News Bild Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt in der Spitalkirche St. Katharina und besucht das St. Katharinenspital in Stadtamhof

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt in der Spitalkirche St. Katharina und besucht das St. Katharinenspital in Stadtamhof

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Am vergangenen Sonntag besuchte Bischof Rudolf Voderholzer die Spitalkirche St. Katharina in Stadtamhof und feierte dort mit den Gläubigen ein Pontifikalamt. Bei der gotischen Spitalkirche, die der Hl. Märtyrerin Katharina von Alexandrien geweiht ist, handelt es sich um die Pfarrkirche der wohl kleinsten Pfarrei des Bistums. Ihre Pfarrangehörigen sind in erster Linie die rund 100 Bewohnerinnen und Bewohner des St. Katharinenspital sowie einige Anwohner. Bereits seit 1220 erfüllt die Stiftung ihren Gründerzweck, nämlich die Betreuung und Pflege älterer Menschen. In seiner Funktion als Vorsitzender des Spitalrates begrüßte Dompropst Prälat Dr. Wilhelm Gegenfurtner zu Beginn der Heiligen Messe den Bischof in der St. Katharinenkirche, die bis auf den letzten Platz besetzt war. So wie der Regensburger Bischof Konrad IV. (1204-1226), einst Gründer der St. Katharinenspitalstiftung vor fast 800 Jahren, sich als „Vater der Armen“ verstanden habe, so habe ja auch Bischof Rudolf als dessen Nachfolger dies bei der Bischofsweihe versprochen. Der Bischof brachte seine Freude zum Ausdruck, an diesem Sonntagvormittag in St. Katharina zu sein, nicht nur um die wunderschöne Kirche einmal von innen bestaunen zu können, sondern vor allem, um mit den lebendigen Steinen, den Gemeindemitgliedern, die Heilige Messe zu feiern. Mit Bischof Rudolf und Dompropst Dr. Gegenfurtner standen auch noch am Altar Pfarrer i.R. Msgr. August Lindner und Dompfarrer i. R. Prälat Hermann Hierold, die beide bei St. Katharina wohnen und dort Dienst tun.

„Tempel aus lebendigen Steinen“
In seiner Predigt blickte Bischof Rudolf auf das Sonntagsevangelium nach Lukas (Lk 21,5-19), in dem zweimal vom Tempel die Rede war. Zum einen sprach Jesus da vom Tempel in Jerusalem, dem seine große Wertschätzung galt. Zum anderen ging es im Evangelium aber um den Tempel aus lebendigen Steinen, dem Tempel des Heiligen Geistes, dem wir alle durch Taufe und Firmung angehören. Die architektonische Kirche, so Bischof Rudolf, die Ort der Gegenwart Gottes und Versammlungsort der lebendigen Kirche sei, könne durch Verwitterung und andere äußere Umstände in Mitleidenschaft gezogen werden. Der lebendigen Kirche aber, würde das Auftreten falscher Propheten, der aufkommende Widerspruch oder die Verfolgung der Gläubigen zusetzen. Wenn auch in unseren Breiten, so führte der Bischof aus, diese Bedrohungen nicht so groß seien wie anderenorts, so sei doch Wachsamkeit geboten. Oft gebe es heutzutage eine „Glaubensspaltung quer durch die Konfessionen“, wo z.B. die Gottessohnschaft Jesu geleugnet würde, diese Theologen seien dann die falschen Propheten, denen man nicht nachlaufen solle. Der Widerspruch, den Christen erfahren würden, dürfe nicht zu dem Grundsatz verleiten: „Viel Feind, viel Ehr“. Katholiken definierten sich in der säkularen Welt nicht durch den bloßen Protest. Bei uns gebe es heute keine offene Christenverfolgung, so wie das in den ersten Jahrhunderten der Fall war, in jener Zeit, als auch die Kirchenpatronin Katharina von Alexandrien ihren Glauben mit ihrem Leben bezeugte. Aber gerade heute am Volkstrauertag, so führte Bischof Rudolf aus, sollte man in Regensburg wieder im besonderen des Dompredigers Johann Maier gedenken, der 1945 kurz vor Kriegsende durch sein Bekenntnis für den Frieden den gewaltsamen Tod fand. In Anbetracht der großen Christenverfolgungen in Syrien, dem Südsudan oder auch in China, solle man die kleinen Herausforderungen des Alltags nicht überbewerten und dankbar sein, dass wir frei unseren Glauben bekennen könnten. Bischof Rudolf lud die Gläubigen auch ein, dem Aufruf von Papst Franziskus zu folgen, zu denen zu gehen, die der Meinung wären, den Glauben nicht zu benötigen.

Fast 800 Jahre im Dienste des Nächsten
Im Anschluss an das Pontifikalamt traf man sich in der Cafeteria des Katharinenspitals zu einem Empfang, bei dem der Bischof auch die Gelegenheit nutzte, sowohl Bewohnerinnen und Bewohner des Hauses als auch die zahlreich erschienen Mitarbeiter von Altenheim und Brauerei kennenzulernen. Spitalmeister Willibald Koller, der 123. Amtsinhaber seit der Gründung vor bald 800 Jahren und Geschäftsführer der Katharinenspitalstiftung, begrüßte den Bischof noch einmal herzlich im Hause. Die Geschenke die ihm dann überreicht wurden stammten allesamt aus den verschiedenen Tätigkeitsbereichen der Stiftung. So überreichte z.B. eine Bewohnerin des Altenheimes eine Bastelarbeit, Braumeister Anton Miller einen Korb mit Bierspezialitäten und Dr. Artur Dirmeier, Leiter des Stiftungsarchives, ein eigens angefertigtes Mousepad mit einer historischen Urkunde aus dem hauseigenen Archiv. Neben den Menschen die im Katharinenspital wohnen oder arbeiten waren auch jene anwesend, die die Arbeit der Katharinenspitalstiftung beaufsichtigen, die Mitglieder des Spitalrates. Dieser besteht seit seiner Gründung 1226 aus je vier geistlichen und vier weltlichen Spitalräten, das sind zum einen Mitglieder des Domkapitels, an der Spitze der Dompropst, und zum andern Mitglieder des Stadtrates.