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Bischof Rudolf besucht Karmelitenkloster in Straubing

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Bischof Rudolf ließ sich bei einem Besuch im Karmelitenkloster am Sonntagnachmittag durch die wertvolle Bibliothek führen. Die Bibliothek der Karmeliten in Straubing ist wegen ihres umfangreichen historischen Buchbestands etwas ganz Besonderes. Alte Werke lagern im wunderschönen Saal der Klosterbibliothek, die im Jahr 2008 nach umfangreichen Restaurierungen aus 200jährigem Dornröschenschlaf erwacht ist.

Abwechselnd gaben Prior P. Georg Bertram, P. Englmar Rainer und Frater Josef einen interessanten Einblick in die bewegte Geschichte der Karmeliten und ihrer Bibliothek. Sie ist einzigartig als barocke Bibliothek eines Bettelordens im deutschsprachigen Raum mit ihrem umfangreichen und wertvollen Programm. Da schmücken Fresken, Emblembilder, Rundfresken und Porträts eines noch immer unbekannten Malers aus dem Jahr 1711 den Raum. Weil sich die Karmeliten der Marienverehrung verschrieben haben, spielt die marianische Theologie in den Bildern eine große Rolle und „erzählt“ die Geschichte des Ordens.

Gleichzeitig wird aber in der barocken Verwobenheit von Bild und Text der gesamte Kosmos und die Funktion einer gelehrten Klosterbibliothek sichtbar. Beeindruckend sind nicht nur die Fresken im Scheitelgewölbe, in denen die Marienverehrung durch die Ordensbrüder zum Ausdruck kommt, sondern auch die Gelehrtenporträts an den Gewölbewangen und die Symbolbilder der Fachdisziplinen Katechese, Poesie, Geografie, Astronomie, Philosophie, Medizin, Rechtsprechung und Theologie.

Rund 15 000 Bände aus über sechs Jahrhunderten kann die Bibliothek aufweisen. „Den wertvollsten Teilbestand der Bibliothek machen heute noch die im 15. und frühen 16. Jahrhundert angeschafften Wiegen- und Frühdrucke aus“ erklärte Pater Georg freudig. Eines der sogenannten Inkunabeln stammt vom Regensburger Meister Berthold Furtmeyer. P. Englmar erklärte Bischof Rudolf, dass auch die 1493 gedruckte Weltchronik von Schedel
ursprünglich zum Bestand der Bibliothek gehörte. Bibeldrucke und das Missale, Hausstudien und Thesendrucke, aber auch Predigten gehören zum Schrifttum der Karmeliten. Ganz besonders begeistert zeigte sich Bischof Rudolf von einem Buch, das über das Konzil von Konstanz (1414-1418) berichtet und beinahe 600 Jahre alt ist. P. Provinzial Dieter Lankes definierte die Bibliothek als „Raum der Bildung und des Studiums“. Einig waren sich Gastgeber und Gäste, dass man viel Zeit mit interessanter Lektüre hier verbringen könne.