Bischof firmt Jungen

36 Jugendliche empfangen in Schwarzach Sakrament der Firmung

Ganz schön firm


Schwarzach, den 6. Juni 2026 

Wenn Teenager am Samstagmorgen freiwillig um neun Uhr auf der Matte stehen, bei Wind und Wetter auf den Bogenberg pilgern oder die Feuerwehr nach ihrem „inneren Feuer“ ausquetschen, dann ist in der Pfarrei Sankt Martin wieder Firmvorbereitung angesagt. 

Das Besondere in diesem Jahr: Langweiliger Frontalunterricht war gestern. Unter dem Motto „Begeistert sein“ steuerten 36 Jungen und Mädchen aus Schwarzach und Perasdorf im Landkreis Straubing-Bogen mit großen Schritten auf ihren besonderen Tag zu. Am vergangenen Samstag, den 6. Juni 2026, war es endlich so weit: Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer spendete den Jugendlichen in der vollbesetzten Pfarrkirche Sankt Martin das Sakrament der Firmung.

Action statt Frontalunterricht: Jagd nach dem Siegel

Hauptverantwortlich für das abwechslungsreiche Programm war Pastoralreferent Martin Bartlreiher. Gemeinsam mit seinem engagierten Helferteam – Ehefrau Michaela Bartlreiher und Adrian Aubeck – hielt er die Fäden in der Hand. Zusammen entwarfen sie ein modernes, projektorientiertes Konzept. Ausgerüstet mit einem eigenen Begleitheft sammelten die Jugendlichen fleißig Stempel. Für jede erfolgreiche Teilnahme an den Projekten und Gottesdiensten gab es das begehrte Siegel: „Ganz schön firm“, so das Motto. Ein sichtbares Zeichen dieser intensiven Zeit schmückte lange Zeit auch den Kirchenraum, in dem die Kirche selbst als großes Firmprojekt dargestellt wurde. Passend zum Gemeinschaftsgedanken war es in Form einer großen Kirche gestaltet und von einer kunstvollen Taube mit lodernden Flammen gekrönt – dem Symbol für das Wirken des Heiligen Geistes. Das Herzstück bildeten die Kärtchen der 36 Firmbewerberinnen und Firmbewerber. Mit Fotos und persönlichen Steckbriefen stellten sie sich der Pfarrei vor. Die Symbolik dahinter war bewusst gewählt: Jeder einzelne Firmling ist ein lebendiger und unverzichtbarer Baustein, der diese Kirche ausmacht und mitgestaltet. Am Firmtag selbst waren die Kärtchen der Firmbewerber auf „lodernden Flammen“ aufgeklebt. 

Von Löschschläuchen, Rockmusik und echtem Ausdauer-Glauben

Bereits am 31. Januar durften die Jugendlichen einen ganz besonderen Vorstellungsgottesdienst in der Pfarrkirche Schwarzach aktiv mitgestalten. Die Band „BongGäng“ sorgte dabei mit rockiger Musik für moderne Töne und machte den Gottesdienst zu einem unvergesslichen Erlebnis. Ein absolutes Highlight des Programms war der Besuch bei der Freiwilligen Feuerwehr. Warum gerade die Feuerwehr? Für Gemeindereferent Martin Bartlreiher eine klare Sache: „Weil die Mitglieder der Feuerwehr ihre Freizeit in den Dienst der Allgemeinheit stellen. Sie brennen für ihre Berufung, und es ist wichtig, solche Menschen und ihr Engagement im Rahmen der Firmvorbereitung kennenzulernen.“ Vor Ort ging es spritzig zur Sache: Die Jugendlichen durften die Ausrüstung inspizieren und selbst das Spritzen üben. Doch nicht nur das Wasser lief: Die Feuerwehrleute berichteten eindrucksvoll und persönlich davon, wofür sie im Leben brennen – eine perfekte Brücke zum Heiligen Geist. Ein anderes geplantes Highlight fiel dagegen sprichwörtlich ins Wasser: Die Radlmaiandacht zur Kapelle nach Waltersdorf musste wegen des Wetters abgesagt werden. Das tat der Motivation aber keinen Abbruch. Bei der Jugendwallfahrt zum Bogenberg bewiesen die Firmlinge echte Ausdauer.

