News Bild Bischof Gerhard Ludwig ermutigt Betriebsräte zu weiterem Einsatz

Bischof Gerhard Ludwig ermutigt Betriebsräte zu weiterem Einsatz

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(pdr) Bischof Gerhard Ludwig hat bei einer Begegnung im Kolpinghaus zahlreichen Betriebsräten und Personalräten aus der Diözese Regensburg für ihren Einsatz in Unternehmen und Institutionen gedankt. Ausdrücklich ermunterte er die aus der gesamten Diözese zahlreich erschienenen Betriebsräte, ihr Engagement fortzusetzen. „Bei der Betriebsratsarbeit geht es nicht allein darum, die Interessen der Arbeitnehmer zu vertreten. Die damit verbundene Arbeit trägt immer auch zum Frieden in den Betrieben und dadurch zum Frieden in der Gesellschaft und letztlich zum Frieden in der ganzen Welt bei.“ Der Regensburger Bischof überreichte den Betriebsräten das neuerschienene Kompendium der Soziallehre der Kirche, nicht zuletzt als Instrument und Impulsgeber für ihre weitere Betriebsratsarbeit.
Vom 1. März bis zum 31. Mai finden in der Bundesrepublik die Betriebsratswahlen statt. Karl Kardinal Lehmann, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, und Bischof Wolfgang Huber, Vorsitzender des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland, haben kürzlich Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zur Kandidatur sowie zur Teilnahme an den Wahlen aufgerufen.
Der Regensburger Bischof, dessen Vater mehrere Jahrzehnte bei Opel als Arbeiter am Fließband tätig war, erklärte gegenüber den Betriebsräten aus dem Bistum Regensburg: „Ich stehe voll und ganz hinter Ihrer Arbeit.“ Bischof Gerhard Ludwig warnte zudem vor der „großen Gefahr des Neoliberalismus“. Er kritisierte, dass sich manche Manager auf angeblich „nicht zu beeinflussende Zwänge der Globalisierung“ berufen, um trotz hoher Renditen Arbeitsplätze in Deutschland abzubauen: „An erster Stelle müssen das Gemeinwohl und das Wohl des einzelnen stehen. Dagegen kann es aber nicht angehen, dass sich einige wenige auf Kosten der vielen anderen bereichern. Die Verantwortlichen haben eben auch die Aufgabe, für das Wohl der Menschen, die mit ihnen zusammenarbeiten, zu sorgen.“
Die Globalisierung mit all ihren Auswirkungen sei kein „Verhängnis, das über uns kommt. Wie schon in der Vergangenheit auf soziale Herausforderungen erfolgreich reagiert wurde, so muss es auch heute möglich sein, eine Lösung für die sozialen Probleme zu finden, die im Zusammenhang mit der Globalisierung stehen“. Auch im 19. Jahrhundert sei es gelungen, den Manchester-Kapitalismus zu bändigen. Bischof Gerhard Ludwig erinnerte dabei an die Entwicklung der katholischen Soziallehre sowie an die Linie, die von Bischof Wilhelm Emmanuel Kettelers Sozialeinsatz über die Sozialenzyklika „Rerum Novarum“ Leos XIII. bis hin zur Befreiungstheologie gezogen werden kann: „Das sind nicht irgendwelche politische Revolutionen. Vielmehr geht es darum, dass der einzelne Mensch nicht als Gegenstand einer allein am Nutzen orientierten Arbeit gesehen werden kann und darf. Der Mensch in seiner Würde ist das Programm des Weltauftrages der Kirche.“ Der Regensburger Bischof betonte, dass der Mensch das Abbild Gottes ist und dass die Verwirklichung des Menschen durch Arbeit in einer engen Beziehung mit Gott als dem Schöpfer des Himmels und der Erde steht.