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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Voderholzer feiert Pontifikalmesse zum Jahresschluss
Nizäa-Ikone erinnert an das Erste Ökumenische Konzil
Regensburg, 31. Dezember 2025
Mit der feierlichen Jahresschlussmesse mit eucharistischer Prozession und Segen im Dom St. Peter zu Regensburg hat Bischof Dr. Rudolf Voderholzer das Jahr 2025 beschlossen. Im Mittelpunkt des Pontifikalamtes stand die dauerhafte Übertragung der Nizäa-Ikone an ihren festen Platz im Dom St. Peter.
Mit dem Diözesanbischof feierten Weihbischof Dr. Josef Graf, Dompropst Franz Frühmorgen, Domkapitular Michael Dreßel, Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Domkapitular Martin Priller, Domkapitular Johann Ammer und Domvikar Dr. Christian Schulz vom Domkapitel. Der Bischof, die Konzelebranten und der liturgische Dienst zogen feierlich durch das Südportal in die Kathedrale ein. Die musikalische Gestaltung der Pontifikalmesse übernahm das Vokalensemble der Dommusik unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß.
Zu Beginn der Feier blickte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auf den Übergang des Jahres. Es sei Zeit, innezuhalten und Dank für das Gute zu sagen. Zugleich erinnerte er an den besonderen Bezug des 31. Dezember zu Rom, da dieser Tag als Gedenktag des heiligen Papstes Silvester begangen wird. Der Regensburger Oberhirte betonte, dass das zurückliegende Jahr für jede und jeden Einzelnen unterschiedlich verlaufen sei – mit Höhen und Tiefen, Licht und Schatten. Aufgabe der Kirche sei es am Jahresende, Dank, Bitten und Sorgen vor Gott zu tragen und das Erlebte im Licht des Glaubens zu betrachten.

Drei prägende Themen für die Weltkirche
Für die Weltkirche nannte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer drei Themen, die das Jahr 2025 besonders geprägt hätten. An erster Stelle stand das Heilige Jahr mit seiner Einladung, Pilger der Hoffnung zu sein und die Beziehung zu Jesus Christus, der „Tür zum Leben“, zu vertiefen. Während das Heilige Jahr in den Ortskirchen bereits abgeschlossen sei, werde es in Rom mit dem Schließen der Heiligen Pforte im Petersdom seinen liturgischen Abschluss finden.
Als zweites großes Thema sprach der Diözesanbischof den Wechsel im Amt des universalen Hirten der Kirche an. Der Tod von Papst Franziskus am Ostermontag habe weltweit große Anteilnahme ausgelöst. Besonders bewegend sei gewesen, dass der Papst noch kurz zuvor auf dem Petersplatz den Segen Urbi et orbi gespendet habe. Nach einer Zeit der Trauer habe die rasche Einigung im Konklave und die Wahl von Kardinal Francis Prevost zum neuen Bischof von Rom, der sich den Namen Leo XIV. gab, die Lebendigkeit der weltweiten kirchlichen Gemeinschaft sichtbar gemacht.
Das dritte prägende Thema sei das Jubiläum „1700 Jahre Konzil von Nizäa“ gewesen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer erinnerte daran, dass Kaiser Konstantin im Jahr 325 die Bischöfe der damaligen Christenheit nach Nizäa einberief, um grundlegende Fragen des Glaubens zu klären. Das Konzil von Nizäa habe die Lehre des Arius zurückgewiesen und den apostolischen Glauben im Glaubensbekenntnis präzisiert, das später durch das Konzil von Konstantinopel ergänzt wurde und bis heute als Großes Glaubensbekenntnis der Kirche gebetet wird.

Die Nizäa-Ikone – Bild des Glaubens
Im Blick auf die nun dauerhaft im Dom St. Peter angebrachte Nizäa-Ikone erläuterte der Regensburger Oberhirte deren zentrale theologische Aussage. Im Mittelpunkt der Ikone stehe das aufgeschlagene Evangelienbuch, das nicht einfach auf einem Pult liege, sondern thronend dargestellt sei. Diese Darstellung bringe zum Ausdruck, dass Christus selbst der eigentliche Mittelpunkt und Maßstab des Konzils von Nizäa sei.
