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Bischof Rudolf firmt 51 junge Christen in Grafling

Glauben heißt Herz verschenken

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Grafling, 30. Juni 2022. „Der Heilige Geist gibt die Kraft, standhaft zu bleiben im Glauben.“ Das hat Bischof Rudolf Voderholzer am Mittwochvormittag in der Pfarrkirche Sankt Andreas in Grafling gesagt. Dorthin war er gekommen, um den 51 Firmbewerberinnen und Firmbewerbern das  Sakrament der Firmung zu spenden. Er verwies auf die liturgische Farbe rot, die an diesem Tag dominiert und für das Feuer, die Leidenschaft und das Blut der Märtyrer steht. Damit schlug der Bischof auch die Brücke zum Festtag Peter und Paul und freute sich, dass unter den Firmbewerbern diesen Tages „Namenstagskinder“ waren. Herzliche Namenstagswünche erhielten die Firmlinge Peter und Paul vom Bischof zugesprochen. Darüber zeigten diese sich besonders erfreut.

Die Eucharistie feierte Bischof Rudolf gemeinsam mit Pfarrer Tomy Mathew Cherukara am Altar und mit der ganzen Gemeinde im Gotteshaus. Die Firmlinge, Eltern und Paten waren durch den Lektorendienst in die liturgische Gestaltung eingebunden. Den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier gestaltete ein Projektchor für die Firmung unter der Leitung von Waltraud Kaiser, die auch die Orgel spielte. Geige, Flöte, Gitarre und E-Piano erklangen zum Lob Gottes.

Auch Bürgermeister freut sich

Begrüßt wurde Bischof Rudolf vor dem Firmgottesdienst von rund siebzig Kindergartenkindern aus Sankt Andreas mit einem Lied und kleinen symbolischen Geschenken. Die Kinder wurden alle einzeln vom Bischof gesegnet. Blumen überreichte die Sprecherin des Pfarrgemeinderates Agnes Geiger, die gemeinsam mit Pfarrer Tomy Mathew Cherukara, Kirchenpfleger Albert Kramhöller und Bürgermeister Anton Stettmer die Freude über den bischöflichen Besuch aussprach. Gemeinsam mit allen Firmlingen und Paten zog man in die Pfarrkirche ein, die als Besonderheit im alten Teil dem heiligen Andreas und im neuen Teil der Heiligen Familie geweiht ist.

Ja, ich glaube

In seiner Predigt, die Bischof Rudolf inmitten der Firmlinge, Paten und Eltern im Kirchenraum hielt, blickte Bischof Rudolf auf die 51 Firmlinge aus den Jahrgängen 2008 bis 2011 und drückte seine „riesige Freude“ darüber aus, dass jetzt der Gottesdienst nach den langen Coronabeschränkungen wieder normal gefeiert werden kann. Zwischen 10 und 13 Jahren sei es her, dass diese Firmbewerber im Babyalter ihre Taufe empfangen haben. „Dabei seid ihr nicht gefragt worden, ob ihr das wollt“, resümierte der Bischof, aber auch vieles andere sei von den Eltern vorentschieden worden: der Name, der Wohnort, der Kindergarten, die Muttersprache. „Wir könnten gar nicht ins Leben hineinkommen, wir könnten uns gar nicht bewähren, wenn unsere Eltern und Großeltern nicht einiges vorentschieden hätten“, sagte Bischof Voderholzer weiter und blickte dabei auch auf den Glauben, für den sich die Eltern bei der Taufe ihrer Kinder entschieden haben. Heute sei nun der Tag der eigenen Entscheidung, der Bekräftigung für die Vorgabe der Eltern gekommen. „Ja, ich glaube“, dieser Satz solle deshalb laut und vernehmlich in der Kirche zu hören sein. So bringen die Firmlinge öffentlich zum Ausdruck, dass sie nach dem Hinwachsen in die Glaubensgemeinschaft nun selbst „unterschreiben“ und sich bewusst für die Firmung entschieden haben. „Der große und heilige Gott hat deinen Namen in sein Herz geschrieben, er hält seine schützende Hand über dich“, versicherte er den jungen Christen eindringlich. Auch an Jesus, als den besten Freund an der Seite, werde beim Glaubensbekenntnis erinnert. Mit dem Wattestäbchen werde das Chrisam in Kreuzform auf die Stirn gezeichnet. Und schließlich gebe der göttliche Geist Mut zum Glauben in der Kirche. Er sei das Feuer und zeige die Stärken jedes Einzelnen, den Weg hinein ins Leben und die ganz persönlichen Aufgaben in der Welt.

Besiegelt mit der Gabe des Heiligen Geistes

„Ich bin gerne ein Christ, das braucht Mut und Kraft“, erklärte Bischof Rudolf die Zeichen der Handauflegung, die Zeichen des Segens bei der Firmung. Dabei klärte er die „Watschn bei der Firmung“ auf, denn das Segenszeichen der Handauflegung solle das beschützt und behütet sein ausdrücken. Jetzt in der Coronazeit werde ohne Berührung ein „Dach über den Kopf gelegt“.  Als wichtigstes Geschenk des heutigen Tages bezeichnete der Bischof die Zusage „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, den Heiligen Geist“. Er soll den Weg zeigen, er soll helfen wo man sich einbringen kann in der Pfarrei, im Leben.

Schätze des wunderbaren Brauchtums entdecken

Das zweitwichtigste Geschenk seien die Personen, „die heute hinter euch stehen, euer Pate, eure Patin“. Sie würden damit zeigen: „Ich bin da für dich, wenn du mich brauchst.“ So dankte Bischof Rudolf insbesondere den Paten und auch den Eltern, die diese Jugendlichen beim Prozess des Erwachsenwerdens mit der Lebenserfahrung und Glaubensfreude begleiten. Eindringlich bat er um eine gute Sonntagskultur, um gemeinsam den Glauben zu feiern, die Feste zu gestalten und die Schätze des wunderbaren Brauchtums zu entdecken. Der Glaube schenke Sinn und Hoffnung.

Geist der Weisheit und der Einsicht

Nach dem Glaubensbekenntnis betete der Bischof mit ausgebreiteten Armen für die Firmlinge und bat um den Geist der Weisheit und der Einsicht, des Rates, der Erkenntnis und der Stärke, den Geist der Frömmigkeit und der Gottesfurcht. Nach dem gemeinsamen Amen traten die Firmlinge und ihre Paten nach vorne. Bischof Rudolf tauchte das Wattestäbchen in das geweihte Chrisam und zeichnete auf die Stirn des Firmlings das Kreuzzeichen, sprach den Vornamen des Firmlings und „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist“.

Am Ende des Firmgottesdienstes verteilte Bischof Rudolf die Firmgeschenke der Pfarrei. Ein Stehempfang mit allen Gottesdienstbesuchern schloss sich an. Am Nachmittag besuchte der Bischof die verschiedenen Filialkirchen. Irmgard Hilmer