Anerkennung für Arbeit, die im Verborgenen wirkt

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„Ihre Arbeit wirkt im Verborgenen, deswegen erhalten sie leider oft nicht die Anerkennung, die sie verdienen“, sagte Regierungspräsident Heinz Grunwald bei der Verleihung des diesjährigen Niederbayerischen Integrationspreises. Mediatorin Manuela Weiß vom der Straubinger Caritas-Initiative „Kooperation Schule-Sinti“ (KOSSI) hat diese Auszeichnung in diesem Jahr erhalten. 1500 Euro Preisgeld sind damit verbunden, eine gute finanzielle Unterstützung für ihre weitere Arbeit am Sonderpädagogischen Förderzentrum. Die weiteren Preisträger waren der Verein „Voice of Africa Landshut“, die Initiative „Buntes Miteinander Geisenhausen“ und die „Hobbyliga Landshut“.

„Sie werden ausgezeichnet, da sie sich in besonderer Weise für die Integration einer ethnischen Minderheit einsetzen und mit ihrer Arbeit Vorurteile gegenüber Sinti abbauen“, sagte Heinz Grunwald zur Preisträgerin Manuela Weiß. Die Preisträgerin ist selbst Sintezza und weiß daher sehr gut, wie Brücken zwischen den beiden Kulturen zu bauen sind. Bei dem Projekt des Caritasverbandes Straubing-Bogen am Sonderpädagogischen Förderzentrum arbeiten Mentorinnen daran, die Wertschätzung von Bildung und Schule in der Eltern- und Großelterngeneration der Straubinger Sinti-Gemeinschaft zu verbessern. Auslöser für das im Herbst 2008 angelaufene Projekt war, dass am Förderzentrum der Anteil an Sinti-Schülerinnen und Schülern mit etwa 20 Prozent überrepräsentiert war. Die Finanzierung dieses Projektes war von Anfang an eine Gratwanderung, die von allen Beteiligten viel persönliches Engagement und Durchhaltevermögen verlangt.

Eine Aufgabe der Mentorin ist es, die Bildungsbereitschaft der Sinti-Gemeinschaft zu erhöhen, damit mehr Kinder aus Sinti-Familien Regelschulen besuchen könnten. Die andere Seite der Arbeit der Mentorin ist, die Beteiligten an der schulischen Bildung über kulturbedingte Eigenheiten der Sinti zu sensibilisieren. Sie fördert den Austausch zwischen Schule und Elternhaus, schafft Transparenz in der Zusammenarbeit mit den Eltern, sorgt dafür, dass sich mehr Sinti-Eltern bei Veranstaltungen der Schule beteiligen und so mehr Kontakt zwischen Sinti und Nicht-Sinti stattfindet. An der Förderschule gibt es auch ein eigenes KOSSI-Zimmer, die Mentorin hospitiert im Unterricht und hilft beispielsweise auch, sinti-spezifische Lerninhalte in das Unterrichtsgeschehen zu integrieren.

Die Sintezza Manuela Weiß kann durch ihren persönlichen Hintergrund besonders viel zur Integration der kulturellen Minderheit der Sinti in Niederbayern beitragen. Durch ihre Weiterbildung zur interkulturellen Mediatorin bzw. Roma-/Sinti-Mediatorin mit der ROMED-Qualifizierung von Europarat und Europäischer Kommission hat sie auch einen formalen Nachweis für die hohe Qualität ihrer Arbeit. Und persönlich gilt sie sowohl im privaten als auch im schulischen Umfeld als Expertin und Vorbild für gelungene interkulturelle Integration.