News Bild Autorenlesung des Spiegel-Bestseller-Autors bewegt Schülerinnen der Decker-Schulen
Autorenlesung des Spiegel-Bestseller-Autors bewegt Schülerinnen der Decker-Schulen

Sophie Scholl wird in Tim Pröses Porträt lebendig

Home / News

Amberg, 9. November 2022

Bei einer Autorenlesung des Spiegel-Bestseller-Autors Tim Pröse wurde für die Schülerinnen der Dr.-Johanna-Decker-Schulen eine mutige junge Frau „lebendig“: Sophie Scholl – eine der „letzten Helden gegen Hitler“, die Tim Pröse in seinem Werk „Jahrhundertzeugen“ porträtiert. Der Mut dieser jungen Frau und ihr klarer und unerschütterlicher moralischer Kompass seien auch für unsere Zeit relevant.

Tim Pröse äußerte zu Beginn seines Vortrags Verständnis für die, die möglicherweise verdrießlich gekommen waren, weil sie „schon wieder“ etwas über die Zeit des Nationalsozialismus zu hören bekämen – das werde ja wohl in den Schulfächern schon zur Genüge thematisiert. Da mag manche der Schülerinnen (Jahrgangsstufe 9 bis 12) innerlich genickt haben … doch dass am Ende die Köpfe glühten und kaum jemand sich der Magie der Autorenlesung entziehen konnte, wurde mehr als deutlich.

Tim Pröse bei der Autorenlesung

In seinem teils moderierend erzählten, teils aus seinem Spiegel-Bestseller „Jahrhundertzeugen“ vorgelesenen Portrait Sophie Scholls gelang es Pröse im Nu, die Schülerinnen von der Ernsthaftigkeit seines Anliegens zu überzeugen, nämlich ihnen klarzumachen, dass es bei diesem geschichtlichen Thema nicht um etwas weit Zurückliegendes geht, sondern dass der Mut dieser jungen Frau und ihr klarer und unerschütterlicher moralischer Kompass zeitlos und damit auch für unsere Zeit relevant sind.

Mit eindringlichen, auch drastischen Worten klärte er die geschichtlichen Fakten, die den meisten im Grunde bereits aus dem Geschichtsunterricht bekannt gewesen sein müssten: Als Mitglied der Gruppe „Weiße Rose“, die sich ab 1942 bemühte, die Bevölkerung über die Greueltaten der Nationalsozialisten aufzuklären, und ein Ende des Krieges herbeiwünschte, wurde Sophie Scholl am 22. Februar 1943 enthauptet. Die Unmenschlichkeit dieses Regimes erscheint angesichts der aufrechten und überzeugenden Haltung der jungen, 21-jährigen Frau umso niederschmetternder – und Tim Pröse gelang es, diesen Kontrast völlig klar herauszustellen.

Besonders überzeugend geriet sein Vortrag durch viele berührende Details, die er in seinen Recherchen für das Buch zusammengetragen hat, vor allem durch die Bekanntschaft und spätere Freundschaft mit Inge Aicher-Scholl, der älteren Schwester von Sophie Scholl. Von ihr erfuhr Pröse zahlreiche Einzelheiten über das Leben Sophie Scholls und auch den Verlauf ihrer letzten Tage.

Anrührend beispielsweise war die Darstellung der tiefen Gläubigkeit der Widerstandskämpferin, die mit der festen Überzeugung zu ihrer Hinrichtung ging, sie werde alle ihre Lieben im Jenseits wieder treffen – und so tröstete sie auch ihre Mutter mit den Worten, „die paar Jährle“ bis zum Wiedersehen werde sie schon überstehen.

Im Anschluss an sein bewegendes Portrait beantwortete Tim Pröse noch Fragen der Schülerinnen, die zeigten, dass sie mitgedacht und mitgefühlt hatten. – Der Dank der Fachleiterin Deutsch, Oberstudienrätin Ute Decker, sowie des Schulleiters, Studiendirektor Hans Kistler, kam von Herzen, und der Applaus der Schülerinnen und anwesenden Lehrkräfte ebenso.

Text und Bilder: Dr.-Johanna-Decker-Schulen/ mk