Lichterkreuz wird aufgebaut

Als die Elektrizität nach Schwandorf kam – Ein Meilenstein der Stadtgeschichte

Das Kreuz – Zeichen für den Sieg über den Tod


Schwandorf, 08. April 2026 

Ein denkwürdiges Jubiläum feiert das „Lichtkreuz“ am Schwandorfer Kirchturm von St. Jakob in diesem Jahr: Vor 130 Jahren wurde es erstmals installiert. Das Kreuz – weit mehr als nur ein Symbol für Leid und Tod; es wird zentral als Zeichen der Hoffnung, des Neuanfangs und des Aufbruchs verstanden. Es verwandelt das brutale römische Hinrichtungsinstrument in ein Heilszeichen, das den Sieg des Lebens über den Tod und den Beginn einer neuen Existenz symbolisiert.

 

Am 16. Dezember 1895, nahm das erste Elektrizitätswerk der Oberpfalz in Schwandorf seinen Betrieb auf. Mit der Stromproduktion wurde zunächst der Bahnhof der Stadt erleuchtet – ein historischer Moment, der den Beginn eines neuen Zeitalters markierte.

Die Einführung der Elektrizität stellte einen entscheidenden Wendepunkt in der Stadtentwicklung dar. Straßenbeleuchtung, moderne Handwerksbetriebe und effizientere industrielle Abläufe veränderten das Leben der Bürgerinnen und Bürger nachhaltig. Der Ingenieur und Unternehmer Oskar von Miller, Gründer des späteren Energieunternehmens „Bayernwerk“, war maßgeblich an der Entwicklung und Finanzierung der Dampfanlage beteiligt, die in Schwandorf und anderen Elektrizitätswerken zum Einsatz kam.

Zeitzeugen berichteten von der Faszination über das neue „künstliche Licht“, das die Dunkelheit durchbrach und den Alltag revolutionierte. Die Elektrifizierung brachte nicht nur technischen Fortschritt, sondern auch mehr Sicherheit, Komfort und wirtschaftliche Perspektiven.

Bereits zum Osterfest 1896 stiftete Oskar von Miller ein vier Meter großes, elektrisch beleuchtetes Kreuz. 1969 wurde es durch ein neues, kleineres ersetzt. 

Es wurde von Fritz Falter, Vater des Wackersdorfer Bürgermeisters Thomas Falter, mit 150 Glühbirnen zu je 40 Watt und einer mit 200 Watt bestückt und ist seit 1970 im Einsatz. Ehemalige Mitarbeiter des „Bayernwerk“ bzw. seiner Nachfolgerunternehmen installieren es Jahr für Jahr, damit es von Gründonnerstag bis Ostermontag die Botschaft des Kreuzes als Zeichen für den Sieg über den Tod ausstrahlt.

Text und Fotos: Pfarrer Christian Kalis,Pfarrei St. Jakob Schwandorf
(chb)



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