allein zukunftsfähige Sicht auf den Menschen. „Nur vor diesem Hintergrund wird unser Land, unser Volk und unsere Gesellschaft und auch die Kirche darin wirklich Zukunft haben“.

Text und Bild: BlickpunktKirche, Heinrichsverlag