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Bischof Gerhard Ludwig weihte neun junge Männer zu Diakonen

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(pdr) Am Samstag hat Bischof Gerhard Ludwig in Pielenhofen ein Pontifikalamt gefeiert und neun jungen Männern durch Handauflegung die Diakonenweihe erteilt. Die Klosterkirche in Pielenhofen war gefüllt mit Gläubigen aus der ganzen Diözese Regensburg, die die Kandidaten mit ihren Gebeten begleiteten. Die Diakone durchlaufen derzeit das Pastoraljahr, eine Phase der Priesterausbildung, die im kommenden Juni mit der Priesterweihe ihren Abschluss finden wird.
Die Weihekandidaten traten einzeln vor den Bischof und bekundeten ihre innere Bereitschaft zum Dienst mit den Worten: „Hier bin ich.“ Bischof Gerhard Ludwig fragte Regens Gottfried Dachauer schließlich, ob die Kandidaten würdig seien, die Weihe zu erhalten. Der Regens, verantwortlich für die Priesterausbildung in der Diözese, bestätigte dem Bischof, dass die Kandidaten für würdig befunden wurden.

Während seiner Predigt stellte der Bischof den Dienst der neuen Diakone in den umfassenden Zusammenhang des katholischen Glaubens. „Durch euch soll das Reich Gottes aufgebaut werden. Ihr sollt helfen, das Gottesvolk für die würdige Verehrung Gottes zum Heil aller Menschen zu bereiten.“ Bischof Gerhard Ludwig entwickelte das Wesen des Diakons als Gegenbild zur Zerstörung des Christentums durch den atheistischen Philosophen Ludwig Feuerbach: Hatte der noch im 19. Jahrhundert Gott als menschenentfremdendes Gedankenkonstrukt abgetan und an dessen Stelle Macht und Sexualität als letztgültige Werte propagiert, so gehe es den neun jungen Männern, die zur Weihe vor den Altar treten, gerade nicht um „Macht und innerweltliche Lust“. Vielmehr verzichteten sie „auf das legitime Gut der Ehe, um mit allen Kräften für Jesus Christus dazusein und den Dienst an Gott für die Menschen zu vollziehen“. Die Bereitschaft der Männer, ehelos zu leben, sei ein wirksames Zeichen gegen das „Dogma unserer Zeit, das den Menschen auf ein leibliches Wesen reduziert, das durch das Lustprinzip dem Leben vergeblich einen letzten Sinn abzuringen versucht“, erklärte der Bischof. „Wir verstehen den Menschen aber seiner Wirklichkeit gemäß nicht nur als leiblich, sondern auch als geistig veranlagt. Aufgrund seiner Geistigkeit gestaltet er den Umgang mit dem Leib gemäß der Liebe zu Jesus Christus und zu den Menschen. Wer das Charisma der Ehelosigkeit der Tradition der Kirche entsprechend annimmt, der wird in einem tieferen Sinn Vater und Mutter“, sagte Bischof Gerhard Ludwig.
Der Diakon stelle sich nicht in den Mittelpunkt, sondern wolle „wie der Priester und der Bischof ganz zurücktreten und Jesus Christus durch sich hindurch scheinen lassen“. Der diakonale Aspekt, das Dienen, präge auch das Leitungsamt im priesterlichen und bischöflichen Dienst. Der Diakon nun wirke in allen Bereichen des Heilsdienstes – durch seine Mithilfe bei der Leitung der Kirche, in der Verkündigung sowie bei der Spendung der Sakramente, soweit sie ihm anvertraut seien. All dies geschehe in Entsprechung zum Daseinszweck der Kirche, den Christus selbst ihr eingepflanzt habe: durch den Dienst die Menschen zum Heil führen. Der Atheismus dagegen in jedweder Ausprägung scheitere an der Wirklichkeit. „Er steht im Widerspruch zur Würde des Menschen“, sagte der Bischof.
Als Zeichen der dienenden Haltung legten sich die Kandidaten vor dem Altar nieder, während die Gemeinde in der Litanei die Heiligen um Fürbitte anrief. Die jungen Männer versprachen Bischof Gerhard Ludwig ihre Bereitschaft, das Stundengebet mit der und für die Kirche zu pflegen, den armen und heimatlosen Menschen zu helfen sowie ehelos zu leben. Außerdem erhielten sie die Stola als Zeichen der Verantwortung für die Gläubigen sowie eine Dalmatik als Zeichen der Freude über ihre Berufung.

Die neuen Diakone sind Michael Alkofer aus der Pfarrei St. Josef Ziegetsdorf in Regensburg, Alexander Huber aus der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Pielenhofen, Tobias Magerl aus der Pfarrei St. Peter in Moosham, Andreas Ring aus der Pfarrei St. Wolfgang in Niederwinkling, Stephan Rödl aus der Pfarrei St. Wolfgang in Regensburg, Josef Schießl aus der Pfarrei St. Stefan in Straßkirchen, Markus Schwarzer aus der Pfarrei Mariä Verkündigung in Traunstein, Christian Süß aus der Pfarrei Maria vom Siege in Schwarzhofen sowie Frater Lukas Temme aus der Erzdiözese Paderborn, der zum Passionistenkloster Schwarzenfeld gehört.
Als Diakone kehren sie bald in ihre Praktikumspfarrei zurück, in der sie in verschiedenen Diensten der Verkündigung und Sakramentenspendung eingesetzt werden. Im Wechsel dazu erhalten sie in Vorlesungen im Priesterseminar in den kommenden Monaten weitere Informationen zu Fragen der Seelsorge.