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Zur Neuigkeit
30 junge Christen empfangen in Harrling heiliges Sakrament der Firmung
„Baustelle Leben“
Harrling, 10. Juni 2026
Die St. Bartholomäus-Kirche in Harrling hätte für eine Firmung kaum passender sein können: Das Altarbild zeigt das Pfingstereignis – und damit genau jenen Heiligen Geist, dessen Gabe dreißig Jugendliche aus der Pfarrei Harrling-Zandt-Altrandsberg am vergangenen Mittwoch durch den Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer empfingen. „Das ist die perfekte Firm-Kirche!“, sagte er sichtlich erfreut. Zusammen mit Pater Joseph Santhappan und Pfarrvikar Matthias Tang zelebrierte der Diözesanbischof den Festgottesdienst, der musikalisch vom Kirchenchor unter der Leitung von Sepp Meindl gestaltet wurde.
Pater Joseph blickte in seiner Begrüßung auf die lange Zeit der Vorbereitung auf diesen Tag zurück. Sie stand unter dem Motto „Baustelle Leben“ und genau wie jedes Bauwerk ein solides Fundament benötige, brauche man auch im Leben eines. Das Fundament der Christen sei Jesus Christus selbst, der sie begleite, ihnen Orientierung gebe, Kraft und Zuversicht schenke, auch wenn das Leben nicht immer geradlinig verlaufe.
Bischof Rudolf Voderholzer dankte für die freundliche Begrüßung und erinnerte sich an zwei frühere Besuche in den Jahren 2017 und 2024 in der Pfarrei. Er hieß besonders die aufgeregten Firmkinder willkommen, die von ihren Paten und Familien begleitet wurden. Er lenkte die Blicke auf die roten Messgewänder, die obligatorisch für die Feier der Firmung seien. Dies sei ein sicheres Bekenntnis zum Heiligen Geist.
Heiliger Geist hilft, Begabungen und Talente zu erkennen
Mit der Farbe Rot könne man eine Vielzahl an symbolischen Bedeutungen in Verbindung bringen. Da sei einerseits das Licht des Glaubens, das der Heilige Geist im Menschen entzünde, so der Bischof. Dieses Licht öffne die Augen für die Schöpfung Gottes. Sie sei dem Menschen anvertraut, damit er sie hüte, schütze und an kommende Generationen weitergebe. Diese Gabe mache sensibel für Gottes Schöpfung, für die Mitmenschen und für die eigenen Talente. Das Licht der Erkenntnis helfe, die vielen Entscheidungen, die man im Leben treffen müsse, richtig zu wählen. Es helfe beim Erkennen der eigenen Begabungen und Talente. „Keiner von uns kann alles. Und keiner kann nichts!“, so Bischof Rudolf, aber jeder einzelne sei ein kostbares Individuum, bekräftigte der Diözesanbischof. Jeder der Firmlinge werde - mit dem Heiligen Geist gestärkt - seine besonderen Stärken und Fähigkeiten erkennen und für sein weiteres Leben fruchtbar einsetzen können.
„Bleibt mit dem Heiligen Geist im Gespräch“
Auch die Liebe verbinde man mit der Farbe Rot. Liebe und Empathie seien Kräfte, die sehr gut auch beim Wechsel der Perspektive helfen. Nicht die Frage „Was habe ich davon?“, sondern „Wie geht es dem anderen damit?“ sei entscheidend. Der Heilige Geist sei die Kraft der Gemeinschaft, des Zueinanderstehens. Auch in Bezug auf die Herausforderungen der Gegenwart, wie beispielsweise der künstlichen Intelligenz, ebenso der Umgang mit Smartphone und Internet. Der Geist Gottes helfe, die richtigen Entscheidungen zu treffen. Künstliche Intelligenz solle man nicht verteufeln, sondern dort nutzen, wo sie hilfreich sei. Dabei dürfe jedoch die natürliche Intelligenz nicht in den Hintergrund geraten. Es sei wichtig, zu erkennen, wo nur noch eine Gemeinschaft vorgegaukelt werde. Die echten Gemeinschaften fänden im realen Leben statt und müssten auch gepflegt werden. Im Verein, beim Sport, in der Kirche, ganz ohne Handy und dort, wo man seine eigenen Fähigkeiten sinnvoll einsetzen könne. „Bleibt mit dem Heiligen Geist im Gespräch, jeden Tag, früh und abends – man nennt es Beten. Sprecht mit ihm! Jederzeit!“, ermunterte er.
„Sei besiegelt durch die Gabe Gottes, den heiligen Geist“, das hörte dann auch jedes der dreißig Mädchen und Jungen, als der Diözesanbischof ihm bei der anschließenden Firmspendung das Kreuz mit Chrisamöl auf die Stirn zeichnete. Die Paten, die wortwörtlich an diesem Tag hinter ihren Firmkindern standen, bat er, ihnen im Glauben wie im Leben ein gutes Vorbild zu sein, sie zu motivieren und sie ins Erwachsenwerden hineinzubegleiten. Die jungen Leute gestalteten ihren Festgottesdienst mit eigenen Wortbeiträgen aktiv mit und gaben so öffentlich Zeugnis ihres Glaubens.
Am Ende des Firmgottesdienstes dankte der Sprecher des Pfarrgemeinderates, Michael Vielreicher, dem Bischof, dass „der Chef persönlich in so eine kleine Pfarrei zur Firmung kommt!“. Dies sei ein großes Geschenk, ebenso die ermutigenden und wertschätzenden Worte an die Firmlinge. Mit Applaus bekräftigten die Gottesdienstbesucher den Dank. Vielreicher überreichte dem Bischof ein kleines Geschenk zur Erinnerung – als Zeichen der Wertschätzung für einen Festtag, der den Firmlingen und der ganzen Pfarrei in Erinnerung bleiben dürfte.
Text und Fotos: Christine Löffler
(jas)








