Gruppenfoto mit Bischof

Bischof Rudolf erteilt 69 Lehrkräften die Missio canonica

„Kirche steht zu ihrem Bildungsauftrag“


Regensburg, 27. Oktober 2026 

„Herzlichen Dank, liebe Religionslehrerinnen und Religionslehrer, für Ihre Bereitschaft, in die Schulen zu gehen und für die Botschaft des Glaubens einzustehen.“ Mit diesen Worten begrüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Samstagvormittag in einer Festmesse die Missio-Kandidatinnen und -Kandidaten in St. Andreas/St. Mang in Regensburg. Anlass war die Verleihung der Missio canonica – der bischöflichen Erlaubnis zur Erteilung von katholischem Religionsunterricht. Bischof Rudolf feierte die Heilige Messe gemeinsam mit Domkapitular Msgr. Martin Priller, dem Leiter der Hauptabteilung Schule/Hochschule im Bistum Regensburg. Traditionell gestaltete der Chor „Passerida“ unter der Leitung von Susanne Appl die Feier sowie den anschließenden Festakt musikalisch.


„Sie sind mit ihrem eigenen Glauben gefragt"

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer schlug in seiner Predigt eine Brücke von den Schrifttexten des Tages zur Beauftragung der Lehrkräfte. Der Brief an die Epheser (Eph 4,7–16) berichtet davon, dass Christus die einen als Apostel, andere als Propheten, Evangelisten sowie Hirten und Lehrer einsetzte – ein klarer Bezug zur Beauftragung zum Religionsunterricht. Im Evangelium nach Lukas (Lk 13,1–9) ist von zwei Katastrophen die Rede. Jesus stellt nicht die Frage nach dem „Warum?“ oder „Wie kann Gott das zulassen?“, sondern ruft seine Zuhörer zur Umkehr auf. Der Religionsunterricht sei der Ort, wo es um die letzten Fragen des Menscheins gehe, Tod, Schuld, Sinn des Lebens. Themen, die in der Welt gern verdrängt werden. Die Herausforderung für die Lehrkräfte bestehe nicht darin, das Leid zu erklären, sondern für die jungen Menschen da zu sein, mit ihnen zu gehen und sie zu tragen. Hier seien sie mit ihrer eigenen Person und ihrem eigenen Glauben gefragt. Die Bandbreite kirchlichen Betens (von der Klage bis zum Lobpreis) komme dabei der Sprachlosigkeit zu Hilfe.

„Religionsunterricht soll zum Lieblingsfach werden“

Bischof Rudolf wünschte den Kandidatinnen und Kandidaten, dass durch ihr ganz persönliches Zeugnis der Religionsunterricht zum Lieblingsfach der Schülerinnen und Schüler werde. Sie seien es, die der Kirche bei den jungen Menschen überhaupt erst einmal ein Gesicht geben würden, wenn oft in den Elternhäusern der Glaube keine Rolle mehr spiele. Manche Lehramtsstudenten lebten in der Sorge, dass sie später durch die Künstliche Intelligenz wegrationalisiert würden. Der Bischof stellte dem entgegen, dass es Lehrerinnen und Lehrer, die für ihre Aufgabe brennen würden, immer brauche. Die Kirche stehe zu ihrem Bildungsauftrag. „Gott gebe Ihnen viel Heiligen Geist, damit für viele Schülerinnen und Schüler Reli zum Lieblingsfach wird.“

„Wir versprechen vor dem dreifaltigen Gott …“

Nach seiner Predigt folgte die kirchenrechtliche Beauftragung, die sogenannte Missio canonica. Die anwesenden Kandidatinnen und Kandidaten sprachen das Glaubensbekenntnis der Kirche und legten anschließend vor dem Bischof ihr Versprechen ab, „den uns anvertrauten jungen Menschen durch unser Handeln und Tun das Evangelium zu verkünden und ihnen Begleiter zu sein auf ihrem Weg ins Leben“. Daraufhin erteilte Bischof Rudolf ihnen die Missio canonica. Die Beauftragung schloss mit einem Segensgebet des Bischofs.

„Sie sind Personen des Vertrauens“

Im Katharinensaal des Katharinenspitals konnte Domkapitular Msgr. Martin Priller dann zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus dem kirchlichen wie weltlichen Schulwesen zum weltlichen Festakt willkommen heißen: Vertreter der staatlichen und kirchlichen Seminare, des Mentorats und des Religionspädagogischen Instituts, der Hauptabteilung Schule/Hochschule sowie der Regierungen der Oberpfalz und Niederbayerns. Die Missio-Kandidaten waren mit Familienangehörigen und Freunden gekommen, um später aus den Händen des Bischofs die Beauftragungsurkunden zu erhalten. Abteilungsdirektor Ralf Reiner von der Regierung von Niederbayern betonte das Interesse des Staates an fundiertem Religionsunterricht. Dabei sei die Kirche ein verlässlicher Partner. Der Religionsunterricht stelle heutzutage aufgrund des großen Orientierungsbedürfnisses vieler junger Menschen eine besondere Herausforderung dar. An die Missio-Kandidaten gerichtet, sagte er: „Sie sind Personen des Vertrauens bei grundsätzlichen Fragen des Lebens junger Menschen.“ Kinder spürten, ob sie es mit Echtheit oder Fassade zu tun hätten. Nach der persönlichen Urkundenübergabe durch Bischof Rudolf leiteten die erste Strophe der Bayernhymne und das Tischgebet zum gemeinsamen Mittagessen über.

Die Missio canonica

Mit der Erteilung der Missio canonica erhielten die 69 Lehrkräfte nun offiziell die kirchliche Beauftragung, an Grund-, Mittel- und Förderschulen katholischen Religionsunterricht zu erteilen. Bei der Verleihung gibt die Lehrkraft das Versprechen ab, den Religionsunterricht in Übereinstimmung mit der Lehre der katholischen Kirche zu erteilen. Auch in der persönlichen Lebensführung wird erwartet, dass die Grundsätze der katholischen Kirche beachtet werden.

Text und Fotos: © Carl Prämassing
(jas und SG)



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