News Bild 50. Weihejubiläum der Kirche St. Martin in Steinberg am See
50. Weihejubiläum der Kirche St. Martin in Steinberg am See

Die Botschaft des Evangeliums in die Herzen tragen

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Steinberg am See, 3. Juli 2022. „Ich erinnere mich noch gut, als ich das erste Mal hier war. Es war ein kurzer Besuch, aber ich war damals schon außerordentlich beeindruckt“, sagte Bischof Rudolf Voderholzer zu Beginn seines Pontifikalgottesdienstes zum 50-Jahr-Jubiläum der Pfarrkirche St. Martin in Steinberg am See. An diesem heißen Sommertag begrüßten zuerst Bürgermeister Harald Bemmerl, die Pfarrgemeinde und die MinistrantenBischof Rudolf mit vielen kirchenfarbenen Blumen. In einem feierlichen Einzug ging man darauf mit den zahlreichen Vereinen, einer Blaskapelle und den Ministranten, begleitet von eindrucksvollen Salutschüssen des Schützenvereins, zur Pfarrkirche St. Martin. Dort wurde die Heilige Messe in Konzelebration mit dem Schwandorfer Dekan Monsignore Hans Amann und Pater Stephen Pokrayil OSH gefeiert.

Weitertragen des Glaubenslichts

„Heute will ich all denen von Herzen danken, die das Licht, dass von den Aposteln auf uns gekommen ist, das Licht des Glaubens, weiterschenken und weitertragen, durch die Verkündigung des Evangeliums“, sagte Bischof Voderholzer. Besonders dankte er Pater Stephen für seinen unermüdlichen Dienst als Pfarrseelsorger in der Pfarrei: „Danke für deine freundliche, gewinnende und liebenswürdige Art.“ Auch Monsignore Amann, der nach dem Tod des früheren Pfarrer Ulrichs 2016 in Steinberg die Administration eine Zeit lang übernommen hatte, dankte der Bischof Rudolf freudig. Der Schwandorfer Dekan wird ab August in Ruhestand gehen. „Vergelt’s Gott für Ihre vielen Dienste, Ihre Verkündigung und für Ihre frohe und überzeugende Art, Christ und Pfarrer zu sein.“ Es sei aber nicht nur die Berufung der Priester, Ordensleute und Bischöfe, das Evangelium weiterzutragen, missionarisch und evangelisierend tätig zu sein, sondern aller getauften und gefirmten Christen. Deswegen danke Bischof Voderholzer mit großer Freude allen Leuten, die sich in den Pfarreien engagieren: dem Pfarrgemeinderat, der Kirchenverwaltung, den Messnern, den Lektoren und Kommunionhelfern, den Ministranten und den Kirchenmusikern. „Vergelt’s Gott, ihr haltet hier alles am Laufen.“ Besonders dankte Bischof Voderholzer den „wichtigsten Missionaren und Evangelisten überhaupt“: den Eltern. „Danke für ihren wertvollen Dienst im Sinne der Hauskirche.“

Bedeutsame Zahl zwölf

In der Predigt war Bischof Voderholzer zunächst auf die 50 Jahre Kirchweihe eingegangen. Vor fast 50 Jahren, am 22. Juli 1972 war die Pfarrkirche in einem feierlichen Akt vom damaligen Regensburger Bischof Rudolf Graber geweiht worden. Der Kirchenaltar wird dabei gesalbt und Weihrauch wird auf ihm verbrannt. „Die Kirche wird wie eine Person behandelt, sie wird gewaschen, getauft und gefirmt.“ Auch werden zwölf Stelen eingelassen, die Apostelsteine. St. Martin ähnelt stark dem Pantheon in Rom. Hier jedoch ist die Decke in zwölf Balken aufgeteilt, unter denen die zwölf vergoldeten Steine angebracht sind. Auch die zwölf Apostelleuchter kann man sehr gut betrachten. Diese beiden Gestaltungselemente einer katholischen Kirche sollen daran erinnern, dass die Kirche aus lebendigen Steinen besteht. „Die Kirche beruht als Glaubensgemeinschaft auf dem Zeugnis der zwölf Apostel, um seinen Tod und seine Auferstehung zu bezeugen und in der Feier der Eucharistie gegenwärtig zu setzen und damit Kirche immer wieder neu aufzubauen.“ Alle Besucher dieser Kirche sind hineingenommen in die Dynamik des apostolischen Weitersagens der Botschaft des Evangeliums, „denn das Feuer, das Licht in unserem Herzen, soll in uns höherspringen und uns selber zu begeisterten Christinnen und Christen machen“.

Im Zeichen des Kreuzes

Im Zeichen des Kreuzes, hat man in der zweiten Lesung des Paulusbriefes an die Gemeinde in Galatien gehört, freut sich die Christenheit über Tod und Auferstehung Jesu Christi. Deswegen sind die angebrachten Apostelsteine in St. Martin in der Form von Kreuzen angebracht. „Freuen Sie sich über diese moderne, aber auch geistlich tiefbedachte Kirche, deren 50. Geburtstag wir heute feiern.“

Geselligkeit und Geschichte

Nach den Festgottesdienst empfingen viele Kindergartenkinder Bischof Rudolf fähnchenschwenkend vor der Kirche und sangen ihm lautstark ein Lied vor. Daraufhin segnete Bischof Voderholzer jedes der Kinder einzeln und überreichte ihnen ein Bischofsbild und einen kleines Bäumchen, um es einzupflanzen. Nach einem geselligen Beisammensein mit der Gemeinde suchte Bischof Voderholzer das Grab des 1985 verstorbenen Pfarrers Michael Gschwendtner auf, der den Bau von St. Martin begonnen hatte. Am Ende ging Bischof Rudolf in das Steinberger Braunkohle- und Heimatmuseum, um mehr über die historische Bergbaugeschichte der Gegend zu erfahren. Simon Doering