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Zur Neuigkeit
Kinder helfen Kindern mit einer spektakulären Aktion in Kenia
Einblick in die Weltkirche
Regensburg, 02. Januar 2026
In Kakamega haben Kinder eine außergewöhnlich große Menge an Hilfsgütern für eine der ärmsten Regionen Kenias gesammelt und sie gemeinsam mit Leitern und Priestern persönlich vor Ort verteilt.
In Deutschland kennen wir als Kindermissionswerk vor allem die Sternsinger, die in den kommenden Tagen wieder losgehen werden. In unserer Überflussgesellschaft sammeln sie Geld für ein zentral festgelegtes soziales Projekt. Zusätzlich gibt es Süßigkeiten und in jüngerer Zeit auch zusätzliches Taschengeld. Auch in anderen Kontinenten gibt es das Päpstliche Kindermissionswerk (PMC). In Afrika ist das PMC unter anderem in Kenia aktiv. Der soziale oder besser ausgedrückt caritative Dienst ist eines der Standbeine kirchlichen Handelns. So ist es gut und richtig, wenn auch Kinder schon lernen, wie wichtig die Sorge für die Armen, in diesem Falle für die noch ärmeren Mitmenschen ist. Eine Aktion aus Kenia zeigt sehr schön, wie christliche Solidarität mit missionarischem Charakter aussehen kann.
Die Stadt Kakamega liegt in Kenia und ist die Hauptstadt des Kakamega Countys. Dort leben rund 90.000 Menschen. Die Stadt ist ein Handelszentrum mit einem belebten Markt. Kakamanga liegt etwa 60 km nördlich des Victoriasees unmittelbar am Äquator auf einem felsenübersäten Hochplateau mit viel Regen und sehr fruchtbarem Land. Kakamenga ist eine Bistumsstadt. Das Bistum wurde 1978 von Papst Paul VI. gegründet und umfasst eine Region mit 900.000 Katholiken. Rund 40 Prozent der Einwohner dort sind katholisch. Das päpstliche Kindermissionswerk PMC ist sehr aktiv in der Diözese. Die in dem Werk aktiven Kinder haben in den vergangenen Monaten mehr als 200 Säcke Mais und Bohnen und Kleidung gesammelt. Dazu kamen zahlreiche Andachtsgegenstände und Gebetbücher. Zusätzlich sammelten die Kinder und 200.000 Kenianische Schilling (KSh), das entspricht 1300 Euro.
Die Spenden wurden in die Diözese Lodwar gebracht. Am 24. November konnten sie vor Ort übergeben werden. Eine Gruppe von 30 Kindern wurde von Gruppenleitern, Priestern und Ordensleuten begleitet. Gemeinsam waren sie aus ihrem Heimatbistum Kakamega zu einer Pilgerreise der Hoffnung nach Lodwar aufgebrochen. Der Ort liegt in einem sehr trockenen und heißen Gebiet mit Halbwüste. Es grenzt an Uganda, den Südsudan und Äthiopien. Die Reise ging über 400 Kilometer nach Norden. Das Navigationssystem von Google gibt eine Dauer von fast acht Stunden für den Weg an. Der Besuch der Kinder dauerte bis zum 27. November. Die Webseite der Kenianischen Bischofskonferenz beschreibt die Aktion als einen wahren Ausdruck des PMC-Mottos: "Kinder helfen Kindern."
Es war jedoch, so der Bericht, weit mehr als nur eine viertägige Pilgerreise. Es war eine Aktion der Kinder, die Monate gedauert hatte. Im Vorfeld der Reise organisierten die Kinder in der Stadt und im Bistum Kakamega Gemeindeaufrufe und ermutigten die Christen vor Ort, ihre Mission zu unterstützen. Das Ergebnis war eine wahre Welle der Großzügigkeit. Für afrikanische Verhältnisse kann das Ergebnis der Sammlung als Sensationell angesehen werden. Entsprechend begeistert zeigte sich Bischof John Mbinda, der Oberhirte der Diözese Lodwar. Dieses Bistum war im Jahr 1968 ebenfalls von Papst Paul VI. gegründet worden, es liegt an der nördlichen Grenze Kenias, umfasst 33 Pfarreien und bleibt eine der am wenigsten entwickelten Regionen des Landes. Dort leben 220.000 Katholiken in einer Diasporasituation. Sie stellen etwa 18 Prozent der dortigen Bevölkerung. Der Bischof erklärte, dass die Hauptarbeit der Kirche in der 77.000 Quadratkilometer großen Diözese im Turkana County auf der primären Evangelisierung, das bedeutet Erstverkündigung des Glaubens, ausgerichtet ist. In einigen abgelegenen Gebieten nimmt sie die Form einer einfachen "Mission der Präsenz" an, bei der Missionare unter den Menschen leben und ihr tägliches Zeugnis für sie sprechen lassen, bis eine echte Evangelisierung beginnen kann, sagte er. Laut Bischof Mbinda können die Grundbedürfnisse der Menschen in diesem Gebiet Kenias gar "nicht garantiert werden", was die Unterstützung von den Kindern aus dem Bistum Kakamega besonders bedeutsam mache.
