Bischof segnet Kinder

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalgottesdienst in Mietraching

Liebe und Güte sind Zeichen des Heiligen Geistes


Deggendorf / Mietraching, 10. Mai 2026

Am Sonntag zelebrierte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer ein feierliches Pontifikalamt in der Pfarrkirche St. Josef in Mietraching. Im Zentrum des Besuchs standen die Begegnung mit der Pfarrfamilie am Fuße des Bayerischen Waldes sowie sein Blick auf das Wirken des Heiligen Geistes im Alltag.

Bischof Rudolf zeigte sich sichtlich erfreut über die Einladung von Pfarrer Franz Deffner und seiner Pfarrgemeinde. „Es war längst an der Zeit, nicht mehr nur auf dem Weg über die Rusel an Mietraching vorbeizufahren, sondern endlich einmal mit Ihnen den Sonntag zu feiern und die Pfarrei kennenzulernen.“

Die musikalische Gestaltung der Liturgie lag in den Händen von Christian Knödl, einem ehemaligen Regensburger Domspatzen. Mit dem Kirchenchor St. Josef Mietraching brachte er die „Missa brevis“ von Charles Gounod zum Klingen. Begleitet wurden die Sängerinnen und Sänger an der Orgel von Michael Bäcker, dessen Spiel den sakralen Raum klanggewaltig füllte.

In seiner Predigt schlug Bischof Rudolf, ausgehend von den drei Schrifttexten des Sonntags, die Brücke von der Osterzeit hin zum bevorstehenden Pfingstfest. Er erläuterte den Gläubigen die tiefere Bedeutung der christlichen Zeitrechnung: „Pfingsten kommt ja vom griechischen Wort ,Pentecoste‘, das heißt 50 – der 50. Tag. 50 Tage lang dürfen wir Ostern feiern“, so der Bischof. Er verdeutlichte, dass der Heilige Geist das entscheidende Geschenk Christi an die Kirche sei.

Heiliger Geist ist Kraftquelle

Dabei fand Bischof Dr. Rudolf Voderholzer eindringliche Worte für das Wesen des Heiligen Geistes: „Der Heilige Geist ist Gott in uns.“ Während Jesus Christus in den Evangelien anschaulich und greifbar vor Augen trete, werde der Heilige Geist vor allem dort erfahrbar, wo Menschen einander in Liebe, Güte und Beistand begegnen. Liebe und Güte seien erste Zeichen seines Wirkens, betonte der Oberhirte.

Er rief die Gemeinde dazu auf, die Spuren des Wirkens Gottes im Alltag sensibel wahrzunehmen: „Dort, wo Menschen Böses mit Gutem vergelten. Dort, wo Menschen die Kraft zuwächst, obwohl sie Grund genug hätten, traurig zu sein, andere zu trösten und aufzubauen.“ Dieser „Beistand“, wie ihn das Evangelium nennt, sei die Kraftquelle, die die Kirche durch die Jahrhunderte trage und auch heute in Mietraching wirksam sei.

Das persönliche Pfingsten eines Christen ist die Firmung. In der Lesung aus der Apostelgeschichte war von der ersten Firmung der Kirchengeschichte die Rede, erläuterte der Bischof. Den vom Diakon Philippus getauften Schwestern und Brüdern in Samarien hätten dann die Apostel Petrus und Johannes, die eigens die 70 km von Jerusalem aus gekommen waren, durch Gebet und Handauflegung den Heiligen Geist vermittelt. Von hier aus schlug der Diözesanbischof wieder die Brücke zur Gegenwart und speziell zur Architektur und zur liturgischen Symbolik der Mietrachinger Pfarrkirche. Er verwies auf die zwölf brennenden Apostelleuchter an den Wänden des Gotteshauses. Die Kirche ist apostolisch, sie ist aufgebaut auf dem Zeugnis der Apostel. Und wenn der Bischof als Nachfolger der Apostel die 70 km von Regensburg nach Mietraching komme, dann dürften auch die Apostelleuchter brennen. Dass diese Kerzen gerade beim Besuch des Bischofs entzündet werden, unterstreiche dessen Rolle als Nachfolger jener Zeugen, die das Evangelium einst in die Welt trugen. „Der Bischof kommt, um zu zeigen, dass die Kirche mehr ist als nur die Pfarrgemeinde“, so der Diözesanbischof weiter. Die Anwesenheit des Oberhirten mache die Zugehörigkeit von St. Josef zur „großen weltweiten Gemeinschaft“ der katholischen Kirche unmittelbar erfahrbar.

Dank an alle Mütter

Da der Pastoralbesuch auf den Muttertag fiel, richtete Bischof Rudolf herzliche Worte an die Mütter und Großmütter der Pfarrei. Mit Bezug auf das Zweite Vatikanische Konzil erinnerte er an den zentralen Begriff der „Hauskirche“. Seine Überzeugung formulierte er dabei mit Nachdruck: „Wo die Hauskirche lebt, da lebt auch die Pfarrkirche.“ Das gemeinsame Gebet im Kleinen und das christliche Vorbild im Alltag seien entscheidend dafür, dass der „Funke auf die Herzen der Kinder und Jugendlichen überspringt“.

Die tiefe Verwurzelung der Kirche im örtlichen Gemeinwesen spiegelte sich auch in der Anwesenheit zahlreicher Ehrengäste und Vereine wider. Neben Oberbürgermeister Dr. Christian Moser und Stadtrat Konrad Rankl waren die Trachtler, die Feuerwehren, der Frauenbund, die Schützen sowie die KAB und der SV Mietraching mit stattlichen Fahnenabordnungen vertreten.

Zum Abschluss des Gottesdienstes sagte Bischof Rudolf all jenen ein großes „Vergelt’s Gott“, die das pfarrliche Leben tragen. Er dankte Pfarrer Franz Deffner für dessen unermüdlichen Hirtendienst sowie dem Kirchendienst, den Ministranten und den Mitgliedern der Kirchenverwaltung und des Pfarrgemeinderates. Sichtlich beeindruckt stellte er fest: „Es ist wirklich beeindruckend, was für eine lebendige Gemeinde Sie sind.“

Mit dem feierlichen Segen und dem inständigen Ruf „Heiliger Josef, bitte für uns!“ endete die Liturgie unter dem Schutz des Pfarrpatrons, bevor Bischof Rudolf beim Stehempfang am Kindergarten noch das persönliche Gespräch mit den Gläubigen suchte.

Text und Fotos: Sabrina Melis
(jas und SG/chb)



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