amberg, gläubige im freien

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei Abschlussandacht der Amberger Bergfestwoche

Freude und Stärkung am Glauben


Amberg, 5. Juli 2026

Zwei Gedanken des heiligen Franz von Assisi, dessen 800. Todestag die katholische Kirche in diesem Jahr feiert, stellte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer in seiner Predigt bei der Schlussandacht zur diesjährigen Bergfestwoche auf dem Mariahilfberg in Amberg in den Mittelpunkt: den Aufbau der Kirche mit den lebendigen Steinen der Gläubigen und die Achtung der Priester, denen die Feier der Eucharistie und der Sakramente anvertraut ist. Auch die eucharistische Prozession am Ende der Andacht – mit Lichtern bei Anbruch der Dunkelheit – drücke diese Frömmigkeit aus, so der Regensburger Oberhirte.

Die Abschlussandacht hatte diesmal federführend die Pfarrei St. Konrad vorbereitet. Daher begrüßte der dortige Seelsorger, Pfarrer Michael Jakob, neben den vielen Wallfahrern und Gläubigen auch die mit ihren Bannern vertretenen kirchlichen Vereine und Verbände sowie die Priester, Diakone und pastoralen Mitarbeiter. Zu diesem „Höhepunkt und krönenden Abschluss“ hieß er insbesondere Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer willkommen und dankte ihm für die „Stärkung im Glauben“. Der Bischof wies auf die Marienverehrung hier seit dem Jahr 1634 hin und sprach in diesem Zusammenhang den Amberger Pfarreien und den hier seit fast 400 Jahren wirkenden Franziskanern seinen Dank aus. Seit 2007 sind die Patres der Franziskaner-Minoriten der Krakauer Provinz auf dem Amberger Mariahilfberg mit der Seelsorge und Wallfahrt betraut. „Die Freude am Glauben und die Stärkung im Glauben – das ist die Mitte des Amberger Bergfestes“, schloss der Bischof seine liturgische Eröffnung.

Aufbau der Kirche mit den lebendigen Steinen

Zwei in diesem Jahr begangene Jubiläen nannte Bischof Voderholzer zu Beginn seiner Predigt: das 750-jährige Jubiläum des gotischen Doms in Regensburg und den 800. Todestag von Franz von Assisi, der am 3. Oktober 1226 gestorben ist und bereits am 11. Juli 1228 von Papst Gregor IX. heiliggesprochen wurde. Der Bischof zitierte den mit Franz von Assisi verbundenen Satz und Auftrag „Baue meine Kirche wieder auf!“. Dabei gehe es in erster Linie um die lebendigen Steine vor dem Hintergrund der damals wie auch heute starken Tendenzen von Säkularisierung. „Franz von Assisi hat die nachhaltigste Erneuerungsbewegung angestoßen“, erklärte der Oberhirte. In seinen Fußstapfen haben die Franziskanerbrüder auf dem heiligen Berg Ambergs alle Elemente des Glaubenslebens – Predigt, Seelsorge, Katechese, Wallfahrt – gefördert. Gerade auch die Amberger Bergfestwoche sieht der Bischof in diesem breiten Rahmen und als wichtige Einrichtung zur geistig-geistlichen Erneuerung. Orientierung sei dabei stets der heilige Franziskus gewesen. Bischof Rudolf erinnerte zuerst an die Schöpfungsspiritualität des Heiligen, die sich etwa Sonnengesang ausdrücke. Es gehe dabei freilich um mehr als um Umweltschutz. „Alle Elemente der Schöpfung sind uns anvertraut und bringen uns dem Schöpfer näher“, die Schöpfung sei eines der Bücher, in dem wir von Gott und seiner Herrlichkeit lesen, sagte er weiter.


Franziskus’ Wertschätzung für die Eucharistie und die Priester

Daran schloss der Bischof einen zweiten, weniger bekannten Aspekt bei Franz von Assisi an. „Franziskus schätzte die Priester besonders, da diesen die Feier der Sakramente anvertraut ist“, erklärte der Diözesanbischof. Damit komme auch die universale, weltweite Perspektive der Kirche und die eucharistische Frömmigkeit von Franz von Assisi zum Ausdruck. Wichtig seien dem Heiligen eine hohe Qualität und Schönheit der liturgischen Paramente und Geräte gewesen, da diese „zur Ehre, Verherrlichung und Anbetung des Herrn in der Eucharistie“ verwendet werden. Die eucharistische Lichterprozession am Ende der Andacht stehe in dieser Tradition. An alle appellierte der Bischof abschließend, der Eucharistie Wertschätzung entgegenzubringen und die eucharistische Frömmigkeit zu pflegen.

Das Evangelium leben!

Nach der Predigt wurde das Allerheiligste ausgesetzt und anschließend in der Lichterprozession durch den Wald getragen – begleitet von unzähligen Gläubigen aller Generationen. Zurück am Altar sprach Pfarrer Jakob ein Gebet zum Gedenken an die Toten, anschließend erteilte Bischof Voderholzer den eucharistischen Segen. „Das Evangelium ist nicht nur ein Buch, das wir lesen, und ein Wort, das wir hören. Es ist ein Leben, zu dem Christus einen jeden von uns beruft!“ Mit diesen Worten begann Pater Clemens Wojciech Świerz OFM, Guardian und Wallfahrtsseelsorger, seine Dank- und Schlussworte. Er motivierte dazu, „aus dem Glauben und aus dem Evangelium heraus zu leben“. Dem Bischof versprach er auch für die Zukunft seine Treue und die Treue seiner Ordensmitbrüder. Dafür bat er Bischof Voderholzer um dessen Segen. Mit diesem Segen endete die Andacht und – zumindest kirchlich – die diesjährige Amberger Bergfestwoche. Für die musikalische Gestaltung sorgten das Gesangsquartett Vocal3Plus und Rudolf Fischer an der Orgel.

Text und Fotos: © Markus Bauer
(jas und SG)



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