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Bischof besucht das Dekanat Kelheim

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„Unternehmerisches Handeln bezeugt die Verantwortungsbereitschaft des Menschen, seine Kreativität und seine ordnende Kraft.“ Zu Beginn seines Pastoralbesuchs im Dekanat besuchte Bischof Gerhard Ludwig Müller das Asklepios Klinikum in Bad Abbach. Die bundesweit tätige Asklepiosgruppe ist das größte privatwirtschaftliche Klinikunternehmen Europas. „Es kommt immer darauf an, dass das letzte Ziel allen Handelns der Mensch und der Dienst an ihm ist. Gewinnstreben ist gerecht und gut, niemals aber als letztes Ziel.“ Der Bischof bestärkte den Verwaltungsdirektor Raimund Rauscher, der in seinem Vortrag betonte, wie sich das Klinikum mit ganzer Kraft für das gesundheitliche Wohl der Patienten einsetze und wie unverzichtbar dabei die Arbeit der Seelsorger sei.

Die Pastoralreferentin Anne-Marie Mitterhofer leitet die Seelsorge im Kur- und Klinikbetrieb Bad Abbach. Chefarzt Dr. Marr erklärte, warum der seelsorgliche Dienst am Menschen so bedeutsam sei: „Viele Krankheiten entstehen aufgrund langjähriger Belastungen. Da kommen familiäre Krisensituationen zusammen mit beruflichen, die Pflege von Angehörigen oder Probleme mit den Kindern. In der Summe äußern sich belastende und überfordernde Lebensumstände an den Schwachstellen des Körpers als diffuse Krankheitsbilder mit Schmerzen und anderen tiefgreifenden Beeinträchtigungen. Seelsorge entdeckt mit ihnen die Kraftquellen, die das Leben tragen.“ Frau Mitterhofer arbeitet eng zusammen mit ihrem evangelischen Kollegen und einem großen Kreis ehrenamtlicher Mitarbeiter.

Die nächste Station in Kelheim führt den Bischof in die Carida Jugendwerkstatt. Die Bilder zeigen engagierte Jugendliche, die mit großem Eifer ihren Weg ins Berufsleben finden. Sie brauchen den Rückenwind der Carida-Schreinerei, um ihre Talente und Begabungen zu entfalten. Rund drei Viertel der letztjährigen Absolventen fanden eine reguläre Anstellung – und das angesichts einer nicht gerade günstig gestimmten Wirtschaftslage. In der Carida Schreinerei lernen die Jugendlichen den Umgang mit dem Werkstoff Holz unter der Anleitung erfahrener Meister. Die Carida-Werkstatt dient aber nicht nur den Jugendlichen. Sie ist zugleich ein Umschlagplatz gebrauchter Möbel. „In den letzten Jahren kommen immer mehr Menschen aus Kelheim und dem ganzen Kreis zu uns, die darauf angewiesen sind, gute gebrauchte Möbel zu finden.“ Pfarrer Mally, der 2. Vorsitzende der Jugendwerkstatt, zeigt auf eine Küchenzeile. „Die wird Ende der nächsten Woche nicht mehr hier stehen. Gerade Küchenzeilen sind besonders begehrt.“

Das Gespräch mit Landrat Dr. Faltermeier brachte die große Wertschätzung zum Ausdruck, mit der Politik und Kirche zusammenarbeiten. „Kirche arbeitet immer auch mit dem Ziel, dem Gemeinwohl zu dienen. Das tun wir mit unseren Schulen, mit unseren Einrichtungen, mit den Verbänden aber auch mit der ganz alltäglichen Seelsorge.“ Bischof Müller dankte dem Landrat für das Vertrauen. In dem Pressetext des Landratsamtes zum Besuch Bischof Gerhard Ludwig Müllers heißt es: „Der Kelheimer Landrat freute sich über die Begegnung mit dem Regensburger Oberhirten. Bei dem einstündigen Informations- und Gedankenaustausch standen die zahlreichen gemeinsamen Aufgaben im Mittelpunkt des Gesprächs. Die Themen erstreckten sich vom Bildungs- und Schulbereich, die Jugend- und Seniorenarbeit, die EU-Leader+ Projekte in kirchlicher Trägerschaft, die Zusammenarbeit beim Regionalmanagement und beim Klimaschutz. Landrat Dr. Hubert Faltermeier dankte für die Ehre des Besuchs sowie die gute Zusammenarbeit mit den Pfarreien und überreichte als Erinnerungspräsent einen Druck vom Wittelsbacher Schloss von Hermann Zink.“

Der Nachmittag führte Bischof Müller nach Riedenburg, wo die Katholische Jugendfürsorge eine ihrer Werkstätten für Menschen mit Behinderung unterhält. Auf dem Gelände einer ehemaligen Molkerei finden heute 40 behinderte Menschen in den Bereichen Montage und Küche/Hauswirtschaft einen Arbeitsplatz. Die Werkstätten im Bistum haben den Auftrag, behinderten Menschen die Teilnahme am Arbeitsleben zu ermöglichen. Die Bilder zeigen die beeindruckende Atmosphäre eines Arbeits- und Lebensumfeldes, in dem sich die Menschen zu Hause fühlen, in dem sie sich in der Arbeit verwirklichen und in dem sie menschliche Geborgenheit schenken und erhalten. Der Einrichtungsleiter Johann Horn ist stolz auf die Leistungskraft seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: „Wir haben praktisch keinen Auftrag, den man uns gibt, weil wir mit Behinderten arbeiten. Wir haben Arbeit, weil wir Qualität liefern. Und die liefern wir, weil unsere Mitarbeiter hoch motiviert sind und mit Engagement und Liebe an ihre Aufgaben gehen.“

Nach der Vesper in Sankt Johannes, Riedenburg fand die anschließende Dekanatskonferenz im Pfarrsaal der Pfarrgemeinde statt, zu der alle Priester, Diakone, Pastoralreferenten und Religionslehrer des Dekanates eingeladen waren. Regionaldekan Johannes Hofmann zog die Bilanz der Visitation. „Sie ist keine Kontrolle, sondern eine gemeinsame Betrachtung der Lage.“ Er beschrieb ein Dekanat mit lebendigen Gemeinden, Seelsorgern, die nahe bei den Menschen sind, und engagierte Ehrenamtliche. Bischof Gerhard Ludwig Müller bestärkte die Priester und pastoralen Mitarbeiter in ihrer Arbeit. Er ermutigte, schwierige Situationen aus dem Glauben an Christus und seine Kirche zu betrachten und anzugehen.
Den Abschluss des Besuches bildete das Pontifikalamt in der gut besuchten Sankt-Johannes-Kirche in Riedenburg.