Fahnenträger und Bischof Voderholzer in der kirche

Bischof Rudolf Voderholzer feiert mit den Sozialverbänden den Heiligen Josef

„Heiliger Josef war Handwerker, kein Mundwerker“


Schönwald, 19. März 2026

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer freute sich in seiner Begrüßung beim Pontifikalgottesdienst, dass die schon seit etlichen Jahren gepflegte Tradition fortgesetzt wird, das Fest des Heiligen Josef an unterschiedlichen Orten zu begehen, heuer in der nördlichsten Pfarrei des Bistums Regensburg, in Schönwald. Bis 1970 war der Josefstag sogar ein staatlich geschützter Feiertag, in der Kirche wird er weiter als kirchliches Hochfest gefeiert. Der Name „Josef“ heiße übersetzt so viel wie „Mehrer“, also Förderer, der heilige Josef war, ganz dem entsprechend, einer, der zum Leben verhilft.

Maria und Jesus seien der Fürsorge des Heiligen Josef anvertraut gewesen, betonte der Bischof in seiner Predigt. Interessant bei Josef sei, dass zwar alle vier Evangelisten um ihn wissen, jedoch kein Wort von ihm überliefern. Selbst als Maria und Josef den 12-jährigen Jesus drei Tage lang verzweifelt suchen, nachdem er nach einem Passahfest nicht mit der Reisegruppe zurückkehrt, und sie ihn schließlich im Tempel in Jerusalem finden, ist es Maria, die ihren Sohn fragt, warum er ihnen das angetan habe. 

Wir dürfen freilich davon ausgehen, dass Josef seine Rolle als Hausvater in der Heiligen Familie vollkommen gerecht geworden ist. Josef wird Jesus, seinem Alter gemäß, von der Bundesgeschichte Israels mit seinem Gott erzählt haben, er wird mit ihm die Psalmen gebetet haben, ganz abgesehen von der Einübung in sein Handwerk. Er wird ihm von seinem Namenspatron erzählt haben, dem Josef, Sohn des Jakob, der erst von seinen Brüdern verkauft worden ist und dann zu ihrem Retter geworden ist.

Josef war ein Handwerker, kein Mundwerker

Der Bischof führte weiter aus, dass Gott seinen Sohn und dessen Mutter nicht einem Schriftgelehrten, also einem Professor, anvertraut hat, sondern einem Handwerker, einem Bauschreiner. „Die Herren Präsides haben keine Mühen gescheut, mir heute ein Festgewand zu besorgen, wo wichtige Werkzeuge eines Schreiners abgebildet sind: Ein Hobel, ein Winkel, ein Hammer und eine Säge. Werkzeuge, mit denen Präzisionsarbeit geleistet werden muss…Nicht einen Mundwerker, sondern einen Handwerker hat der himmlische Vater als Lehr- und Ziehvater für seinen Mensch gewordenen Sohn ausgewählt“, erklärte der Diözesanbischof.

Josef habe viel annehmen müssen, ohne schon Kenntnis zu haben vom Geheimnis der Inkarnation. Als seine Verlobte Maria plötzlich schwanger geworden ist, hat er das Gesetz nicht ausgenutzt und sie bloßgestellt. Er möchte sich in aller Stille von ihr trennen. Im Traum wird er vom Himmel aufgeklärt, und er übernimmt Verantwortung. Es ist eine außerordentlich aufrichtige, redliche und großzügige Gestalt, die uns hier im Evangelium vor Augen geführt wird.

„Josef war gerecht. Wenn in biblischen Zusammenhängen, wenn vom jüdischen Kontext her von einem Gerechten die Rede ist, dann muss man wissen, dass ein Zaddik (hebräisch für „Gerechter“) praktisch schon ein Heiliger war“, so der Bischof. Und weiter: „Josef ist schließlich ein Glaubender. Er lässt sich vom Himmel her, vermittelt durch Träume, herausreißen aus seinen eigenen Plänen, lässt sein Herz weiten, lässt Gott in seinem Leben wirken, gibt ihm Raum und wird auf diese Weise seiner großen Berufung gerecht.“

In Bezug auf die KAB und die Kolpingfamilie stellte Bischof Rudolf fest: „Josef ist ein guter Patron für Kolping, er ist ein guter Patron für die KAB, er ist ein guter Patron für die Kirche. Weil er die Sorgen und Nöte der Menschen kennt, aber weil er auch ein gerechter Mann war, weil er ein frommer, ein gläubiger Mensch ist. Er ist uns nicht fern, wir dürfen auf seine Fürsprache vertrauen.“ Zum Abschluss des feierlichen Gottesdienstes betete Dr. Rudolf Voderholzer vor dem rechten Seitenaltar, dem Josefsaltar, zusammen mit allen Gläubigen die Josefilitanei.

Josefitag der Sozialverbände Kolping und KAB

Die Diözesanverbände von Katholischer Arbeitnehmerbewegung und Kolping veranstalten jedes Jahr am Hochfest des Heiligen Josef einen Josefitag. Am 19. März 2026 richtete die Kolpingsfamilie Schönwald die Veranstaltung aus. „Das passt“, meinte Martin König, Vorsitzender des Diözesanverbands Regensburg. „Denn Schönwald hat eine lange Geschichte in der Kolpingbewegung und eine aktive Kolpingsfamilie.“

Nach dem Gottesdienst in St. Marien wurde der Josefitag im Jugendheim fortgesetzt. Stefanie Wondra, die Vorsitzende der Kolpingsfamilie Schönwald, begrüßte die Gäste herzlich. Sie wies darauf hin, dass der Heilige Josef der Schutzpatron der Arbeiter, insbesondere der Handwerker sei. „Das Handwerk wollen wir heute Abend besonders in den Mittelpunkt stellen.“ Denn nachdem einige Zeit lang jungen Menschen möglichst ein Studium nahegelegt wurde, habe ein Umdenken eingesetzt, und Ausbildungsberufe hätten wieder einen höheren Stellenwert bekommen. „Wir können uns hier in Schönwald glücklich schätzen, dass wir noch so viele Handwerksbetriebe haben.“ Stefanie Wondra freute sich, dass das Kolpingmitglied Carsten Kunstmann zusammen mit Christoph Schmidtkunz anschließend über „Jugend und Handwerk“ referierten.

Text und Fotos: Peter Pirner
(jas)



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