News Bild Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Gedenktag des hl. Dominikus in der Dominikanerinnenkirche Hl. Kreuz in Regensburg

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Gedenktag des hl. Dominikus in der Dominikanerinnenkirche Hl. Kreuz in Regensburg

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"Singet froh, wir haben Grund zum Danken", so stimmte das Vocalensemble Cantico in der Dominikanerinnenkirche Hl. Kreuz im Regensburger Stadtwesten zu Beginn des Pontifikalamtes mit Bischof Rudolf Voderholzer an. Grund zum Danken gab es gleich mehrfach an diesem Sonntagmorgen. Im weltweiten Jubiläumsjahr zu 800 Jahren Dominikanerorden feierte der Bischof mit den Schwestern des fast 800 Jahre alten Klosters, den Mitgliedern der Dominikanischen Laiengemeinschaft und vielen weiteren Gläubigen den Gedenktag des hl. Dominikus, der im Heiligenkalender am 8. August verzeichnet ist. Für Bischof Rudolf war dies nicht der erste Besuch in der Klosterkirche Hl. Kreuz. Bereits wenige Tage nach seiner Bischofsweihe 2013 hatte er mit den Schwestern dort den Gedenktag des hl. Thomas von Aquin gefeiert.

 

"Den Ordensvater Dominikus sich im Lichte der Heiligen Schrift erschließen..."

Bischof Voderholzer betrachtete in seiner Predigt im Blick auf die biblischen Lesungen des Gedenktages des Heiligen Dominikus († 6. August 1221 in Bologna, Italien) dessen bewegtes Glaubensleben. Er arbeitete auch den Auftrag heraus, der sich für den glaubenden Menschen in unserer Zeit daraus formuliert. In der Lesung aus dem Buch Jesaja (Jes 52,7-10) spricht der Prophet von Freudensboten, die man herzlich willkommen heißen soll. Wie herzlich habe die Regensburger Bürgerschaft im 13. Jahrhundert die Söhne des Heiligen Dominikus willkommen geheißen, dass sie die monumentale Dominikanerkirche St. Blasius erbaut habe, ein Ort, von dem so viel Segen ausgegangen sei. Der Heilige Paulus ruft in der zweiten Lesung aus dem 2. Brief an Timotheus (2 Tim 4,1-8) dazu auf, treu zum Evangelium und zum Verkündigungsdienst zu stehen. Genauso habe der Heilige Dominikus im Kampf gegen die Irrlehre der Katharer treu zur Lehre der Kirche gestanden und sich damit für deren Einheit eingesetzt. 

"Christen sollen geistliche Salzstreuer werden"

Auch die Botschaft des Sonntags-Evangeliums, ein kurzer Ausschnitt aus der Bergpredigt nach Matthäus, kann im Blick auf den Ordensvater Dominikus betrachtet werden: "Ihr seid das Salz der Erde...Ihr seid das Licht der Welt" (Mt, 5,13ff). So wie Salz und Licht nicht für sich selbst da seien, sich verschenken müssten und eine dienende Funktion hätten, so sei es auch ein Wesenszug des Heiligen Dominikus gewesen, sich selbst in den Hintergrund zu stellen. Alle Biografen des Heiligen stellten dies heraus, es gebe kaum direkte Quellen, wie Gebete, eine Ordensregel oder Predigtsammlungen. Damit sei Dominikus, so Bischof Rudolf, ein Vorbild für die Christen unserer Tage, sich nicht um sich selbst zu drehen, sondern für die Menschen da zu sein. Christen müssten auch nicht überall ihren Senf dazugeben, sondern dürften ruhig auch das Salz sein, das in einer Wunde unserer Zeit brennt.

Die Luther-Übersetzung formuliere im Blick auf die Bergpredigt einen ganz konkreten Auftrag an uns alle. Da heiße es im Vers 13 statt "Wenn das Salz seinen Geschmack verliert, womit kann man es wieder salzig machen?" "Wenn nun das Salz nicht mehr salzt, womit soll man salzen?" Wenn das Salz nicht mehr salzig ist, dann kann man es mit nichts ersetzen, es ist unersetzbar. Der Dienst der Kirche im sozial-caritativen sowie künstlerisch-kulturellen Bereich sei zwar sehr wichtig, könne aber auch von anderen getan werden. Im Dienst der Glaubensverkündigung und des Gebetes aber, so Bischof Rudolf in der Dominikanerinnenkirche, da seien wir als Christen und Kirche unersetzbar. Zum Abschluss seiner Predigt dankte er den Dominikanerinnen für ihren bald 800-jährigen Dienst, die Stadt Regensburg und ihre Bewohner "ins Gebet zu nehmen". Er lud alle ein, dieses Gebet mitzutragen und "geistliche Salzstreuer" zu werden.

 

Dominikanerinnen in Regensburg

Das Dominikanerinnenkloster Hl. Kreuz zu Regensburg ist das älteste noch bestehende und nie aufgehobene Frauenkloster dieses Ordens in Deutschland. Im Jahre 1233 wurde das Kloster im Stadtwesten durch eine bischöfliche Schenkung errichtet und 1246 offiziell dem Dominikanerorden übergeben. In der Zeit der Säkularisation, in der zahlreiche Klöster untergingen, konnten die Dominikanerinnen ihren Fortbestand dadurch sichern, dass sie eine Mädchenschule errichteten, die heute noch als Grundschule für Mädchen und Buben besteht.

Auf die Initiative von Priorin Maria Benedikta Bauer (1845-1858) gingen 1853 vier Schwestern nach Nordamerika und schrieben mit ihrem Missionsauftrag ein Kapitel Ordensgeschichte. Insgesamt 12 Kongregationen gingen in den USA aus dieser ersten Entsendung hervor. Außerdem wurde bereits 1847 das ehemalige Augustinereremitinnen-Kloster Niederviehbach a.d. Isar mit Dominikanerinnen aus Regensburg wiederbelebt.

Aus Anlass des 800-jährigen Bestehens des Dominikanerordens - am 22. Dezember 1216 bestätigte Papst Honorius III. den neugegründeten Predigerorden - feiern die Dominikaner weltweit ein Jubiläumsjahr vom 7. November 2015 bis zum 21. Januar 2017. Bis zum 15. August läuft die zentrale Ausstellung "Mehr als Schwarz & Weiß. 800 Jahre Dominikanerorden" noch in der Dominikanerkirche St. Blasius am Albertus-Magnus-Platz in Regensburg.