Bischof Rudolf Voderholzer in Mallersdorf

Bischof Dr. Voderholzer feiert Festgottesdienst im Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen

Fest der Heiligen Familie in Mallersdorf


Mallersdorf Regensburg, 29. Dezember 2025

Mit einem feierlichen Gottesdienst zum Fest der Heiligen Familie stand im Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen das franziskanische Charisma im Mittelpunkt. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer dankte der Ordensgemeinschaft für ihr weltweites Wirken und stellte in seiner Predigt den heiligen Franziskus von Assisi als Erneuerer des geistlichen Lebens heraus. Zugleich richtete der Regensburger Oberhirte den Blick auf das Jahr 2026 mit dem Franziskusjubiläum und dem 750-jährigen Domjubiläum in Regensburg.

Das Fest der Heiligen Familie wurde im Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen von der Heiligen Familie in Mallersdorf mit einem feierlichen Gottesdienst begangen. Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feierte die Heilige Eucharistie gemeinsam mit der Ordensgemeinschaft und zahlreichen Gläubigen. Im Mittelpunkt standen das franziskanische Charisma und der Dank für das weltweite Wirken der Mallersdorfer Schwestern in Deutschland, Rumänien und Südafrika.

Die festlich geschmückte Klosterkirche bot einen würdigen Rahmen für die Liturgie. Nach dem feierlichen Einzug der Geistlichkeit und der Ministrantinnen hieß Superior Prälat Gottfried Dachauer den Regensburger Oberhirten herzlich willkommen. Mit einem augenzwinkernden Hinweis auf die sichtbaren Baumaßnahmen im Mutterhaus betonte er, dass trotz aller Arbeit das Gebet im Zentrum des klösterlichen Lebens stehe.

Der Diözesanbischof zeigte sich dankbar für das terminliche Entgegenkommen der Gemeinschaft und verwies mit Blick auf die Krippe an den Altarstufen darauf, dass Gott sich nicht gescheut habe, als Kind einfacher Menschen in diese Welt zu kommen. Den Schwestern sprach er ein aufrichtiges „Vergelt’s Gott“ für ihr gemeinsames Gebet und ihren Dienst aus – gerade auch in der Weihnachtszeit.

 

Abschluss des Heiligen Jahres und Ausblick auf 2026

In seiner Predigt griff Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zunächst den Abschluss des Heiligen Jahres 2025 auf. Außerhalb Roms sei dieses bereits beendet worden, erläuterte der Regensburger Oberhirte. In Rom werde Papst Leo XIV. am Hochfest der Erscheinung des Herrn die letzte Heilige Pforte im Petersdom schließen und damit das Heilige Jahr endgültig abschließen.

Zugleich richtete der Diözesanbischof den Blick auf das Jahr 2026, das in der Kirche und ihrer Erinnerungskultur mit mehreren bedeutenden Ereignissen verbunden sein werde. Für Regensburg erinnerte er an die 750. Wiederkehr der Weihe des ersten Altars im damals neu errichteten gotischen Dom St. Peter. Dieses Jubiläum der ersten Kirchweihe werde im kommenden Jahr feierlich begangen

Für die Gemeinschaft der Mallersdorfer Schwestern sei jedoch ein anderes Gedenkjahr von besonderer Bedeutung, so der Regensburger Oberhirte: das Franziskusjubiläum. Am 3. Oktober 1226 sei der heilige Franziskus von Assisi in Assisi im Ruf der Heiligkeit gestorben. Sein liturgischer Gedenktag werde am 4. Oktober gefeiert.

Der heilige Franziskus als Erneuerer des geistlichen Lebens

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer schilderte den heiligen Franziskus von Assisi als eine der bewegendsten Gestalten der Kirchengeschichte. Vor den Trümmern seines eigenen Lebens habe Franziskus in der Kirche von San Damiano vor dem Kreuz gebetet und den Auftrag Christi empfangen, die Kirche neu aufzubauen. Zunächst habe er diesen Auftrag wörtlich verstanden und mit dem Wiederaufbau eines verfallenen Gotteshauses begonnen, bis ihm bewusst geworden sei, dass es um den geistlichen Aufbau der Kirche aus lebendigen Steinen gehe – aus allen Getauften.