Marathon-Tage und soziales Engagement

Auch der kreative und soziale Geist kam nicht zu kurz. Mit viel Liebe bastelten die Jugendlichen Gruß- und Genesungskarten für die Klinik Schwarzach und übergaben diese persönlich, um den Patienten eine Freude zu machen. Beim Eine-Welt-Waren-Verkauf packten die Firmlinge tatkräftig mit an und lernten viel über fairen Handel. Wer noch tiefer in den Glauben eintauchen wollte, nutzte die Gelegenheit für ein besinnliches Taizé-Gebet, unterstützte die Sternsingeraktion oder testete den Dienst am Altar als „Ministrant auf Zeit“. Ein echter Marathon-Tag war der zentrale Firmvorbereitungstag: Von 9 bis 15 Uhr erlebten die Jugendlichen eine actionreiche Schnitzeljagd, gepaart mit spannenden Infos zur Firmung. Dass die Vorbereitung ein voller Erfolg ist, spiegelte auch das Feedback der Familien wider: Bei einer exklusiven Kirchenführung in Sankt Martin, zu der auch die Eltern eingeladen waren, zeigten sich die Erwachsenen restlos begeistert vom Wissen und dem Engagement des Nachwuchses.

Der große Festtag: „Werdet brennende Christen!“

Am Samstag fand die intensive Vorbereitungszeit nun ihren feierlichen Höhepunkt. In der vollbesetzten Pfarrkirche Sankt Martin spendete Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer den 36 Jugendlichen das Sakrament der Firmung. Pfarrer Hans-Jürgen Koller begrüßte alle Anwesenden, darunter Pater Robert und Ruhestandspfarrer Hans Trimpl als Konzelebranten, insbesondere aber den Diözesanbischof. 

In seiner Festpredigt ermutigte der Bischof die Firmlinge, den Heiligen Geist als treuen Begleiter und Beistand für ihr ganzes Leben zu sehen: „Gott ist an den schönen Tagen eures Lebens bei euch, aber ganz besonders auch in den schweren Zeiten.“ Jeder sei einzigartig, solle seine Gaben und Talente nutzen. Das wichtigste Geschenk sei die Gabe des Heiligen Geistes, die Kraft zur Unterscheidung, zur Liebe, zur Erleuchtung, zur Selbsterkenntnis und zur Selbstannahme schenkt. Das zweite wichtige Geschenk seien die Paten, die mithelfen, dass aus den jungen Menschen erwachsene Geschwister im Glauben werden. Abschließend ermutigte er auch die Eltern, den Kindern weiterhin im Glauben voranzugehen, bevor er jeden einzelnen Jugendlichen mit seinem Namen ansprach und mit dem Heiligen Chrisamöl salbte und somit firmte.

Teil der hervorragenden Firmvorbereitung von Gemeindereferent Martin Bartlreiher und seinem Team war auch, dass die jungen Christen aktiv in den Lektorendienst integriert waren, mit Informationen auf die Firmspendung hinwiesen und am Ende ein herzliches „Vergelts Gott“ an Bischof Rudolf sprachen. Bei den Fürbitten traten sie gemeinsam mit Pfarrgemeinde, Eltern und Paten als Brückenbauer auf.  Musikalisch wurde die Liturgiefeier vom Frauenchor des Sankt-Michael-Gymnasiums Metten unter der Leitung von Musiklehrer Christoph Liebl sehr ansprechend gestaltet, kräftig unterstützt von den Mettener Stiftsbläsern. Als Organist war Regionalkantor Pius Schuhbaum an der Orgel aktiv und sorgte für den passenden feierlichen Rahmen.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer 
(jas)



Nachrichten