Bischof Mbinda beschrieb die Aktion als kraftvolle Demonstration des Zusammenhalts. "Der Besuch der PMC-Kinder aus Kakamega ist eine große Geste der Zusammenarbeit, der Zusammenarbeit, zu der uns die Synode eingeladen hat“, sagte der Bischof und betonte, sie stelle vor allem den missionarischen Geist konkret dar, der von der Synode angeregt und gefordert sei. „Es stärkt auch, wofür die Bewegung steht, besonders jetzt, da die Ressourcen von sehr knapp sind", ergänzte Bischof Mbinda. Er hob weiter die umfassendere – katechetische – Lehre hinter der Kinderinitiative hervor. "Die kleinen Kinder“, so Mbinda, „haben ein sehr wichtiges Beispiel gesetzt.“ Tatsächlich hatte die Aktion einen sehr hohen Standard und war für Organisatoren wie auch für die mitwirkenden Kinder eine wirkliche Herausforderung. Allgemein wurde es als ein großes Beispiel, das von anderen Diözesen und Gruppen nachgeahmt werden sollte bezeichnet. Dies waren nur wenige Kinder, so betonte die Webseite der katholischen Bischöfe in Kenia. „Wenn Gruppen wie die Catholic Men Association (CMA) und die Catholic Women Association (CWA) daran denken könnten, dasselbe für bedürftige Diözesen zu tun, würde das die Evangelisierung in diesen Bereichen erheblich beeinflussen", ergänzte Bischof Mbinda.
In Anlehnung an die Aussagen des Bischofs hatte der Direktor der Päpstlichen Missionsgesellschaften (PMS) in der Diözese Lodwar den Beitrag der Kinder als einen "großen Segen" bezeichnet. "Letztes Jahr konnten wir viele unserer Aktivitäten wegen unserer geringen Finanzen nicht durchführen. Aber der Besuch, mit den Lebensmitteln und allem, was die Kinder mitgebracht haben, wird uns helfen", sagte Pater Gideon Goma. Pater Gideon stammt aus Nigeria ist als Priester in Kenia und arbeitet dort mit der St. Patrick's Missionary Society. Der Geistliche unterstrich die Notwendigkeit der Zusammenarbeit zwischen Diözesen und der afrikanischen Kirche und sagte: "Wenn die afrikanischen Kirchen sich gegenseitig unterstützen können, werden wir einen weiteren Weg gehen, gemeinsam zu wachsen.“ Er äußerte den Wunsch diese freundliche Geste der Kinder könnte auch auf andere Orte und andere Diözesen ausgeweitet werden, die ebenfalls sehr mit Not und Armut zu kämpfen haben. Er wies darauf hin, dass die Unterstützung aus dem Ausland sehr nachgelassen habe. Darum sei die gegenseitige Unterstützung der Bistümer und der Christen untereinander in Kenia und in ganz Afrika so wichtig. Was die Kinder uns gebracht haben, wird uns bis zum Jahresende – und sogar bis zum Beginn des nächsten Jahres – sehr helfen", betonte Pater Gideon.
Während ihres Aufenthalts in Lodwar waren die Kinder aktiv in die Arbeit der Pfarrei eingebunden. In der Pfarrei Christkönig in Lokichar schenkten sie ihren Altersgenossen Rosenkränze, katechetisches Material und Lebensmittel. Bei einem Besuch in der Bistumsstadt Lodwar feierte der Bischof die Heilige Messe für Kinder beider Diözesen. Die jungen Missionare besuchten außerdem mit ihren Gastgebern den Schrein der Unbefleckten Empfängnis. Sie knüpften Kontakte mit den Familien vor Ort und verteilten persönlich die gesammelten Geschenke. Pater Godfrey Sechero, Diözesandirektor der Päpstlichen Missionswerke der Diözese Kakamega, der die Gruppe begleitete, stellte fest, dass die Begegnungen zwischen den beiden Kindergruppen zu den bewegendsten Momenten der Reise gehörten. „Wir möchten, dass die Kinder spüren, dass wir dasselbe Volk sind, ein einziges Volk, auch wenn wir in unterschiedlichen geografischen Gebieten und unter unterschiedlichen klimatischen Bedingungen leben”, erklärte der Priester. Der PMS-Direktor von Kakamega stellte fest, dass die Pilgerreise nicht nur für die Diözese Lodwar ein Segen gewesen sei, sondern auch den Glauben und den missionarischen Geist der teilnehmenden Kinder gestärkt habe. Dies sei eine Erfahrung, von der er hoffe, dass sie den Beginn vieler ähnlicher Besuche in Zukunft markieren werde.
Text: Peter Winnemöller
Foto: shutterstock




