News Bild „Alle aßen und wurden satt“ - Fronleichnam im Regensburger Dom

„Alle aßen und wurden satt“ - Fronleichnam im Regensburger Dom

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Das Fronleichnamsfest im Regensburger Dom stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der wundersamen Brotvermehrung. Denn obwohl die Wetteraussichten für die Prozession zuerst düster waren, mehrte sich die Schar der Gläubigen im Dom rasch, um mit Bischof Rudolf Voderholzer das Pontifikalamt zu feiern. Vor zahlreichen Besuchern griff der Regensburger Oberhirte in seiner Predigt die Worte des Evangeliums auf: „Alle aßen und wurden satt.“ Das Brot stehe für das Heil, das Jesus den Menschen gebracht habe. Jesus wolle niemanden heimschicken, deshalb erstrecke sich dieses Heil auf alle Menschen. „Unsere Aufgabe ist es, stellvertretend für alle Menschen zu beten“, stellte der Bischof fest. Fronleichnam sei ein großer Verstärker für das „Anklopfen“ des Herrn an den Herzen der Menschen. Die Gläubigen würden in der Prozession durch die Straßen ziehen und symbolisch an die Haustüren der Menschen klopfen, um den Glauben auch zu denen zu tragen, die ihn bis jetzt noch nicht gefunden haben. „Zu allen ist der Herr gekommen, um alle ringt er und er ringt um sie durch uns.“ Die Fronleichnamsprozession spanne einen Bogen zu den Menschen der Stadt Regensburg.

Bischof Voderholzer sprach auch auf die enge Verbundenheit Fronleichnams mit dem Gründonnerstag an. Es sei kein Zufall, dass Fronleichnam an einem Donnerstag gefeiert würde. Fronleichnam greift das Geschehen des Gründonnerstags auf: Die Gegenwart des Herrn in der Eucharistie. Während die Einsetzung der Eucharistie im kleinen Kreis der Zwölf geschah, weitet sich der Blick an Fronleichnam auf alle Menschen. Beide Donnerstage haben darüber hinaus auch ein weiteres leibhaftiges Zeichen gemeinsam: das Knien. Am Gründonnerstag kniete sich der Herr vor die Apostel, um ihnen die Füße zu waschen, Ausdruck seiner Hingabe und Liebe bis zum Äußersten. An Fronleichnam antworten wir, indem wir anbetend in die Knie gehen. Der Regensburger Bischof lud die Gläubigen dazu ein, dieses Zeichen andächtig zu vollziehen, aus Dank und herzlicher Freude, nicht als Zeichen der Kapitulation. Denn: „Wir tun es im Bewusstsein, dass Gott uns nicht klein macht. Nie sind wir größer, als dort, wo wir vor dem Herrn das Knie beugen.“

An das Pontifikalamt schloss sich die Prozession durch die Altstadt an. Entgegen der schlechten Prognosen vom Vortag lachte beim Auszug aus der Kirche sogar die Sonne und das Vertrauen auf günstige Witterung wurde belohnt. In der Prozession, an der zum Schluss über 2000 Gläubige teilnahmen, wurde umgesetzt, was Bischof Voderholzer in seiner Predigt zum Sinn der Prozession gesagt hatte – symbolisch an die Türen zu klopfen und das Heil zu den Menschen in die Stadt hinauszutragen. Entlang des von Birken und Fahnen geschmückten Prozessionsweges ging es in vier Stationen vom Dom durch die Altstadt und wieder zurück. An der Karmeliterkirche betete der Regensburger Bischof zusammen mit den Menschen für die Kirche und alle Gläubigen. Die Gebete an den Altären vor St. Kassian und St. Emmeram galten zum einen Menschen in verschiedensten Lebenssituationen, zum anderen der Schöpfung und der Gesellschaft. Die letzte Station fand die Prozession vor dem Westportal des Doms St. Peter.

Mit dem Segen über die Stadt vor dem Domportal und dem feierlichen Te Deum endete die Fronleichnamsfeier. Ihr schloss sich noch ein symbolischer Akt an: Genau in einem Jahr wird Regensburg Gastgeber des 99. Deutschen Katholikentages sein. Zum Zeichen der Intensivierung der Vorbereitungen darauf wurde vor der Stiftskirche St. Johann erstmals die Katholikentagsfahne gehisst. Bischof Voderholzer erinnerte noch einmal an den Grundgedanken des Katholikentags, mit Christus Brücken zu bauen. Beim Katholikentag solle gezeigt werden, dass der Glaube gerade auch für Staat und Gesellschaft enormes Zukunftspotenzial berge. Mit der Bayernhymne ging die Feier eines Festes zu Ende, das an diesem Tag einmal mehr dazu beigetragen hat, Brücken zu bauen und das Heil Christi zu den Menschen zu bringen.