News Bild Acht neue Diakone in Regensburg geweiht - „Die Kirche wird nicht von Funktionären wie bei einer innerweltlichen Institution geleitet, sondern von Hirten, die ihr ganzes Sein und Leben opfern“

Acht neue Diakone in Regensburg geweiht - „Die Kirche wird nicht von Funktionären wie bei einer innerweltlichen Institution geleitet, sondern von Hirten, die ihr ganzes Sein und Leben opfern“

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(pdr) Durch Handauflegung und Gebet hat Bischof Gerhard Ludwig Müller acht Männer in der Pfarrkirche Sankt Franziskus in Burgweinting zu Diakonen geweiht. Rund 1000 Gläubige, vor allem aus den Heimatorten und den Praktikumspfarreien feierten mit dem Bischof den Weihegottesdienst. Dem festlichen Einzug in die Pfarrkirche St. Franziskus schlossen sich zahlreiche Ministranten, Seminaristen, Diakone und Priester an. Zu Beginn des Wortgottesdienstes wurden die Kandidaten namentlich aufgerufen und traten mit den Worten „Hier bin ich“ vor den Altar. Regens Martin Priller bat den Bischof, die Männer zu Diakonen zu weihen.

In seiner Predigt stellte Bischof Gerhard Ludwig fest, dass „die Kirche nicht von Funktionären geleitet wird, sondern von Hirten, die wie Jesus, der gute Hirt, ihr ganzes Sein und Leben opfern und so Vorbilder sind für die ganze Herde“. Indem er sich auf das Zweite Vatikanische Konzil bezog, sagte der Regensburger Oberhirte über Bischöfe, Priester und Diakone: „Sie werden nicht wie Engel vom Himmel her zu uns gesandt. Sie gehören der Menschenwelt an. Jesus beruft die Apostel aus der Schar seiner Jünger und gibt ihnen Anteil an seiner eigenen Weihe und Sendung.“ Als Gott die Menschen durch die Augen Jesus, seines Mensch-gewordenen Sohnes, gesehen habe, sei sein Herz von Mitleid erfüllt worden, sagte der Bischof. „Damals wie heute sind seine Anhänger schnell ermüdet durch die Anstrengungen der Nachfolge Christi und erschöpft von den täglichen Anfeindungen gegen das Christentum. Sie verlieren leicht die Orientierung im Hin und Her der Meinungen, ganz so wie Schafe, die keinen Hirten haben. Doch Gott machte seine Verheißung wahr: Ich gebe euch Hirten nach meinem Herzen.“ Durch die Handauflegung und das Weihegebet würden durch den Heiligen Geist die Bischöfe und Priester bestellt, damit sie als Hirten für die Kirche Gottes sorgten. „Den geweihten Bischöfen, Priestern und Diakonen wird die übermenschliche Verantwortung für das ewige Heil ihrer Mitmenschen auf die Schultern gelegt. Für jede einzelne Seele müssen sie vor Gottes Gericht einst Rechenschaft ablegen“, sagte der Bischof. Mit Bezug zur zölibatären Lebensweise erklärte Bischof Gerhard Ludwig: „Hier steht Gottes Gedanke über menschlichem Räsonnieren.

Was Menschen unmöglich erscheint, ist mit Gottes Gnade möglich. Jesus selbst begründet diese Lebensform des Verzichts auf die Ehe und eine eigene Familie, um so ganz dem Reich Gottes dienen zu können und der Familie Gottes ein Vater und Freund zu sein.“ Der Mangel an Priestern in der westlichen Welt gehe auf den Mangel an Gläubigen sowie auf das fehlende Vertrauen in die Gnade Gottes zurück. „Der Zölibat ist ebenso wenig der Grund für den Priestermangel und das Versagen mancher in dieser charismatischen Lebensform wie die Sakramentalität und die Unauflöslichkeit der Ehe der Grund ist für so viele zerstörte Liebesgemeinschaften von Mann und Frau, die sich doch lebenslang die Treue versprochen haben“, so der Bischof. Für die zehn Diakone, die im nächsten Jahr in der Diözese Regensburg zu Priestern geweiht werden sollen, erbat Bischof Gerhard Ludwig das Gebet der ganzen Kirche. Am Ende seiner Predigt erinnerte er an die Stellungnahme Jesu zum Thema Priestermangel und Priesterberufung: „Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenig Arbeiter: Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden.“

Nach der Predigt leisteten die Weihekandidaten in die Hand des Diözesanbischofs ihr Treueversprechen für Ehrfurcht und Gehorsam gegenüber Bischof Gerhard Ludwig und seinen Nachfolgern. Dabei erklärten sie ihre Bereitschaft zur Weihe, als Diakone in der Kirche Gott und den Menschen zu dienen, den Glauben zu hüten und in Wort und Tat zu verkünden, ehelos zu leben, das Stundengebet der Kirche treu zu beten, den Armen und Kranken beizustehen und nach dem Vorbild Jesu Christi zu leben. Freudestrahlend verfolgten die Angehörigen die Weihehandlung, die mit Handauflegung und Gebet durch Bischof Gerhard Ludwig erfolgte, der den Männern damit die Gabe des Heiligen Geistes für das Diakonenamt übertrug. In den ausdeutenden Riten wurden die neuen Diakone mit Stola und Dalmatik bekleidet. Es folgte die Überreichung des Evangelienbuches, aus dem die Botschaft Jesu Christi verkündigt werden soll. Besiegelt wurde die Aufnahme in das neue Amt mit der Umarmung durch den Bischof und den Priestern.

Die Diakonenweihe empfingen

• Ackermann, Konrad Maria, Heimatpfarrei: St. Peter und Paul, 92715 Püchersreuth
• Dyadychenko, Alexander aus Krasnyi Lutsch (Ukraine), Praktikumspfarrei: St. Johannes, 84130 Dingolfing
• Eckl, Jürgen Josef, Heimatpfarrei: St. Martin, Miltach, 93476 Blaibach
• Golka, David, Heimatpfarrei: St. Franziskus, 93055 Regensburg-Burgweinting
• Heisterkamp, Florian, Heimatpfarrei: Mariä Himmelfahrt, 93098 Mintraching-Wolfskofen
• Kalis, Christian, Heimatpfarrei: St. Konrad, 92637 Weiden
• Pfeffer, Franz, Heimatpfarrei: St. Magdalena, 94447 Plattling
• Buchinger, Fr. Gabriel CP, Heimatpfarrei Hl. Geist, 4800 Attnang (Österreich), Ordensniederlassung während des Praktikums: Passionistenkloster, 92521 Schwarzenfeld

Predigt des Bischofs im Wortlaut