Der Diözesanbischof bezeichnete Franziskus als einen der großen Erneuerer des geistlichen Lebens im Hochmittelalter, dessen Wirkung bis in die Gegenwart reiche. All seine Fähigkeiten habe er in den Dienst der Nachfolge Christi gestellt. Als sprachbegabter Dichter habe er der Kirche kostbare Gebete hinterlassen, allen voran den Sonnengesang, den Lobpreis des Schöpfers angesichts der Elemente und des nahenden Todes

Der Regensburger Oberhirte erinnerte in diesem Zusammenhang auch an einen zentralen historischen Wendepunkt: Die franziskanische Lebensregel sei am 29. November 1223 von Papst Honorius III. mit der Bulle „Solet annuere“ kirchlich anerkannt worden. Damit habe die von Franziskus gewählte Form der radikalen Christusnachfolge eine verbindliche Gestalt innerhalb der Kirche erhalten. Nur wenige Jahre später sei Franziskus im Ruf der Heiligkeit gestorben; bereits 1228 habe Papst Gregor IX. ihn heiliggesprochen.

Aus Freude über die Anerkennung der Lebensregel habe Franziskus die Christmette des Jahres 1223 nicht in einer Kirche, sondern in der armseligen Umgebung von Greccio gefeiert – als eindrückliche Vergegenwärtigung der Menschwerdung Christi in Armut und Einfachheit.

Dank an die Mallersdorfer Schwestern

Durch Franziskus, so fasste Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zusammen, sei Christus in seiner Kirche neu lebendig geworden – als Fundament, als Haupt und als Quelle der Hoffnung. Diese franziskanische Inspiration wirke bis heute fort und schenke der Kirche immer wieder neue Kraft zur Erneuerung.

In diesem Zusammenhang dankte der Diözesanbischof den Mallersdorfer Schwestern für ihren treuen Dienst in den Fußstapfen Jesu Christi, gemeinsam mit dem heiligen Franziskus von Assisi und dem seligen Paul Josef Nardini. Der Regensburger Oberhirte erinnerte dabei auch daran, dass Paul Josef Nardini im Jahr 1853 in den Dritten Orden der Franziskaner eingetreten sei, dort den Namen Franziskus bekommen habe und die von ihm gegründete Gemeinschaft unter das Patronat des heiligen Franziskus von Assisi gestellt habe. 

Der Dank gelte besonders dem Gebetsdienst der Schwestern sowie ihrem Einsatz für Kinder, Jugendliche und Menschen in Not – auch über die Grenzen Deutschlands hinaus in Rumänien und in Südafrika. Ihr Verzicht auf eine eigene Familie geschehe um der Sendung willen, anderen Geborgenheit, Anerkennung und Raum zur Entfaltung ihrer Begabungen zu schenken. Ein besonderes „Vergelt’s Gott“ richtete der Diözesanbischof auch an die Kandidatinnen der Gemeinschaft sowie an die Schwestern im Altenheim St. Maria.

Feierliche Kirchenmusik

Die liturgischen Dienste übernahmen Schwestern der Gemeinschaft. Gemeinsam mit Superior Prälat Gottfried Dachauer und Pater Aloysius feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Heilige Eucharistie. Die musikalische Gestaltung lag in den Händen des Schwesternchores unter der Leitung von Maria Dambacher, die zugleich an der Orgel wirkte. Annette Baumann und Luci Berr (Violinen) sowie Larissa Berger (Cello) bereicherten die Feier instrumental. Zu Gehör gebracht wurden Weihnachtslieder sowie die Kleine Festmesse von Bonifaz Stöckl.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer

(SG / sig)



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