News Bild Bischof Gerhard Ludwig Müller: „Das ganze Volk Gottes ist berufen zum Sendungsauftrag der Kirche“ - Auftaktveranstaltung der KEB zum kommenden Konzilsjubiläum

Bischof Gerhard Ludwig Müller: „Das ganze Volk Gottes ist berufen zum Sendungsauftrag der Kirche“ - Auftaktveranstaltung der KEB zum kommenden Konzilsjubiläum

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Mit der Auftaktveranstaltung "Kirche im Aufbruch damals und heute" lud die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg e.V. (KEB) dazu ein, das bevorstehende Jubiläum "50 Jahre Vatikanum II" in den Blick zu nehmen und es in den kommenden Jahren in die Erwachsenenbildungsarbeit der Pfarreien und Dekanate im Bistum Regensburg einfließen zu lassen. Am 11. Oktober 1962 wurde das Konzil damals feierlich von Papst Johannes XXIII. eröffnet. Genau ein Jahr und einen Tag vor der 50. Wiederkehr der Konzilseröffnung wurde im Bistum Regensburg nun der Startschuss gegeben, sich sowohl mit den theologischen Hauptaussagen als auch der Zeit des Konzils wieder neu auseinanderzusetzen. Dazu konnte Walter Zahner, Leiter der Katholischen Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg, eine große Zuhörerschaft willkommen heißen, die den Historischen Speicher des Diözesanmuseums bis auf den letzten Platz besetzt hatte. Der Vorsitzende des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, Albert Schmid, gratulierte in seinem Grußwort zu dieser großartigen Aktion. Er freue sich sehr, dass besonders durch die Lektüre der Konzilstexte die geistigen Schätze des Vatikanums wieder neu gehoben würden.

Den theologischen Höhepunkt des Abends bildete der Festvortrag von Bischof Gerhard Ludwig Müller, den er mit einem Rückblick in seine Kindheit im Bistum Mainz eröffnete, in der er als Ministrant Zeitzeuge des Vatikanums wurde. Gerade die Liturgiereform, die für die meisten Gläubigen damals die erlebbare Veränderung durch das Konzil darstellte, habe er sehr bewusst erlebt. Die Liturgische Bewegung, deren Vater der Mainzer Bistumspriester Romano Guardini war, sei in seiner Heimatgemeinde schon sehr früh erlebbar gewesen. Im weiteren Verlauf des Vortrages konzentrierte sich Bischof Müller auf die Auslegungen von zwei der 16 Konzilsdokumente, zum einen die „Konstitution über die Heilige Liturgie“ (Sacrosanctum Concilium) und zum anderen die „dogmatische Konstitution über die Kirche“ (Lumen Gentium). Auch im Hinblick auf die Kritik der Piusbruderschaft wies der Bischof noch einmal ausdrücklich darauf hin, dass in der Liturgiereform des Vatikanums nicht die Substanz der Messfeier verändert worden wäre, sondern nur die äußere Form. Liturgie könne nie losgelöst vom Kirchenverständnis gesehen werden, denn sie mache deutlich, was Kirche ist: Volk Gottes und Leib Christi. In den Schriftlesungen begegnen wir Gott und in der Kommunion werden die Glieder des Leibes eins mit dem Haupt, mit Christus. Von der Liturgie-Konstitution ging er über zur Kirchen-Konstitution „Lumen Gentium“. Das ganze Volk Gottes, so führte der Regensburger Oberhirte aus, habe Anteil am Sendungsauftrag der Kirche, sowohl im Weihepriestertum als auch im sogenannten Allgemeinen Priestertum. Er forderte die Anwesenden auf, ob nun in der Katholischen Bildungsarbeit, im Religionsunterricht oder die Priester in der Predigt, von diesem Grundwissen des Glaubens, Zeugnis abzulegen und es zu den Menschen zu bringen. Bei der Frage „Was ist die Kirche?“, gebe es heutzutage oft mehr Missverständnisse als ein rechtes Verstehen des Kirchenbegriffes. Diesem Unwissen müsse entgegen gearbeitet werden.

Mit der Präsentation der KEB-Broschüre "50 Jahre Vatikanum II" gab Beate Eichinger, Mitarbeiterin der KEB, allen Interessierten eine Sammlung an Impulsen und Tipps für die Katholische Erwachsenenbildung in den kommenden Jubiläumsjahren an die Hand. Einen entscheidenden Baustein bilden dabei auch die Gespräche mit Zeitzeugen des Konzils, die ab November in verschiedenen Regionen des Bistums zum Gespräch bereitstehen. Die KEB hat engagierte Priester und Laien aus der Konzilszeit gewinnen können, die die theologischen Diskussionen in diesen Jahren selbst mitgestaltet oder ganz bewusst mit verfolgt oder die unmittelbare Umsetzung des Konzils miterlebt haben.

Darüber hinaus soll ein Lektüreseminar zum Vatikanum II diese Einblicke vertiefen. Dazu wird bereits am 29. Oktober in das Institut Papst Benedikt XVI. im Regensburger Priesterseminar, Bismarckplatz 2, eingeladen. Teil 1 der Veranstaltungsreihe ist überschrieben mit „Der Weg zum Konzil“, es referieren Prof. Rudolf Voderholzer, Direktor am Institut Papst Benedikt XVI., und Beate Eichinger. Diese Reihe soll jährlich im Oktober bis 2015 fortgesetzt werden.

Detaillierte Informationen zu allen Aktivitäten sowie die Broschüre "50 Jahre Vatikanum II" gibt es bei Beate Eichinger unter Telefon 09402 / 947711 oder

beichinger.keb(at)bistum-regensburg.de

. Hinweise zu weiteren Veranstaltungen zum Konzils-Jubiläum, wie z.B. das Lektüreseminar, findet man unter

www.keb-regensburg.de

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