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Adventsbräuche in der Gemeinschaft der Franziskanerinnen der Buße von Aiterhofen

Frauentragen

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In unserer Reihe „Advent und Weihnachten in den Ordensgemeinschaften“ berichten heute die Franziskanerinnen aus Aiterhofen über ihre Adventsbräuche und geben Tipps für eine gute Vorbereitung auf Weihnachten.

Der adventliche Abend

In der Adventszeit wird der Mittwochabend für den gemeinsamen adventlichen Abend freigehalten. Die Schwestern versammeln sich im adventlich geschmückten und vorbereiteten Gemeinschaftsraum. Teelichter, Adventsgestecke, Liederhefte und verschiedene Gestaltungselemente liegen bereit. Wir beginnen mit einem Adventslied aus einem selbst zusammengestellten Liederheft und lassen uns durch besinnliche Texte, Lieder, Bilder oder Symbole durch diesen Abend begleiten.

Zwischendurch gibt es selbstgemachten Punsch und adventliches Gebäck. Dabei haben wir Zeit miteinander zu reden, uns über Bräuche, Eindrücke und Erlebnisse aus vergangener Zeit auszutauschen.

Die Feier wird mit einem gemeinsamen Gebet, Lied und einem abschließenden Segensgebet beendet.

Tipp 1: Adventliche Lieder singen, die mit ihren Texten auch das Innere des Menschen ansprechen.

Tipp 2: Adventliche Geschichten können die Bedeutung des Advents unterstreichen und bewusst machen.

Tipp 3: Vorfreude ist die schönste Freude. Die Auswahl der besinnlichen Texte kann helfen, schrittweise auf das Weihnachtsfest zuzugehen.

 

Die Verkündigung – ein Lied abwechselnd gesungen

1) Gabriel: Gegrüßt seist du, Maria, jungfräuliche Zier! Du bist voll der Gnaden, der Herr ist
mit dir. Eine ganz neue Botschaft, ein unerhört Ding, von der himmlischen Hofstatt, ich Gabriel, bring.

2) Maria: Was sind das für Reden? Was soll dieses sein? Wer kommt da getreten ins Kämmerlein
ein? Die Tür ist versperret, die Fenster sind zu; wer ist’s der da störet, die nächtliche Ruh?

3) Gabriel: Erschrick nicht Maria, es g’schieht dir kein Leid! Ich bin ja ein Engel, verkünd dir
groß Freut: dass du sollst empfangen und tragen ein Sohn, nach welchem verlangen viel tausend Jahr schon.

4) Maria:  Wie mag das geschehen? Erkenn keinen Mann; wollt lieber vergehen, als tragen ein‘
 Sohn; ich hab ja geschworen mein Jungfrauschaft Gott; so wie ich geboren, will bleiben bis in Tod.

5) Gabriel: Es liegt nichts im Wege, all Sorg ist umsonst! All Furcht nur weglege! Bei Gott

ist’s kein Kunst! Es kann leicht geschehen, nur fest auf ihn trau: Man wird dich verehren als Mutter und Jungfrau.

6) Maria:  Wann Gott selbst wird kommen vom himmlischen Thron, ein Mutter zu suchen für sein
lieben Sohn, so wird er sie finden im Königspalast; mein Armut und Staunen taugt nicht solchem Gast.

7) Gabriel: Der reichste von allen, der fragt nicht nach Geld; dein Tugend und Demut ihm bes-
ser gefällt. Tu’s nur überlassen dem weisesten Gott!

Maria: Ich bin eine Mag des Herren, mir g’scheh nach deinem Wort.

 

Liedalternative: „Wo du gehst“ aus dem Film „Tor zum Frieden“

1) Wo du gehst, bin ich gegangen, als es einmal Frühling war und Gespielinnen sie sangen mir ein Lied so wunderbar. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Jungfrau Maria.

2) Wo du stehst bin ich gestanden, als es einmal Sommer war, und sie mir ein Kränzlein wanden in mein junges Frauenhaar. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Jungfrau Maria.

3) Wo du gehst bin ich gegangen, als der Herbst gekommen war, und es war mein Herz befangen, sang kein Vogel hell und klar. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Jungfrau Maria.

4) Wo du bist, bin ich gewesen, als das Kind ich einst gebar, musst im Stall davon genesen, als es einmal Winter war. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Mutter Maria.

5) Frühling, Sommer, Herbst und Winter, Blume, Liebe, Leid und Not. Sind doch alle meine Kinder, Erben meines Sohnes Tod. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Mutter Maria.

6) Zwischen gestern, heut und morgen, ist nur eine Spanne Zeit, und sie hat in sich verborgen auch das Tor zur Ewigkeit. Mach das Herz mir weit, für die hohe Zeit, Mutter Maria.

 

Das Frauentragen im Advent

Ab 17. Dezember im Blick auf die O-Antiphonen beginnt bei uns die Herbergssuche oder das sog. Frauentragen. Nach der gemeinsamen Vesper wird die Muttergottes gesegnet und an eine oder eine Gruppe von Schwestern mitgegeben. Sie gestalten den Abend mit Maria im erwartungsvollen Gebet im Blick auf die Geburt Jesu. Jeden Abend wandert Maria weiter und wird in der jeweiligen Herberge mit Gebet und Lied begrüßt. Am Heiligen Abend findet sie dann ihren Platz in der Christmette.

Tipp 1: kann in der Familie oder auch im Bekanntenkreis durchgeführt werden.

Tipp 2: viele Pfarreien laden ein, in der Adventszeit beim Frauentragen mitzumachen.

Tipp 3: ist für viele Kids im Rahmen der Sakramentenvorbereitung ein ganz besonderes Erlebnis.

 

Bei der Übergabe des Bildes

Wir kommen und klopfen an euer Tor:
Maria mit ihrem Kinde steht davor.
Unsere liebe Frau geht von Haus zu Haus:
Tut auf, und weiset sie nicht hinaus.
Sie sucht wieder Herberg für ihren Sohn,
wie sie es getan zu Betlehem schon.
Nehmet sie auf als eure Gäst,
die man mit Freuden bei sich einläßt.
Gebt ihnen Raum und Herberg bei euch:
Sie wollen euch helfen ins Himmelreich.

 

Begrüßung der Mutter Gottes

O Jungfrau Maria, von Herzen gern!
Tritt ein mit unserem lieben Herrn!
Du bist voll der Gnaden, sei uns gegrüßt,
und gelobt sei dein Sohn, unser Herr Jesus Christ.

Es ist uns eine Ehre und große Freud,
dass ihr zu uns gekommen seid.
Denn jedes Haus wird gesegnet sein
in das ihr beide tretet ein.

Ihr werdet mitten unter uns leben.
Wir wollen euch mit Liebe und Stille umgeben.
Der Streit soll schwinden, der Zorn verglühn,
der Friede wachsen, die Liebe aufblühn,
und die Herzen sich auftun für deinen Sohn,
wenn er niedersteigt vom ewigen Thron.

O liebste Maria, tritt herein,
und wollst unsre Frau und Mittlerin sein,
dass wir eintreten dürfen bei deinem Sohn,
wenn er wiederkommt auf ewigem Thron.

Weitere Infos

Die Website des Franziskanerinnen Aiterhofen finden Sie hier.