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Zur Neuigkeit
Acht junge Spatzen singen ihm ein Ständchen / Karl Frank: „Dass ich das noch erleben durfte“
Ältester Domspatz feiert 100. Geburtstag
Regensburg, 7.April 2026
Die Domspatzen sind viele Superlative gewöhnt. Aber dass einer von ihnen den 100. Geburtstag begehen kann, das kommt nicht alle Tage vor. Karl Frank, der wohl älteste noch lebende „Ehemalige“ in Regensburg, hat am vergangenen Karfreitag dieses biblische Alter erreicht. Und acht junge Spatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß überraschten ihn bei seiner Geburtstagsfeier mit einem exklusiven kleinen Konzert.
Der am 3. April 1926 in Wörth an der Donau geborene Jubilar kam als Elfjähriger zum Domchor, sang als Bub im Alt, als junger Mann im Bariton und war später für einige Jahre die „rechte Hand“ des legendären Theobald Schrems. Nach seinem Studium von Geschichte, Germanistik und Geographie arbeitete er als Gymnasiallehrer in Regensburg. Heute lebt Karl Frank im Seniorenstift „Albertinum“ in der Clermont-Ferrand-Allee.
Sein Sohn und seine Tochter hatten ebenso dichtgehalten wie die übrige Geburtstagsrunde im dritten Stock des Altenheims, so dass es eine wirkliche Überraschung war, als die Spatzen-Abordnung gegen 17.30 Uhr auftauchte. Domkapellmeister Heiß und die acht jungen Herren kamen direkt von der Feier der Karfreitagsliturgie im Dom. Trotz der fordernden Auftritte in der Karwoche und an Ostern wollten die Spatzen ihrem Senior an seinem Ehrentag unbedingt ein Ständchen bringen. Und sie taten es nach dem Geburtstagskanon „Viel Glück und viel Segen“ mit einem typischen Domspatzen-Potpourri: „Hab oft im Kreise der Lieben“, „Ännchen von Tharau“, „Herzlieb, Herzlieb, zu dir allein“, „Am Brunnen vor dem Tore“. Dass auch die inoffizielle Bayernhymne „Es muss ein Sonntag gwesn sein“ dabei war, verstand sich ebenso wie das abschließende „Happy birthday, lieber Karl, happy birthday to you“.
Die jungen Sänger hatten aber nicht nur Geburtstagswünsche parat, sondern auch Fragen an den Hundertjährigen, wie er seine Domspatzenzeit erlebt hatte. Und so erzählte er denn von den dreißiger und vierziger Jahren, die Jahre des Kriegs und des Nationalsozialismus waren, von der damals strengen Erziehung, von den trotzdem beglückenden Erlebnissen in Liturgie und Konzert. „Ihr könnt von Glück sagen, dass ihr Domspatzen seid“, rief der alte Herr den jungen Tenören und Bässen zu, „denn ihr werdet ein Leben lang davon profitieren“. Karl Frank lobte „das Engagement und die Leidenschaft, die ihr gerade bei eurem Ständchen gezeigt habt“ und fügte schmunzelnd hinzu: „Aber wir haben es genauso gemacht.“
Deshalb war es für den Jubilar besonders bewegend, als er sich in das Sänger-Ensemble einreihen konnte – nicht nur für ein Gruppenfoto, sondern um noch einmal zusammen mit „seinem“ Chor gemeinsam zu singen. Mit glänzenden Augen bedankte er sich anschließend: „Dass ich das noch erleben durfte!“ Und Domkapellmeister Heiß gab den Dank im Namen aller Sänger zurück: „Es war uns eine Ehre.“
Text und Fotos: Karl Birkenseer
(jas)




