News Bild Bischof Rudolf Voderholzer feiert erstmals Pontifikalamt zum Fest des heiligen Erhard

Bischof Rudolf Voderholzer feiert erstmals Pontifikalamt zum Fest des heiligen Erhard

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Am Fest des heiligen Bischof Erhard von Regensburg, dem 8. Januar, feierte Bischof Rudolf Voderholzer erstmals ein Pontifikalamt zum Gedenken an den 3. Bistumspatron. Die Dompfarrkirche Niedermünster, in der sich zahlreiche Gläubige zur heiligen Messe eingefunden hatten, ist auch die Grabeskirche des heiligen Bischof Erhard. In Konzelebration mit zwölf Priestern feierte Bischof Rudolf diese Gedenkmesse, die kirchenmusikalisch vom Chor der Dompfarrei St. Ulrich und dem Orchesterverein Steinweg eindrucksvoll und stimmgewaltig gestaltet wurde.
In einer feierlichen Prozession wurde zu Beginn des Pontifikalamtes die silberne Kapsel mit der Hauptreliquie des heiligen Erhard vor den Volksaltar gebracht. Die Gläubigen stimmten das Erhard-Lied an: „Sankt Erhard, Bischof, Missionar, wir wollen dich heut ehren. Dein Leben Dienst für Christus war, sein Lob wolltest du mehren. Sankt Erhard, Glaubensbote! Halleluja!“ Mit besonders herzlichen Worten begrüßte der Hausherr, Dompfarrer Domvikar Msgr. Harald Scharf, den Bischof in der Dompfarrkirche. Er nannte den heiligen Erhard im Blick auf den 99. Katholikentag dieses Jahr und dessen Motto - „Mit Christus Brücken bauen“ - einen wahrhaften Brückenbauer des Glaubens bis in unsere heutige Zeit hinein.

„Erhard von Regensburg - ein europäischer Heiliger und ein Heiliger für Europa“

Bischof Rudolf Voderholzergriff zu Beginn seiner Predigt die wenigen historischen Daten aus dem Leben des Heiligen auf und nahm die beiden Festtage in den Blick, die den Gedenktag des Bistumspatrons sozusagen einrahmen: das Fest Epiphanie am 6. Januar und das Fest der Taufe des Herrn. Im Fest der Erscheinung des Herrn, so Bischof Rudolf, stecke die fundamentale Botschaft: „Weihnachten geht alle an!“ Das mache an diesem Gedenktag des heiligen Erhard auch das Matthäus-Evangelium in seinem 28. Kapitel mit dem Missionsbefehl unmissverständlich deutlich: „Gehet hin in alle Welt und verkündet das Evangelium“. Der gallische Bischof Erhard, der in Bayern und im Elsass vor bald 1.300 Jahren den christlichen Glauben verkündete, könne man auf Grund seines grenzenlosen Missionsauftrages wahrlich einen „europäischen Heiligen und einen Heiligen für Europa“ nennen. Die Erhardi-Legende von der Taufe und Heilung der erblindeten Herzogstocher Odilia, so führte Bischof Rudolf aus, führe zum zweiten Fest und Thema: „Der Glaube schenkt Licht, er macht erst wirklich sehend - Wer glaubt, sieht mehr!“ Wenn der Glaube, den wir in der Taufe geschenkt bekommen haben, auch nicht jede Frage beantworten und jedes Dunkel erhellen könne, so der Bischof zum Ende seiner Predigt, so gebe er doch die Kraft, dunkle Seinsstrecken zu durchschreiten. Dafür sollten wir an diesem Gedenktag noch einmal besonders danken.
Nach dem feierlichen Schlusssegen folgte die Erteilung des Einzelsegens durch die Auflegung der Kopfreliquie des hl. Erhard. Erst segnete Dompfarrer Msgr. Harald Scharf den Bischof mit dem Hauptreliquiar und dann der Bischof den Dompfarrer, die zahlreichen Konzelebranten, den liturgischen Dienst und alle anwesenden Gläubige mit den Worten: „Auf die Fürbitte des Heiligen Bischofs und Bekenners Erhard segne dich der allmächtige Gott, der Vater und der Sohn und der Heilige Geist. Amen.“
Im Anschluss an das Pontifikalamt traf sich die Dompfarre noch in der Vorhalle der Niedermünsterkirche, dem sogenannten Paradies, auf ein Glas Erhardi-Wein. Der „Vinum Sancti Erhardi“ wird seit dem Jahre 2002 in der Dompfarrei ausgeschenkt und war damals aus Anlass des 950. Jubiläums der Heiligsprechung Bischof Erhards erstmals im Burgenland abgefüllt und eigens etikettiert worden. Es handelt sich dabei immer um den Wein der Ernte des Vorjahres.

 Stichwort: Heiliger Erhard von Regensburg

Um das Jahr 680 kam der wohl aus Frankreich stammende Wandermönch Erhard als Missionsbischof an den Hof der bayerischen Agilolfingerherzöge nach Regensburg. Noch bevor das Bistum Regensburg 739 durch den hl. Bonifatius kanonisch errichtet wurde, wirkte Erhard am Hofe von Herzog Theodo II. maßgeblich an der Christianisierung Bayerns mit.
Bischof Erhard starb um das Jahr 700 - ein genaues Todesdatum kennt man nicht - und wurde in der Vorläuferkirche des Niedermünsters beigesetzt. Am 8. Oktober 1052 erhob Papst Leo IX. seine Gebeine feierlich, was zur damaligen Zeit einer Heiligsprechung gleichkam. Einen Tag zuvor war Bischof Wolfgang durch ihn heiliggesprochen worden. Heute befindet sich der Schädel des hl. Erhard in einer silbernen Kapsel aus dem Jahre 1653, die unter dem Reliquienschrein mit den restlichen Gebeinen im Nördlichen Nebenchor der Niedermünsterkirche ihren Platz gefunden hat. Neben dem hl. Bischof Wolfgang und dem hl. Bischof Emmeram ist er der dritte Bistumspatron. Erhard gilt als Helfer und Bewahrer vor Kopfweh und Augenleiden. Dargestellt wir er im bischöflichen Gewand mit einem Evangelienbuch, auf dem zwei Augen liegen. Sie weisen auf die Legende der Heilung der blindgeborenen Herzogstochter Odilia hin, der er in der Taufe nicht nur die Augen des Leibes sondern auch des Herzens öffnete.