News Bild 6. Todestag von Bischof Manfred Müller
6. Todestag von Bischof Manfred Müller

Botschaft der Liebe verbreiten

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Im Jahr 1926 wurde Manfred Müller in Augsburg geboren, 1982 ernannte ihn der damalige Papst Johannes Paul II. zum Bischof von Regensburg, und am 20. Mai 2015 verstarb er mit 88 Jahren an den Folgen eines im Jahr 2014 erlittenen Schlaganfalls. Diesen Donnerstag jährt sich der Todestag von Bischof Manfred Müller zum sechsten Mal. Anlässlich des sechsten Todestages zelebrierte Bischof Rudolf Voderholzer am Sonntag, 16. Mai, ein Pontifikalamt im Regensburger Dom St. Peter. Trotz Abstandsregelung der Corona-Pandemie war der Dom bis in die hinteren Reihen mit Kirchenbesuchern gefüllt. Viele Ehrengäste hatten sich angemeldet, darunter auch die Schwestern des Klosters Mallersdorf.

 

Feuer des Glaubens wirken

Bischof Manfreds Grab liegt in der Bischofsgruft unterhalb des Doms. Der Zugang im Hauptschiff ist jedoch derzeit wegen der Corona-Pandemie gesperrt. Am Ende des Gottesdienstes betete Bischof Rudolf in der Krypta am Grab des Verstorbenen. „Bischof Manfred hat das Licht und das Feuer des Glaubens gewirkt und die Botschaft der Liebe Gottes in die Welt hinausgetragen“, so Bischof Rudolf. Dabei sei das Verbreiten der Botschaft „Gott ist Liebe“ ein apostolischer Auftrag. Der frühen Kirche sei bewusst geworden, dass sie alleine handeln müsse. Dass nicht Jesus sie berufe, sondern dass sie selbst in seinem Namen aktiv werden müsse. Allerdings wähle die Kirche keine Bischöfe, Priester oder Päpste, ohne sie vor Gott bestellt zu haben. Niemand habe das Recht auf ein apostolisches Amt, stattdessen werde man von Gott dazu berufen.

 

12 Apostel – das Fundament des Gottesvolkes

In der Apostelgeschichte (Apg. 1,15) spricht Petrus zu 120 versammelten Menschen darüber, dass sie einen Ersatz für den zwölften Apostel und Verräter Judas wählen müssen. Zur Auswahl standen Josef, auch Barsabbas genannt und den Beinamen Justus tragend, und Matthias. Das Los fiel auf Matthias und er ergänzte den Kreis der elf Apostel. Matthias werde gewählt, obgleich Josef mit seinen Beinamen als wichtiger erachtet werde. Dies liege daran, so Bischof Rudolf, dass Matthias die beiden notwendigen Auswahlkriterien erfüllte: erstens Jesusvertrautheit, d.h. derjenige muss Jesus als Freund gekannt haben, und zweitens das Auferstehungszeugnis.

 

Beginn der Mission der Kirche

Die Apostelgeschichte über die Nachwahl des Matthias führe zu einem wichtigen Moment, so Bischof Rudolf. Auf der einen Seite stehe das Ableben und Ende Jesu, auf der anderen Seite der Beginn der Mission der Kirche. Einerseits das irdische Wirken Jesu, andererseits das Wirken der Kirche. Bischof Rudolf weist darauf hin, dass sich die „120 Versammelten“ in der Apostelgeschichte aus der Multiplikation „12x10“ zusammensetze. Hergeleitet von den zwölf Söhnen Jakobs, welche die zwölf Stammväter Israels bilden. Mit der Berufung seiner zwölf Apostel mache Jesus deutlich, dass er das Gottesvolk auf eine neue Stufe stellen wolle. Jesus nahm es auch in Kauf, dass mit der Berufung von zwölf Menschen ein mögliches Versagen einhergehen könnte. Die zwölf Apostel stehen sinnbildlich für das Fundament des neuen Gottesvolkes, weshalb es auch einen neuen zwölften Apostel brauchte, um die Symbolik nicht zu verlieren. Die Kirche sei ein von Jesus gegründetes Gottesvolk, das auf zwölf Säulen beruhe.

 

6. Todestag Bischof Manfred Müller: Der Regensburger Dom St. Peter war bis in die hinteren Reihen mit Kirchenbesuchern gefüllt.

Der Regensburger Dom St. Peter war bis in die hinteren Reihen mit Kirchenbesuchern gefüllt.