Bischof Rudolf feiert 100 Jahre Schönstattbewegung in Nittenau

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Die Schönstattbewegung wurde in diesem Jahr 100 Jahre alt. Bischof Rudolf Voderholzer kam in die Pfarrkirche Mariä Geburt nach Nittenau, um gemeinsam mit den Nittenauern und den Mitgliedern der Nittenauer Schönstattbewegung das hundertjährige Jubiläum mit einem Pontifikalamt zu feiern. Er erinnerte an den Gründer Pater Josef Kentenich, der am 18. Oktober 1914 ein Liebesbündnis mit der Mutter Gottes geschlossen hatte und damit die Schönstattbewegung ins Leben rief, während an der Westfront unzählige junge Menschen ihr Leben hingaben.

Dies sei die Gründung einer geistlichen Gegenbewegung gegen den Ungeist dieser Zeit und gegen das in nationalistischem Furor aufgebrachte Europa gewesen. Diese Initiative hätte bereits wenige Jahre später Früchte getragen. Bischof Rudolf lobte die Verdienste der Schönstattbewegung im Bereich der Ehe-und Familienpastoral. Es gehöre viel Kompetenz und Erfahrung dazu, die Herausforderung der Gegenwart in Ehe und Familie wahrzunehmen und kompetent aus den Quellen des Glauben heraus zu unterstützen, lobte der Bischof. Das christliche Verständnis von Ehe und Familie aufrechtzuerhalten, sei die große Anforderung dieser Zeit. Bischof Rudolf erwähnte die so genannte Gender-Bewegung, bei der das Mann-sein oder Frau-sein lediglich als kulturelle Ausprägungen des Mensch-seins angesehen werde. Dies seien jedoch eine „abgrundtiefe Verirrung“ und ein Widerspruch zur Schöpfungsordnung. Allein das biblische Menschenbild sei das Zukunftsmodell der Welt. Hier zähle er, sagte der Bischof, auf die Schönstattbewegung. Er bat die Mitglieder darum, standhaft für Glaubensüberzeugungen einzustehen und für das biblische Bild einer christlichen Familie zu kämpfen.

Am 27. Oktober 1996 wurde in Nittenau das Schönstattheiligtum (auf dem Grundstein steht der Satz: „Ich brauche dich“) von Weihbischof Wilhelm Schraml gesegnet. Ein Jahr später wurde mit dem Bau des Pater Josef Kentenich - Hauses begonnen, dessen Grundsteinlegung am 25. Oktober 1998 stattfand. Am 24. Oktober 2002 wurde das Pater-Josef- Kentenich-Haus durch den Diözesanadministrator Weihbischof Vinzenz Guggenberger gesegnet und offizielle eröffnet. Am 22. Juli 2007 krönte Diözesanbischof Gerhard Ludwig das Gnadenbild der Gottesmutter. In all den Jahren entstand in Nittenau ein höchst lebendiges Zentrum der Schönstattbewegung, in dem die Richtlinien von Pater Josef Kentenich verfolgt und gelebt werden. In Nittenau hat sich die Schönstattbewegung einen soliden und sehr lebendigen Standort geschaffen, von wo aus die Ziele der Bewegung weiter verfolgt werden. Allein im Jahr 2014 bot das Schönstattzentrum Nittenau zahlreiche Treffen und Aktionen an, die für jeden, der an geistlicher Erneuerung interessiert ist, ansprechen. Regelmäßig gibt es für Frühstückstreffen für Frauen und die Gebetsstunde „Mütter beten für ihre Familien“. Veranstaltet werden Einkehrtage für Kranke und Behinderte sowie Mutter-/Elternsegen für Frauen, die ein Kind erwarten. Eine Wallfahrt nach Schönstatt mit Teilnahme an der Fronleichnamsprozession sowie der Nachmittag für Ehepaare ab der Lebensmitte zählen zu den Veranstaltungen, die sich an den wichtigen Zielen der Schönstattbewegung orientieren: Die Stärkung der christlichen Familie und des Familienzusammenhalts. Vor allem sind in im Schönstattzentrum Nittenau auch die Mädchen aktiv. Für Mädchen und junge Frauen gibt es regelmäßige Treffen, Zeltlager, Oasentage oder Gemeinschaftstage für Mädchen im Alter von 8-12 Jahren oder unter dem Motto „Zeit für dich“ für 13- bis 15-jährige Mädchen. Auch für Jungs bietet die Schönstattbewegung ein Zeltlager an.

Die Schönstattbewegung hat sich in hundert Jahren weltweit ausgebreitet. Sie spricht Familien, Männer, Frauen, Jugendliche, Priester, Kranke und Behinderte - also alle Menschen an. Die Schönstattbewegung ist eine international tätige, geistliche Erneuerungsbewegung, die apostolisch ausgerichtet ist. Ursprungsort und geistlicher Mittelpunkt ist Schönstatt, ein Ortsteil von Vallendar bei Koblenz. Die Bewegung ist föderal aufgebaut und wird durch ein Generalpräsidium koordiniert, das seinen Sitz in Schönstatt hat. Der Gründer der Schönstattbewegung war Josef Kentenich. Er gab der Kirche und dem Glauben der Christen ein neues, modernes Gesicht. Kentenich wollte mithelfen, die Kirche in die Zukunft zu führen, damit sie nicht verstaubt, sondern weiterhin Menschen zu Christus führt.