Bischof Rudolf Voderholzer führt in der Pontifikalvesper im Dom St. Peter neue Amtsträger in das Regensburger Domkapitel ein

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Im Rahmen der Pontifikalvesper am Sonntag, 6. Oktober 2013, wurden im Hohen Dom St. Peter zu Regensburg ein neuer Domdekan, zwei neue Domkapitulare und ein neuer Domvikar von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feierlich installiert, zu deutsch, in ihr Amt eingeführt. Außerdem erfolgte die Ernennung eines Ehrendomherrn. Nach dem Eröffnungs-Hymnus „Lucis creator optime“ - „O bester Schöpfer des Lichtes“, den der Domchor stimmgewaltig unter Leitung von Domkapellmeister Professor Roland Büchner intonierte, verlas Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner die Ernennungsurkunden der neuen Amtsträger im Regensburger Domkapitel. Die Kandidaten, Domdekan Prälat Anton Wilhelm, die Domkapitulare Monsignore Dr. Roland Batz und Monsignore Thomas Pinzer sowie Domvikar Thomas Helm, traten nun vor den Bischof und legten das Glaubensbekenntnis und den Treue-Eid auf das Evangeliar ab. Nun folgte die eigentliche Amtseinführung, bei der den Kandidaten Kapitelkreuz, Mozetta, Birett und Stundenbuch durch Bischof Rudolf überreicht wurde.

 

Domkapitulare tragen bei liturgischen Feiern die violette Soutane, einen weißen Chorrock (Rochett) und einen violetten Schulterkragen (Mozetta), darauf an einem schwarz-goldenen Band das Kapitelskreuz und ein violettes Birett auf dem Kopf. Die Domvikare sind ganz in schwarz gekleidet und tragen kein Kapitelskreuz, da sie nicht im eigentlichen Sinne Mitglieder des Domkapitels sind.

 

Der Bischof deutete bei der Überreichung der Insignien diese dann auch einzeln aus. So solle z.B. das Kapitelskreuz bei den Domkapitularen nicht nur auf deren Brust liegen sondern das Kreuz Christi und dessen Nachfolge vor allem in ihren Herzen verwurzelt sein. Prälat Bernhard Piendl, der als Landes-Caritasdirektor seit einiger Zeit in München tätig ist und vorher als Diözesan-Caritasdirektor auch dem Domkapitel angehörte, wurde von Bischof Rudolf nun zum Regensburger Ehrendomherrn ernannt. Als solcher empfing er zuerst den Friedensgruß durch den Bischof, der diesen dann auch an die anderen Neuernannten erteilte. Ihm folgten Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner und der Senior des Domkapitels, Domkapitular Prälat Peter Hubbauer, die dann die Neuernannten auch zu ihrem Platz im Chorgestühl begleiteten. Neben dem Domkapitel hatten an diesem Sonntagnachmittag auch die Kanoniker des Kollegiatstift Unsere Liebe Frau zur Alten Kapelle und des Kollegiatstift zu den heiligen Johann Baptist und Johann Evangelist dort Platz genommen, um der feierlichen Einführung beizuwohnen.

 

Das Domkapitel - eine Gebetsgemeinschaft mit dem Bischof

In seiner Predigt wies Bischof Rudolf Voderholzer darauf hin, dass der Tatsache, dass die Amtseinführung in einer liturgischen Feier und gemeinsam mit den Gläubigen in der Sonntagsvesper stattfinde, ein tieferer Sinn zugrunde liege. Wenn es sich dabei auch nicht um eine Weihe handle, sondern eine Installation - eine Amtseinführung, so sei es doch mehr als nur der Bezug eines neuen Büros oder die Übernahme einer neuen Aufgabe, um die es hier gehe. Der wesentliche Charakter des Domkapitels, so der Bischof, habe sich in all den Jahrhunderten, in denen es viele Veränderungen gegeben habe, aber nicht verändert. Bereits der Heilige Augustinus habe als Bischof der nordafrikanischen Stadt Hippo im 5. Jahrhundert einen Kreis von Klerikern um sich gesammelt, mit denen er eine Gebetsgemeinschaft gebildet habe. Diese Gemeinschaft, die bei der Domkirche wohnte und nach einer geistlichen Lebensregel, der „capitula“ lebte, sei sozusagen das Urbild eines jeden Domkapitels mit seinen Domkapitularen. Neben dieser ursprünglichen und wesentlichen Aufgabe, bekleideten die Domkapitulare heutzutage verschiedene Aufgaben in der Bischöflichen Verwaltung, seien mit allem betraut, was den Dom, die Domliturgie und die Kirchenmusik dort anbelange. Der Bischof bedankte sich auch für die gute Unterstützung, die er in den ersten Monaten seines Bischofsamtes durch das Regensburger Domkapitel erfahren habe, vor allem aber für die ureigenste Aufgabe eines Domkapitels, nämlich das begleitende und tragende Gebet mit und für den Bischof. Die Mitte unseres Dienstes, so führte er aus, sei das Gotteslob und das Gebet, alles andere was getan werde, habe diesem zentralen Ziel zu dienen. Wenn jetzt gleich die Domspatzen das Magnifikat, den Lobpreis Mariens stellvertretend für uns alle anstimmen würden, dann sollten wir uns diese Worte der Gottesmutter - „Meine Seele preiset die Größe des Herrn“  - zu eigen machen, und in all unserem Handeln stets Gott alleine groß werden lassen.

 

Nach Fürbitten und Vater unser spendete der Bischof allen Anwesenden seinen Segen und das gesamte Domkapitel zog mit ihm vor die Madonna der Verkündigungsgruppe am westlichen Vierungspfeiler und grüßte die Gottesmutter mit dem „Salve Regina“. In feierlicher Prozession zogen der Bischof und sein Domkapitel nun durch den Mittelgang zum Westportal hinaus.

 

Stichwort: Domkapitel

Das Regensburger Domkapitel besteht aus zehn Domkapitularen, in früheren Zeiten auch Domherren genannt, die allesamt Priester sind und den Bischof in seiner Leitungsaufgabe des Bistums unterstützen. Ihnen zugeordnet sind sechs Domvikare, die ebenfalls in verschiedenen Aufgaben in der bischöflichen Verwaltung tätig sind, so z.B. als Leiter der Diözesanpilgerstelle, der Abteilung Selig- und Heiligsprechung oder als Direktor der Dompräbende und des Internates der Stiftung Regensburger Domspatzen. Dem Domkapitel steht der Dompropst vor, der es auch nach außen hin vertritt. Dieses Amt bekleidet Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner. In seiner Leitungsaufgabe wird der Dompropst vom Domdekan unterstützt. Bis vor kurzem hatte der Bischöfliche Finanzdirektor, Prälat Robert Hüttner, dieses Amt inne. Da er nach seinem 70. Geburtstag in den Ruhestand getreten ist, musste auch das Amt des Domdekans neu besetzt werden, was nun mit Prälat Anton Wilhelm geschehen ist. Mit Diözesan-Caritasdirektor Monsignore Dr. Roland Batz und Monsignore Thomas Pinzer, Stellvertretender Leiter des Seelsorgeamtes, sind nun alle zehn Kanonikerstellen im Domkapitel wieder besetzt. Diözesan-Jugendpfarrer und BDKJ-Diözesanpräses Thomas Helm rückt als Domvikar nach und besetzt damit jene Stelle, die durch die Ernennung von Domkapitular Pinzer frei geworden ist.