Gläubige im Dom

Bischof Rudolf feiert mit den Ehejubilaren in der Wolfgangswoche ein Pontifikalamt

Kreuz ist das große Ja zum Leben


Regensburg, 28. Juni 2026

Besonders wertschätzend und dankbar begrüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am vergangenen Sonntag die insgesamt 211 Ehejubilarspaare des Bistums im Regensburger Dom St. Peter. Im Pontifikalgottesdienst wurden, in Zahlen, geehrt und gesegnet: 19 Paare (25 Ehejahre), 53 Paare (40 Ehejahre), 75 Paare (50 Ehejahre), 30 Paare (55 Ehejahre), 25 Paare (60 Ehejahre). Musikalisch wurde der Gottesdienst gestaltet von Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber an der Orgel sowie den Sängern der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Max Rädlinger. Als Diakon wirkte Johannes Theisinger.

Die Annahme Jesu

Das Evangelium des Sonntags, so der Bischof, entstamme der Aussendungsrede und sei zunächst an die Apostel gerichtet, die um Jesu willen alles verlassen haben, auch etwas so Großes und Schönes wie die eheliche Liebe und eigene Kinder hintanstellten, Jesu Lebensform teilten und auf diese Weise mit Leib und Seele das Reich Gottes zu den Menschen tragen. Insofern passt dieses Evangelium, so Bischof Rudolf weiter, gut zur Priesterweihe, die am Tag zuvor im Dom gefeiert wurde.

Doch im zweiten Teil nehme Jesus auch die in den Blick, zu denen die Apostel gesandt sind. Mit den Worten „Wer einen Propheten aufnimmt, weil er ein Prophet ist, der wird den Lohn eines Propheten erhalten“, griff Jesus, so erklärte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, die Worte der 1. Lesung auf (2 Kön 4, 8–11.14–16a): Das kinderlose aber gastfreundliche Paar wird auf das Gebet des Elischa hin doch noch mit Nachwuchs gesegnet. Die Verheißung „Wer euch aufnimmt, der nimmt mich auf, und wer mich aufnimmt, nimmt den auf, der mich gesandt hat“, lässt sich sogar unmittelbar auf die christliche Ehe hin verstehen. „Denn christliche Ehe heißt letztlich doch genau dies: Ihn, den Herrn, als Dritten im Bunde mitnehmen auf den Eheweg mit seinen Höhen und Tiefen, mit seinen guten und schweren Tagen, Ihn, den Herrn, mithineinnehmen in das alltägliche Leben, seiner Verheißung trauen, dass er bei uns ist alle Tage“, so der Bischof weiter. 

Prüfungen des (Ehe-)Lebens

In seiner Predigt nahm Bischof Rudolf auch Bezug auf die Rede vom Kreuz und vom Kreuztragen. Es ist letztlich das Zeichen hingabebereiter Liebe, die Jesus in die Familien bringen möchte: „Da geht es ja nicht um eine weltflüchtige oder lebensverneinende Frömmigkeit, sondern um den lebenszugewandten Realismus, dass es hier auf Erden kein Leben ohne Leid und vor allem auch keine Liebe ohne Schmerz je geben wird.“ Im Kreuz, so der Bischof weiter, hat Jesus all unseren Schmerz, unsere Schuld, ja sogar unseren Tod auf sich genommen. Das Kreuz anzunehmen und zu tragen, trägt schließlich umgekehrt durch schwere Stunden. Deshalb erhielten die Paare zum Segen des Bischofs ein Handschmeichlerkreuz aus Olivenholz. Diese seien gefertigt von Christen aus Betlehem im Westjordanland, das unter den angespannten politischen Verhältnissen gerade besonders leidet. Die Abnahme dieser Kreuze und anderer religiöser Zeichen aus Olivenholz ist eine der ganz wenigen Verdienstmöglichkeiten der Christen dort und kann mithelfen, den Christen den Verbleib in ihrer Heimat zu ermöglichen. „In diesen Kreuzen, liebe Schwestern und Brüder, stecken viele Tränen und Existenzängste, aber auch viel Hoffnung, dass durch die Botschaft des Evangeliums vielleicht doch wieder Friede einkehrt.“ Das Kreuz symbolisiert damit das große Plus des Glaubens. Jesus hat das Marterwerkzeug zu einem Zeichen der Liebe gemacht. „Und so ist das Kreuz letztendlich das große Plus, das große Ja zum Leben und seiner Zukunft“, so der Bischof abschließend. Am Ende der Heiligen Messe segnete Bischof Rudolf die Ehepaare einzeln. Auch eine Pilgergruppe aus dem Erzbistum Freiburg, die in Regensburg Station machte, grüßte er ganz herzlich, bevor er sie mit den besten Wünschen und Gottes Segen in das hochsommerliche Wetter entließ.

Text und Fotos: Simon Färber
(jas)



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