Um das Evangelienbuch seien die Bischöfe des Konzils versammelt. Von den historisch überlieferten 318 Konzilsvätern seien in der Ikone 33 dargestellt, jeder mit einem Evangeliar in den Händen. Damit werde sichtbar, dass sie nicht ihre eigene Meinung vertreten, sondern als Lehrer und Hüter des überlieferten Glaubens handeln.
Neben dem Thron sei Kaiser Konstantin der Große dargestellt, der das Konzil einberufen hatte und sich selbst als „Bischof von außen“ verstand. Eine Schriftrolle in seiner Hand verweise auf die Beschlüsse des Konzils. Über der gesamten Szene sei der Heilige Geist symbolisch dargestellt, der die Versammlung erleuchte. In seinem Licht bekannten die Konzilsväter den Glauben an Christus: „Gott von Gott, Licht vom Licht, wahrer Gott vom wahren Gott.“
Christus im Zentrum des Glaubens
Der Regensburger Oberhirte erinnerte daran, dass Arius Christus auf einen bloßen Mittler zwischen Gott und den Menschen reduziert habe und damit die Wirklichkeit der Menschwerdung verfehlt worden sei. Gerade diese Frage habe in Nizäa auf dem Spiel gestanden – und sie berühre bis heute den Kern des christlichen Glaubens: dass Gott selbst in Jesus Christus Mensch geworden ist, damit der Mensch Anteil am göttlichen Leben erhält.
In diesem Zusammenhang griff Bischof Dr. Rudolf Voderholzer auch Aussagen von Papst Leo XIV. auf, der bei einer Ansprache in Nizäa die bleibende Aktualität des Konzils betont hatte. Die Gefahr bestehe auch heute darin, Jesus Christus auf eine außergewöhnliche oder charismatische Gestalt zu reduzieren. Der Glaube der Kirche bekenne hingegen den Gott, der in Jesus Christus einer von uns geworden ist.
Während des singend gebeteten Großen Glaubensbekenntnisses wurde die Ikone an ihren vorgesehenen Platz im südlichen Seitenschiff des Domes getragen, dort befestigt und mit einer Glasplatte geschützt. Der Ort befindet sich in unmittelbarer Nähe der Darstellung des heiligen Petrus, des Patrons der Kirche und ersten Auferstehungszeugen, sowie einer Gedenktafel an den Besuch von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2006. Die Gläubigen sangen als Danklied zur Eucharistiefeier „Zu Bethlehem geboren“ und zur eucharistischen Prozession „Wer glaubt, ist nie allein“. An der Orgel spielte Domorganist Franz Josef Stoiber, der die Gläubigen mit einem langen Orgelnachspiel begleitete.
Zum Abschluss dankte der Bischof dem Dompropst, dem Domkapitel sowie den Steinmetzen der Dombauhütte für die sorgfältige Vorbereitung und die stilvolle Anbringung der Ikone. Die Nizäa-Ikone solle künftig an das Jubiläumsjahr 2025 erinnern, den Glauben an den menschgewordenen Gottessohn stärken und dazu ermutigen, Zeugnis der Hoffnung in der Welt zu geben – einer Hoffnung, die trägt, heute und in Ewigkeit.
„Christus hat uns im zu Ende gehenden Jahr geführt und begleitet. Wir wollen ihm das Geleit durch unseren Dom geben“, erklärte Bischof Rudolf Voderholzer vor der eucharistischen Prozession. Das Pontifikalamt zum Jahresabschluss endete mit der Prozession, bei der der Bischof die Monstranz mit dem Allerheiligsten durch den Dom trug. Die Gläubigen sangen zum Abschluss „Großer Gott, wir loben dich“. Danach zog der Bischof vor die Marienstatue, es folgte der Auszug über das Südportal.
Text und Fotos: Claudia Erdenreich
(SG / sig)




