News Bild Ausstellung „Vernichtete Kirchen im Bistum Pilsen“ eröffnet

Ausstellung „Vernichtete Kirchen im Bistum Pilsen“ eröffnet

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(pdr) 66 Kirchen und mehrere hundert Kapellen wurden in der Diözese Pilsen zwischen 1945 und 1989 zerstört. Eine Ausstellung der Diözesanmuseen Pilsen und Regensburg in St. Ulrich zeigt eine umfassende Dokumentation der vernichteten Gotteshäuser, die das Regime des Kommunismus als Denkmäler des Glaubens verfallen ließ oder niederriss. Die Ausstellung wurde von Generalvikar Dr. Wilhelm Gegenfurtner am 2. Juni im Beisein einer Delegation der Diözese Pilsen eröffnet. Gegenfurtner betonte die enge Verbindung und den regen Austausch der beiden benachbarten Diözesen. Seit der Gründung der Diözese Pilsen vor zwölf Jahren seien mit Hilfe des Partnerbistums Regensburg 50 Kirchen und kirchliche Gemeindezentren renoviert worden. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Ausstellung nicht nur ein Blick zurück, sondern gleichzeitig ein Wegweiser für die Zukunft sei. Die Zusammenarbeit der Diözesen solle ein stabiles Fundament für einen neuen Aufbruch und für eine Stärkung des Glaubens in der Nachbardiözese Pilsen schaffen.
Der Generalvikar der Diözese Pilsen, Adrian Zemek Opraem, überbrachte die Grüße von Bischof Frantisek Radkovsky. Auch er gab seiner Freude Ausdruck, dass sich die beiden Diözesen nach dem Zusammenbruch des Kommunismus in einer neuen Phase der Zusammenarbeit befinden.
Der Leiter des Diözesanmuseums Pilsen, Dipl.-Ing. Jan Soukup, ging in seinem Grußwort der Frage nach, unter welchen Vorraussetzungen es dazu kommen konnte, dass so viele Kirchen vernichtet wurden. Als ersten Grund nannte er die Vertreibung der deutschen Bevölkerung. Dadurch sei die natürliche Verwurzelung der Menschen in den Städten, Dörfern und Landschaften beseitigt worden. Weitere Gründe seien das Herablassen des Eisernen Vorhangs und die massive anti-religiöse Kampagne der Kommunisten gewesen. Diese sei mit der Verfolgung und Inhaftierung zahlreicher Priester und anderer unbequemer Menschen verbunden gewesen.
Die Dokumentation ist noch bis 7. August, jeweils von Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr im Museum St. Ulrich, Domplatz 2, zu sehen. Der Eintritt ist frei.