News Bild Authentisch aus dem Glauben heraus leben – Diözesankomitee vor Ort beschäftigt sich mit der Kirche der Zukunft

Authentisch aus dem Glauben heraus leben – Diözesankomitee vor Ort beschäftigt sich mit der Kirche der Zukunft

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Wie kann die katholische Kirche im 21. Jahrhundert aussehen? Diesem spannenden Thema hat sich eine Vortrags- und Diskussionsveranstaltung aus der Reihe "Diözesankomitee vor Ort" gewidmet. Eingeladen war jeder, der sich unter dem Motto "Kirche im 21. Jahrhundert - Bausteine einer lebendigen Kirche sein" Gedanken über die Zukunft der Kirche machen wollte. "Glaube und Kirche haben so vieles zu sagen", begrüßte die Vorsitzende des Diözesankomitees, Michaela Halter, die Anwesenden in der Pfarrei St. Jakob in Cham. Deshalb müsse ihnen Gehör verschafft werden.

Die Veranstaltung hat mit einem Abendlob mit Pfarrer Dieter Zinecker in der Pfarrkirche St. Jakob begonnen. P. Felix Biebl, Bildungsreferent an der Jugendbildungsstätte Windberg, führte inhaltlich mit einem Impulsreferat in den Abend ein. Mit einem Blick in die Kirchengeschichte ging er auf die Anfänge des Christentums ein, das sich von einer kleinen Sekte in einer religiös bunten Welt zur Volkskirche entwickelt hat. Anfänglich sei es eine "Hauskirche" gewesen, in der man teilte und gemeinsam den Glauben lebte. Prägend sei zum einen die Versammlung um Jesus Christus in der Eucharistie, zum anderen das Bild vom Leib Christi mit den vielen Gliedern, wie er im Korintherbrief beschrieben sei.

Kirche, so Pater Felix, funktioniere nur in einer Gemeinschaft, in der Achtsamkeit, Rücksicht und Toleranz herrschten. In den Anfängen der Kirche habe es auch nur wenige Strukturen gegeben. Erst in der Spätantike sind staatliche Schemen auf die Kirche übertragen worden. In der Neuzeit habe man feststellen müssen, dass, wenn es in die Breite gehe, die Tiefe fehle.

P. Felix betonte, dass auch er keine Lösungsvorschläge für die Zukunft habe. "Man muss sich die Frage stellen, welche Haltungen Halt geben." Als Grundhaltung sinnvoll seien zum Beispiel die vier Säulen des Prämonstratenserordens: Communio, Contemplatio, Actio und Stabilitas - das gemeinsame Leben, das geistliche Leben, das Dasein für andere und die Verbundenheit zu einem Ort.

Die Sprache der Kirche ist nicht die Sprache der Menschen

Im Verlauf des Abends konnten die Teilnehmer in fünf Kleingruppen verschiedene Themen diskutieren - etwa das Verhältnis von Kirche und Staat. Die Gruppe kam zu dem Ergebnis, dass Christsein auch immer heißt, politisch zu sein. Die Enzyklika "Laudato si" solle von den Pfarreien beherzigt werden und in die Praxis umgesetzt werden.

Auch die zukunftsfähigen Strukturen der Kirche wurden diskutiert. Von den Teilnehmern wurden dabei interessante Ergebnisse zusammengetragen. Etwa, dass Gemeinschaft in der Kirche oft nicht erfahrbar ist und die Sprache der Kirche nicht die Sprache der Menschen ist. Wichtig sei auch, Haltung zu zeigen, um zum Halt für andere zu werden. Außerdem kam die Gruppe zu dem Schluss, dass pfarreiübergreifendes Denken viel stärker gefördert werden muss.

Der Glaube ist schön und attraktiv - doch wie kann das vermittelt werden?

Mit dem Thema "Glaubenskommunikation" beschäftigte sich eine weitere Gruppe. Dabei wurde festgestellt, dass die Schönheit und Attraktivität des Glaubens vermittelt werden müsse. Ebenso solle das Tröstliche des Glaubens öfter zur Sprache kommen. Alternative Gottesdienstformen stehen bei der Jugend und bei jungen Erwachsenen hoch im Kurs - diese sollen ausgebaut werden. Junge Menschen, fanden die Teilnehmer heraus, sehen die Gemeinschaft als wichtiges Element an.

Das Angebot an "Ersatzreligionen" war ein weiteres Thema - es hat stark zugenommen. Die Verbände wurden ermutigt, auch weiterhin jugendliche Mitglieder zu gewinnen, um gesellschaftlich und innerkirchlich wirken zu können. Wichtig sei, dass die Gläubigen authentisch aus dem Glauben heraus leben sollten.

Die Veranstaltungsreihe "Diözesankomitee vor Ort" wurde vom Diözesankomitee der Katholiken in Kooperation mit der Pfarrei Cham-St. Jakob und der Kath. Erwachsenenbildung im Landkreis Cham in Cham in durchgeführt.

Die nächste Veranstaltung aus der Reihe "Diözesankomitee vor Ort" ist am 12. Oktober in der Pfarrei St. Wolfgang in Landshut.