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Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer besucht Seniorennachmittag am ersten Adventssonntag
Türen und Herzen für die Ankunft Jesu öffnen
Lengthal, 30. November 2025
Am Vormittag hatte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ein festliches Pontifikalamt in der reich geschmückten Otteringer Pfarrkirche gefeiert; am Nachmittag besuchte er in Lengthal eine Adventsfeier, die die dortige Gemeinde für die Senioren ausgerichtet hatte. Dabei zeigte sich der Regensburger Oberhirte als aufmerksamer Zuhörer und tiefsinniger Katechet, der das weltliche Backwerk theologisch zu deuten wusste und zugleich eine Lanze für das „echte Leben“ brach.
Ein Licht, das Hoffnung spendet
Der Nachmittag im voll besetzten Saal begann besinnlich. Während die KLJB der Pfarreiengemeinschaft noch Getränke ausschenkte und die Gäste bediente, wurde Diözesanbischof Rudolf mit großem Applaus im Bürgersaal willkommen geheißen. Nachdem Pfarrer Dr. Przemyslaw Nowak die Gäste, darunter auch Bürgermeister Anton Kargel und Kirchenpfleger Josef Bachner, begrüßt und den Bischof als „Doktorvater und Mentor“ willkommen geheißen hatte, wurde es still im Raum. Eines der Kinder hatte die ehrenvolle Aufgabe, die erste Kerze am Adventskranz zu entzünden; begleitet wurde dieser Moment von geistlichen Impulsen, ebenfalls vorgetragen von Kindern. In ihren Texten erinnerten sie daran, dass ein „kleines Licht“ Frieden stiften, Mut machen und „heller noch als tausend Kerzen“ in die Welt hinausleuchten kann.
Natürliche Intelligenz statt KI
In seiner Ansprache griff Bischof Rudolf ein hochaktuelles Thema auf. Er stellte fest, dass allerorten von „Künstlicher Intelligenz“ die Rede sei. Doch hier in Lengthal erlebe er etwas Besseres: „Wenn ich sehe, wie ihr Theater spielt, wie ihr musiziert, wie ihr Gedichte auswendig lernt – das ist natürliche Intelligenz, viel echter und viel ehrlicher als die künstliche Welt“, rief er Kindern und Senioren zu. Er warnte davor, das Leben nur noch vor Bildschirmen zu verbringen. Das gemeinsame Singen, das Erlernen eines Instruments oder das Theaterspielen könne durch keine Maschine der Welt ersetzt werden.
Meisterhaft verstand es der Bischof, vom leiblichen Wohl zum geistlichen Kern des Advents überzuleiten. Er erinnerte daran, dass der 24. Dezember auch der Gedenktag von Adam und Eva sei und die Kugeln am Christbaum die Frucht vom Baum des Lebens symbolisieren, die uns durch Christus zurückgeschenkt wurde. Selbst dem Gebäck gewann er eine theologische Tiefe ab: „Bethlehem heißt übersetzt ‚Haus des Brotes‘. Und Jesus nennt sich das Brot des Lebens.“ So dürfe man bei jedem Plätzchen und jedem Lebkuchen daran denken, dass Gott gekommen ist, um den Hunger der Seele zu stillen.
Aufregung in der Weihnachtsbäckerei
Höhepunkt des unterhaltsamen Teils war das Singspiel vom „Nürnberger Lebkuchenmann“. Die Geschichte handelte von einem Lebkuchen, der, kaum aus dem Ofen, Reißaus nimmt, weil er nicht gegessen werden will. Hans Hobmeier verkörperte mit viel Witz und bayerischer Mundart den verzweifelten Bäcker, der seinem davongelaufenen Teigwerk hinterherjagt. Als Erzählerin führte Franziska Meindl souverän durch die Handlung, während Irmgard Roglmeier in der Rolle der „Waldfrau“ dem verängstigten Lebkuchenmann im Wald begegnete. Das Stück, gemeinsam aufgeführt von Kindern und Erwachsenen, trug eine tiefe Botschaft in sich, die Bischof Rudolf sichtlich berührte: Der Lebkuchenmann erkennt am Ende, dass sein Dasein erst dann einen Sinn hat, wenn er anderen eine Freude bereitet – selbst wenn das bedeutet, verspeist zu werden. Ein schönes Bild für die christliche Hingabe, das die Laiendarsteller mit viel Herzblut inszeniert hatten.
„Wir klopfen an“ – Maria findet erste Herberge bei Ernestine Peter
Einen besonders bewegenden Moment der Traditionspflege gestaltete Bischof Rudolf persönlich gemeinsam mit einer Lengthaler Familie. Er leitete die „Aussendung der Madonna“ für das Frauentragen ein. Im Wechselgespräch rezitierte der Bischof die Verse der Herbergssuche: „Wir kommen, wir fragen, wir klopfen an, ob Christus, der Heiland, zu euch kommen kann.“ Die Antwort der „Herbergsfamilie“ ließ nicht auf sich warten. Ernestine Peter nahm die Marienstatue entgegen und sprach das traditionelle Versprechen: „O Jungfrau Maria, von Herzen gern! Tritt ein mit unserem Lieben Herrn!“ So wurde auch in Lengthal der alte Brauch lebendig, bei dem die Muttergottes im Advent von Haus zu Haus wandert, um Türen und Herzen für die Ankunft Jesu zu öffnen.
Musikalisch umrahmt wurde der Nachmittag vom Kinderchor unter der Leitung von Katharina Haider. Mit Begeisterung sangen die Kinder Klassiker wie „In der Weihnachtsbäckerei“ und das rhythmische „Nikolo bum bum“, was nicht nur den Bischof zum Schmunzeln und Mitwippen brachte. Zum Abschluss der gelungenen Feier gab es Geschenke – nicht vom Bischof, sondern für ihn: Pfarrer Dr. Nowak und die Pfarrei überreichten ihm als Dank für seinen Besuch ein großes Lebkuchenherz und Tee zur Stärkung für die kommenden Aufgaben.
Text und Fotos: Sabrina Melis
(jas und SG)














