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Bischof Rudolf besucht Pfarrei Maria Himmelfahrt in Hohengebraching

Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?

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Hohengebraching, 10.  Juli 2022

„Ich danke, dass die Pfarrei so spontan war, so einen überfallartigen Besuchswunsch des Bischofs verwirklichen zu können“ sagte Bischof Rudolf Voderholzer zu Beginn des Gottesdienstes in der Pfarrei Hohengebraching. „Es war mir ein wichtiges Anliegen, Sie, Herr Pfarrer Haimerl, noch einmal zu besuchen, bevor Sie umziehen“. Auch begrüßte Bischof Voderholzer die vielen Vereine, die zuvor schon in einem feierlichen Einzug in die Pfarrkirche Maria Himmelfahrt ihre große Vielfalt gezeigt hatten und den bunten Chor aus Männern, Frauen und Kindern, der den Gottesdienst musikalisch zu etwas Besonderem machte.

Der Barmherzige Samariter

„Was muss ich tun, um das ewige Leben zu erlangen?“, mit dieser Frage aus dem vorab gelesenen Lukasevangelium begann Bischof Rudolf Voderholzer seine Predigt. „Die Frage nach dem ewigen Leben führt uns mitten hinein in das irdische Leben, an eine der gefährlichsten Wegstrecken in Israel, an die Stelle der Herberge des Barmherzigen Samariters: Der Weg von Jerusalem nach Jericho hinab.“ Der 36 km lange Weg durch die Wüste mit über 1.000 Metern Höhenunterschied, bei dem man mehr als 5 Liter Wasser trinken muss, um nicht zu kollabieren, ist der Weg, von dem im Gleichnis Jesu gesprochen wird. „Diese Parabel vom Barmherzigen Samariter, die wir alle schon oft gehört haben, die uns aber immer wieder außerordentlich zu Herzen geht, uns ins Gewissen redet und in uns die Frage auslöst: Wo habe ich mich zuletzt als barmherziger Samariter erwiesen?“ Das Gleichnis hat auch dazu geführt, dass die Bezeichnung „Samariter“ nicht mehr wie zurzeit Jesu, mit Fremdheit, Ungläubigkeit oder Ketzern assoziiert wird, sondern mit Helfern in der Not, wie Feuerwehrleute oder Sanitäter.

Selbst erkennen, wem ich Nächster sein muss

„Ich möchte ein Wort herausgreifen aus der wunderbaren Parabel, das Wort ‚zufällig‘“: Genauso wie der Prieser zufällig des Weges vorbeikommt, kommen die Herausforderungen auch zufällig und ungeplant auf uns zu. „Dann, wenn es einem am wenigsten passt, soll man auf einmal Zeit haben und alles liegen lassen“. Gerade die freiwillige Feuerwehr kennt diese Situation, wenn der Alarm plötzlich losgeht und man alles stehen und liegen lassen muss. „Vergelts Gott an dieser Stelle an die Freiwillige Feuerwehr und alle anderen Hilfsdienste, dass sie den Barmherzigen-Samariter-Dienst in unserer Gesellschaft leisten“. Es ist wichtig, für andere da zu sein und das Richtige zu tun. „Es sind die wahren Herausforderungen, die dann kommen, wenn wir sie überhaupt nicht brauchen können“. Wie in der ersten Lesung aus dem Buch Deuteronomium gezeigt wird, ist es nicht schwer, Gottes Weisung zu verstehen und so zu handeln, wie Jesus es im Gleichnis beschreibt. „Aber es setzt die Bereitschaft voraus, es setzt den Perspektivenwechsel voraus, mich zu fragen, wie es dem Anderen geht, wenn ich ihm jetzt nicht helfe“. Das ist die wichtige Botschaft dieses Evangeliums. „Von mir aus zu sehen, wem ich Nächster sein muss“.

In seiner Predigt dankte Bischof Rudolf Pfarrer Stefan Haimerl für seinen seelsorglichen Einsatz und allen Gläubigen für ihr Engagement.

Jesus als Samariter in den Sakramenten

„Spricht Jesus in diesem Gleichnis nicht von sich selbst?“ Jesus selbst ist vielleicht der Barmherzige Samariter. Er verlässt das himmlische Jerusalem, um Mensch zu werden und uns, die wir unter die Räuber in Sünde und Schuld geraten sind, zu bergen. Er hebt uns auf, kümmert sich um jeden einzelnen von uns und hält uns eine Herberge bereit, in der wir versorgt werden, indem wir dem Heil und dem Leben begegnen können. Jesus begegnet uns als Barmherziger Samariter in den Sakramenten. „Er ist es, der uns salbt bei der Taufe und bei der Firmung“. Bischof Voderholzer sprach in diesem Zusammenhang seinen Dank an Pfarrer Haimerl aus, der ab September die Pfarrei Hohengebraching verlässt und in die Pfarreiengemeinschaft in Windischbergerdorf bei Cham wechselt: „Vergelts Gott, dass Sie in Vertretung Jesu Christi, des guten und barmherzigen Samariters, das Alte und Neue Testament ausgelegt haben, das Wort Gottes verkündet, in der Taufe die Kinder gesalbt, hineingetauft in das ewige Leben und sie in der Beichte Versöhnung zugesprochen haben. Vergelts Gott, was sie in der Pfarrei, in der Schule, in der Verwaltung und darüber hinaus für die Gemeinschaft getan haben“.

Auch dankte Bischof Voderholzer mit großer Freude allen Gläubigen, die sich in den Pfarreien engagieren: dem Pfarrgemeinderat, der Kirchenverwaltung, den Mesnern, den Lektoren und Kommunionhelfern, den Ministranten und den Kirchenmusikern. „Danke allen, die mithelfen, das Pfarrgemeindeleben so schön wie möglich zu gestalten, damit wir uns auf den nächsten Sonntag freuen können!“ Ebenso dankte Bischof Voderholzer den „ersten Missionaren und Verkündern des Evangeliums überhaupt“: den Eltern und Großeltern. „Wo zu Hause gebetet und über den Glauben gesprochen wird, da lebt die Pfarrkirche!“

 

Text und Fotos: Simon Doering/jas