News Bild 40 Jahre Bischöfliches Zentralarchiv und Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg

40 Jahre Bischöfliches Zentralarchiv und Bischöfliche Zentralbibliothek Regensburg

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Mit einem Festakt, umrahmt von den Solobläsern des philharmonischen Orchesters Regensburg (Michael Wolf, Klarinette; Karin Ahlbrecht, Horn; Ralf Müller, Fagott) wurde der 40. Geburtstag der Bischöflichen Zentralarchivs und der Bischöflichen Zentralbibliothek gefeiert. Im selben Zuge wurde eine große Ausstellung anlässlich dieses Geburtstags von Diözesanadministrator Prälat und Dompropst Dr. Wilhelm Gegenfurtner eröffnet. Der Diözesanadministrator erklärte, dass er die Entstehung des in einem Haus zusammengefassten Bischöflichen Zentralarchivs und Bischöflichen Zentralbibliothek selbst miterlebt hatte. "Ich war damals am Beginn des neunten Semesters meines Theologiestudiums", erklärte Dr. Gegenfurtner. Er erinnerte sich daran, dass es "viele Diskussionen gegeben hat, ob eine solche Einrichtung notwendig sei". Der damalige Bischof Dr. Rudolf Graber sei jedoch ein sehr aufgeschlossener Mann gewesen. Er habe genau gewusst, dass die Gegenwart nicht verstehbar sei, wenn man der Geschichte nicht genug Aufmerksamkeit schenke. "Ohne Bischof Graber wäre diese Einrichtung nicht möglich gewesen", sagte der Diözesanadministrator. Der Bischof habe damals zwei Institutionen geschaffen, die weit über die Grenzen der Religion und des Bistums hinaus berühmt sein.

Großes Lob brachte der Diözesanadministrator dem Leiter des Bischöflichen Zentralarchivs und der Bischöflichen Zentralbibliothek, Monsignore Dr. Paul Mai, entgegen. Allein die 32 Ausstellungskataloge, sagte Dr. Gegenfurtner, würden zeigen, welche Arbeit hier geleistet werde. Das bischöfliche Zentralarchiv und die Bischöfliche Zentralbibliothek sammelten, bewahrten und erschlössen das kirchliche Kulturgut und die Historie, die sich eng daran anschließe. Am 40. Geburtstag des Bischöflichen Zentralarchivs und der Bischöflichen Zentralbibliothek werde umso deutlicher erkannt, dass dies ein Erbe Bischof Rudolf Grabers sei, "das für uns Verpflichtung ist", sagte der Diözesanadministrator. Noch einmal dankte er Dr. Mai und allen Mitarbeitern. Dann eröffnete er offiziell die Ausstellung.

Dr. Paul Mai erinnerte ebenfalls an die Zeit vor 40 Jahren, als Bischof Graber diesen Bau seiner Bestimmung übergab. "Dr. Rudolf Graber war der Wissenschaft und dem Bibliothekswesen sehr verbunden. Er gilt als der Errichter der Zentralbibliothek", sagte Dr. Mai. Bischof Dr. Graber habe es als Beitrag der katholischen Kirchen zur Unterstützung des Wissenschaftsbetriebes gesehen. Auch der Fort- und Weiterbildung der Geistlichen sollte diese Institution dienen. Dr. Mai erinnerte sich, wie der Platz für den Neubau gefunden worden war und daran, dass auf einem 10.790 Quadratmeter großen Grund ein Bau errichtet wurde mit 8800 Kubikmetern umbauten Raumes. Rund 3 Millionen Mark habe der ganze Bau seinerzeit gekostet. Im Laufe der 40 Jahre haben sich das Zentralarchiv und die Bibliothek immer weiter entwickelt und vergrößert. Verstreute Bestände wurden zusammengeführt. Viele Geistliche, sagte Dr. Mai, hätten mit dazu beigetragen, dass das Archiv und die Bibliothek sich so gut entwickeln konnten. Heute lagerten hier eine halbe Million bibliothekarische Einheiten. "Die Bibliothek kann sich sehen lassen," stellte Dr. Mai fest. Er betonte auch, dass das Bistum schon vor 40 Jahren sehr fortschrittlich agierte und als erstes kirchliches Archiv auch Frauen einstellte. Dies sei in jener Zeit keineswegs üblich gewesen. Regensburg als „rückständiges“ Bistum zu bezeichnen, sei daher, sagte Dr. Paul Mai, völlig unzutreffend. Auch er dankte ganz besonders seinen Mitarbeitern, denn "was geschaffen wurde in 40 Jahren, verdanken wir dem Personal!"

Der Vorsitzende der Bundeskonferenz der kirchlichen Archive in Deutschland, Dr. Peter Pfister, gratulierte zum 40. Geburtstag und konstatierte, dass das Bistum Regensburg als erste bayerische Diözese das Bischöfliche Zentralarchiv und die Bischöfliche Zentralbibliothek unter gemeinsamer Leitung eingerichtet habe. Er wies auf den "Dreiklang kirchlicher Kultur" hin, der aus dem Archiv, der Bibliothek und den Museen bestünde. Besonders die Archive stellten die Orte des Gedächtnisses der Kirche dar. "Beide Institutionen, Zentralarchiv und Zentralbibliothek, haben Anteil am Missionsauftrag und sind ein wesentliches Element der Neujahrsevangelisierung", sagte Dr. Pfister. Seine Gratulation galt all jenen, die dazu bei getragen hätten, diese beiden Einrichtungen in Regensburg so gut voranzubringen.