News Bild Bischof Rudolf dankt den emeritierten Priestern für ihren Dienst - Tag der Begegnung im Bildungshaus Schloss Spindlhof in Regenstauf

Bischof Rudolf dankt den emeritierten Priestern für ihren Dienst - Tag der Begegnung im Bildungshaus Schloss Spindlhof in Regenstauf

Home / News

Der 6. Juni stand in Schloss Spindlhof, dem Bildungshaus der Diözese Regensburg, ganz im Zeichen der Begegnung der Diözesanpriester im Ruhestand. Fast 100 Geistliche aus dem ganzen Bistumsgebiet waren der Einladung gefolgt, einen Tag gemeinsam zu verbringen. Der Organisator dieses Tages, Dr. Christoph Binninger, Leiter der Priesterfortbildung und Direktor des Bischöflichen Studiums Rudolphinum, hatte für den Vormittag Dr. Matthias Ederer vom Lehrstuhl für Altes Testament an der Universität Regensburg gewonnen, der einen bibelwissenschaftlichen Vortrag hielt.

Höhepunkt des Tages war der Besuch von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer, der mit seinen Mitbrüdern im priesterlichen Amt am späten Vormittag die heilige Messe in der Albertus-Magnus-Kapelle des Spindlhofs feierte. Bei der herzlichen Begrüßung der Geistlichen vergaß er nicht, auch an die Hochwasseropfer dieser Tage zu denken und sie ins gemeinsame Gebet einzuschließen. Er freute sich über die finanzielle Hilfe für die Betroffenen, die die Bischöfliche Finanzkammer zugesagt hat. Die heilige Messe wurde in der Meinung um Priesterberufe gefeiert. In der Predigt blickte Bischof Rudolf auf die beiden Schrifttexte, die Lesung aus dem Buch Samuel und das Evangelium nach Johannes. Beide Texte machten deutlich, dass die Berufung zur Nachfolge Christi und in den Dienst an Gott nicht nur direkt durch Christus den Menschen erreiche, sondern sehr oft auch durch Menschen selbst. So habe der Priester Eli die Berufung des jungen Samuels erkannt, ihn nicht an sich gebunden, sondern ihm den Weg der Nachfolge gewiesen, sodass dieser sagen konnte: „Rede Herr, Dein Diener hört!“ Im Evangelium habe Johannes der Täufer seine Jünger auf Christus, das Lamm Gottes, hingewiesen und sie zur Nachfolge ermutigt. Dieser Moment sei so entscheidend gewesen, das sich Johannes sogar die genaue Zeit gemerkt habe: „Es war um die zehnte Stunde.“ Wir alle werden sicher auch noch wissen, so führte Bischof Rudolf aus, wann und durch wen uns der Ruf des Herrn erreicht hat. Bei ihm seien es der Religions- und der Deutschlehrer gewesen, die diesen „Eli-Dienst“ geleistet hätten. In einer Facharbeit am Gymnasium, in der er einen literarischen Vergleich zwischen Hermann Hesse und Adalbert Stifter habe anstellen sollen, sei er von den Worten Stifters nachhaltig angesprochen worden. Wozu man in der Welt berufen sei, zeigten die Fähigkeiten, die einem Gott gegeben habe. Gerne erinnerte sich Bischof Rudolf an diesem Vormittag noch an die Worte von Kardinal Reinhard Marx bei seiner Bischofsweihe am 26. Januar im Regensburger Dom: „Die Ernte ist groß, aber der Arbeiter sind wenige.“ Das sei kein Klage-, sondern ein Jubelruf. So lud er die anwesenden Priester ein, auch weiterhin durch ihr Priestersein gerade den jungen Männern ein gutes Beispiel zu sein, die auf dem Wege hin zur Priesterweihe sind. Dann gebe es genügend Arbeiter für die Ernte, die die Fackel des Glaubens weitertragen. Diese Einladung verband Bischof Rudolf mit dem aus ganzem Herzen kommenden Dank für alle ihre Sorge und Mühe im priesterlichen Dienst in den vergangenen Jahrzehnten.

Es war ein Tag des freudigen Begegnens für die anwesenden Priester, die ihre Weihekurskollegen oft seit längerem schon nicht mehr gesehen hatten. Es wurden Erinnerungen an die Studienzeit, die Weihe und die ersten Kaplansjahre ausgetauscht. Auch wurde der Mitbrüder gedacht, die seit dem vergangenen Jahr verstorben sind. Schließlich war es ein „Tag des dankbaren Begegnens“: Es war der Dank des Oberhirten der Diözese für den jahrzehntelangen priesterlichen Dienst im Bistum, ein Dienst, der in der Regel nicht mit der Pensionierung endet, sondern der in den vielen Aushilfstätigkeiten der „Ruheständler“ seine Fortsetzung findet. Der Senior unter den Anwesenden war Pfarrer i.R. Andreas Simmeth mit 102 Lebens- und 75 Priesterjahren. Im Jahre 1938 war er von Bischof Michael Buchberger mit insgesamt 58 Kandidaten zum Priester geweiht worden.

Seit rund zehn Jahren findet dieser „Tag der Begegnung“ jährlich statt, auf den sich viele Ruheständler freuen, besonders jene, die auf Grund eingeschränkter Mobilität oder auch der Größe des Bistums Regensburg einander nicht mehr oft sehen können.