News Bild 90 Jahre St. Felix-Klosterkirche - Bischof Rudolf Voderholzer feiert Jubiläum bei Maiandacht

90 Jahre St. Felix-Klosterkirche - Bischof Rudolf Voderholzer feiert Jubiläum bei Maiandacht

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Im Rahmen des diesjährigen dreitägigen St. Felix-Festes wurde auf dem Felixberg ein kleines Jubiläum gefeiert: Seit 90 Jahren existiert das Kloster. Von Freitag bis Sonntag wurde das „Felix-Fest 2016“ gefeiert. Die Maiandacht am Abend feierte Bischof Rudolf Voderholzer mit den Gläubigen. Für Bruder Stanisław Strojecki, Guardian des Konvents, war dies ein Grund zur besondereren Freude. „Dass ich das noch erleben darf“, strahlte er nach dem festlichen Einzug der Geistlichkeit in das Gotteshaus und hieß den Bischof aus Regensburg auch im Namen seiner Mitbrüder herzlich willkommen auf dem Felix-Berg.

 

Der Oberhirte aus Regensburg wusste nicht, was ihn mehr beeindruckte: Die vielen Menschen, die die Andacht mit feierten, das prächtige Gotteshaus oder der herrliche Blick vom Felix-Berg in die Weite der Oberpfalz. Begeistert war er auch von der großen Anzahl an Ministranten – darunter auch Erwachsene. „Es ist Zeit geworden, einmal auf den Felix-Berg zu kommen“, freute sich Bischof Voderholzer. Er überbrachte die Grüße des Bischof Felix von Münster, den er am Namenstag des Hl. Felix bei seiner Aufnahme in die Gemeinschaft des Ritterordens vom Heiligen Grab zu Jerusalem getroffen hatte. „Er würde sich sicher freuen, diese große Glaubensgemeinschaft zu sehen.“

 

Sehnsucht nach dem heiligen Wort

„Ich brauche euch das Leben des Hl. Felix nicht erklären, ihr habt seine Wunder an die Decke und die Wände gemalt“, begann der Bischof seine Predigt. Felix von Cantalice war nicht gebildet, konnte weder lesen noch schreiben, aber er hatte viel „Herzensbildung“. Er kannte die Heilige Schrift so gut, dass sogar Priester Rat bei ihm einholten. Felix hatte Sehnsucht nach dem Heiligen Wort und er lebte danach. Mit Demut übernahm er seine Aufgaben im Orden der Kapuziner: Im 16. Jahrhundert war er 40 Jahre als Almosensammler in Rom unterwegs, um den Lebensunterhalt für den „Bettelorden“ zu erbitten. Er blieb den Menschen in Erinnerung als der „Dank-Sager“, der Mönch, der aus der Danksagung lebte.

 

Auch Schweres dankbar annehmen

Bischof Rudolf gab den Menschen am Felix-Berg ein Ziel für ihr spirituelles Leben mit auf den Weg: „Dankbar zu sein!“ Felix war arm und dennoch froh und dankbar. Wofür haben wir Grund zum Dankbarsein? Dankbar dafür, dass der Herr uns das Leben schenkte, eine so lange Friedenszeit, eine Gemeinschaft. Wir könnten vom Hl. Felix lernen, auch Schweres dankbar anzunehmen, denn diese Erfahrungen bringen uns näher zu uns selbst. Das Wort „Gott sei Dank“ sollte man sehr bedacht in den Mund nehmen, denn es heißt: Dank sei Gott. Auch Eucharistie heißt Danksagung: „Wenn Sie in die Knie gehen, spüren Sie, dass Sie vor Gott in die Knie gehen, um dem Vater Dank zu sagen“, so der Bischof.

 

Die Geschichte der Felix-Kirche

Im Jahr 1712 wurde Bruder Felix heiliggesprochen – im gleichen Jahr, da der Stadtrichter von Neustadt, Christoph Ulrich von Weinzierl, nach Anrufung des hl. Felix von einem gefährlichen Fieber geheilt wurde und den seit 1710 in Neustadt wirkenden Kapuzinern eine Felix-Statue stiftete. Die Verehrung des hl. Felix auf dem „Felixberg“ zog immer größere Kreise, nach zwei kleineren Kirchenbauten wurde die bis heute existierende Wallfahrtskirche 1746 vollendet.

 

Neben der Felix-Statue zeugen Deckenfresken mit Stationen aus dem Leben des hl. Felix von Cantalice von der Verehrung des Kapuzinerheiligen. Wegen der Säkularisation konnte ab 1803 kein reguläres Wallfahrtsgeschehen mehr stattfinden. Eine Wiederbelebung gab es ab 1925/1926 mit dem Einzug der Franziskaner-Minoriten und dem Bau des Klosters. Nach 75 Jahren Arbeit der deutschen Franziskaner-Minoriten übernahmen am 1. August 2000 die Brüder aus der Krakauer Ordensprovinz die Seelsorge an der Wallfahrtskirche. Es gibt einen „Uganda-Kreis”, der die Mission unterstützt, Franziskanische Gebets- und Gesprächskreise, den Kirchenchor St. Felix, einen Gebets- und einen Bibelgesprächskreis sowie eine sehr lebendige Ministrantenarbeit.