Bischof Rudolf eröffnet Ausstellung gegen Zwangsprostitution am Regensburger Hauptbahnhof

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Für die meisten ist Zwangsprostitution und Frauenhandel ein Tabu-Thema, über das nicht gesprochen wird. Mit der Ausstellung „Frauenhandel und Zwangsprostitution“ will der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB), Diözesanverband Regensburg e.V., für dieses Thema sensibilisieren und darüber aufklären. Die Ausstellung findet an einem ungewöhnlichen Ort statt: am Arcadensteg über den Gleisen am Regensburger Bahnhof. Der Ort ist ganz bewusst gewählt, denn Tag für Tag überqueren etwa 30.000 Menschen diesen Steg. „Wir wollen mit dem Thema, das am Rande der Gesellschaft steht, öffentliches Interesse wecken“, betonte die Diözesanvorsitzende des KDFB Karin Schlecht bei der Ausstellungseröffnung.

Der Künstler der Ausstellung, Gerhard Beham, der unter anderem für das Bayerische Fernsehen und die Deutsche Welle arbeitete, hat die Ausstellung zusammengestellt. Gerhard Beham zeigt mit seinen  zehn Collagen authentische Frauenschicksale junger Frauen auf, die von kriminellen Anwerbern mit Scheinangeboten, wie beste Verdienstmöglichkeiten als Haushaltshilfe, Bedienung, Au-pair Mädchen oder Model aus den Armenhäusern Osteuropas in den „goldenen“ Westen gelockt wurden – und in „Freudenhäusern“ landeten. Frauenhandel und Zwangsprostitution ist ein Milliardengeschäft, lukrativer als Drogenhandel und ohne Freier nicht denkbar.

Pro Collage wird das Schicksal einer Zwangsprostituierten erzählt. Gerhard Beham will mit seinen Arbeiten in erster Linie Männer sensibilisieren, aber auch junge Frauen und Mädchen in Deutschland warnen, denn die Suche nach „Frischfleisch“, so der Branchenjargon, beschränkt sich nicht nur auf Osteuropa oder Russland. Kein schönes Thema – aber wichtig und wert, dass viele Menschen davon erfahren! Bischof Rudolf Voderholzer unterstrich in seinem Grußwort, dass diese Ausstellung geeignet sei, den Menschen die Augen zu öffnen. „Es ist unsere Aufgabe, jenen eine Stimme zu geben, die mundtot gemacht werden, die sich nicht ausdrücken können, deren Würde verletzt wird. Nicht mit dem moralischen Zeigefinger, es spricht daraus die Sorge um die Menschen.“

Oberbürgermeister Joachim Wolbergs stellte in seiner Ansprache heraus, uneingeschränkt solidarisch auf der Seite der Frauen zu stehen, die sich ein besseres Leben erwarten: „Wo wir auf sie stoßen, werden wir helfen.“ Diese Ausstellung reiße die Wohlstandsbehüteten aus ihrem Tiefschlaf, so der Oberbürgermeister.

2010 wurde diese Ausstellung bereits am Arcadensteg in Regensburg präsentiert, wegen des Katholikentages, bei dem das Thema „Frauenhandel und Zwangsprostitution“ in mehreren Podien und Foren zur Sprache kommt, wird die Ausstellung zum wiederholten Male gezeigt.

Der KDFB Diözesanverband Regensburg e.V. ist Veranstalter dieser Ausstellung, unterstützt wird der KDFB vom „Katholikentag“. Die Ausstellung ist bis zum Freitag, 06.06.2014, zu besichtigen.
 

Redaktion: Karin Uschold-Müller, Bildungsreferentin KDFB
Mailkontakt:karin.uschold-mueller@frauenbund-regensburg.de