News Bild Bischof Rudolf Voderholzer feiert Patrozinium in St. Theresia Regensburg-Kumpfmühl

Bischof Rudolf Voderholzer feiert Patrozinium in St. Theresia Regensburg-Kumpfmühl

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Am Gedenktag der großen Kirchenlehrerin und Mystikerin, der hl. Teresa von Ávila OCD (1515-1582) feierte Bischof Rudolf Voderholzer in der alten Karmelitenkirche St. Theresia im Regensburger Stadtteil Kumpfmühl ein Pontifikalamt zum Patrozinium. Vor 115 Jahren hatten die Karmeliten Kirche und Kloster nebst einem Knabenseminar erbaut. Zahlreiche Gläubige feierten den Gedenktag der Kirchenpatronin mit, darunter auch Flüchtlinge aus Syrien.

 

"Sólo Díos basta!" - "Gott nur besteht!"

Bischof Rudolf Voderholzer zeichnete in seiner Predigt den bewegten Lebensweg der hl. Teresa nach, deren 500. Geburtstag heuer am 28. März gefeiert werden konnte. Auch dieses Ereignis war Anlass für Papst Franziskus gewesen, das "Jahr des geweihten Lebens" (30. November 2014 - 2. Februar 2016) auszurufen, damit durch die Erneuerung des Ordenslebens und eine Rückbesinnung auf die Charismen einer jeden Gemeinschaft auch die Kirche erneuert werde. Dann bat Bischof Rudolf die Gläubigen das Gotteslob zur Hand zu nehmen, um mit ihm gemeinsam das Gebet der hl. Teresa von Ávila (GL 8,5) zu betrachten:

 

Nichts soll dich verwirren

Nichts soll dich beirren,

alles vergeht.

Gott wird sich stets gleichen.

Geduld kann erreichen,

was nicht verweht.

Wer Gott kann erwählen,

nichts wird solchem fehlen:

Gott nur besteht.

 

Er richtete den Blick auf den letzten Satz des Gebetes, im spanischen Original heißt es da "Sólo Díos basta" - das vielzitierte Motto der Heiligen. Meiste werde es im Deutschen mit "Gott allein genügt" übersetzt. Wenn die Literatur- und Sprachwissenschaftlerin Dr. Erika Lorenz (1923-2003) diesen Satz mit "Gott nur besteht" übersetzt habe, dann wohl sicher deshalb, weil darin vielmehr Gottes Unendlichkeit und Größe, seine Heiligkeit zum Ausdruck komme. Bei der bekannten Übersetzung "Gott allein genügt" schwinge immer ein wenig der Unterton mit, der Mensch und sein Leben werde zum Maßstab für Gott erhoben, Gott sozusagen reduziert oder zurechtgestutzt. Zum Abschluss seiner Predigt erinnerte er auch noch an die Worte von Papst Benedikt XVI. zur hl. Teresa, dem Gebet immer die rechte Zeit zu geben, den Gebet sei nie verlorene Zeit.

Den Schlusssegen spendete Bischof Rudolf dann mit einer Reliquie der hl. Teresa, die in der Karmelitenkirche in Kumpfmühl verehrt wird.

 

Theresia oder Teresa?

Die große spanische Mystikerin wurde am 28. März 1515 in Ávila in Spanien als Theresa Sánchez de Cepeda y Ahumada in eine kinderreiche, fromme Adelsfamilie hineingeboren. Mit 20 Jahren trat sie in den Karmel von der Menschwerdung in Ávila ein und erhielt später den Ordensnamen Teresa de Jesús, zu Deutsch Theresia von Jesus. Um sie von der hl. Therese von Lisieux (1873-1897) zu unterscheiden, nennt man sie gerne auch die "große Theresia" im Gegensatz zur "Kleinen Therese". Durch ihr tiefes geistliches Leben, Freundschaft mit Gott und Freundschaft mit den Menschen, waren da die zentralen Aspekte, trug sie entscheidend zur Reform des Karmeliterordens bei.

Auch als Schriftstellerin geistlicher Literatur machte sie sich einen großen Namen. Als erste Frau in der katholischen Kirche wurde sie 1970 von Papst zur Kirchenlehrerin ernannt. Theresa starb am 4. Oktober 1582 in Alba de Tormes bei Salamanca in Spanien. Da ihr Sterbetag schon der Gedenktag des hl. Franz von Assisi war, wurde ihr Gedenktag einfach der darauffolgende Tag. Durch die Gregorianische Kalenderreform war das dann aber schon der 15. Oktober.



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