gruppenfoto mit bruderschaft und weihbischof josef graf

275-jähriges Bestehen der Isidor- und Notburga-Bruderschaft Aholfing mit Weihbischof Dr. Josef Graf

Schutz für Vieh und Feldfrüchte


Aholfing, 20. Oktober 2025 

Ein ganz besonderes Jubiläum feierte die Pfarrgemeinde St. Lukas in Aholfing im Oktober 2025: Das 275-jährige Bestehen der Isidor- und Notburga-Bruderschaft, die mit ihren 80 Mitgliedern eine tief verwurzelte Tradition in der Region pflegt. Der Höhepunkt der Feierlichkeiten war ein festlicher Pontifikalgottesdienst, den Weihbischof Dr. Josef Graf in der Pfarrkirche St. Lukas zelebrierte.

An der Feier nahmen zahlreiche Ehrengäste teil, darunter Bürgermeister Johann Busl sowie Vertreter der Ortsvereine aus Aholfing und Niedermotzing, die mit ihren Fahnen die Bedeutung des Jubiläums unterstrichen. Besonders zahlreich vertreten waren die Mitglieder der Bruderschaft, die das 275-jährige Bestehen ihres Vereins gemeinsam mit den Gästen feierten.

Festlicher Gottesdienst und herzliche Begrüßung

Nach dem feierlichen Einzug von Weihbischof Dr. Josef Graf, Pfarrer P. John Joseph, Diakon Rupert Loichinger und dem liturgischen Dienst in die festlich geschmückte Pfarrkirche, richtete Pfarrer P. John Joseph herzliche Worte der Begrüßung an die versammelte Gemeinde. In seiner Ansprache betonte Weihbischof Josef, dass er sich besonders über die Einladung freute, da er selbst in einer ländlichen Gemeinde aufgewachsen sei und daher die Sorgen und Nöte der Bauernfamilien sehr gut kenne. Er lobte das lebendige Bild, das die Gemeinde durch die Teilnahme der Ortsvereine, den vielen Ministranten und den eigenen Kirchenchor präsentiere. Der Kirchenchor, unter der Leitung von Organist Maurice Sander, sorgte für den musikalischen Rahmen der Liturgiefeier.

Blick auf die Geschichte der Bruderschaft

In seiner Predigt ging Weihbischof Graf auf die 275-jährige Geschichte der Isidor- und Notburga-Bruderschaft ein und erinnerte an die Gründung zu Ehren der beiden Bauernheiligen Isidor und Notburga. Diese Heiligen, die für den Schutz des Viehs und der Feldfrüchte angerufen wurden, hätten trotz ihres intensiven Arbeitens auf den Feldern stets Gott und ihren Mitmenschen nicht vergessen. Weihbischof Graf zog einen Bogen zur Tageslesung und dem Evangelium, in denen es um Bitten und Danken geht. Auch heute gebe es immer wieder Anlässe für Bitten, aber auch für Dankbarkeit.

Der Bischof stellte fest, dass die Sorgen der Bauern, wie die Wetterabhängigkeit, Naturkatastrophen oder die zunehmende Erderwärmung, auch heute noch sehr präsent seien. Besonders in Aholfing seien auch Hochwasserprobleme durch die Donau ein immer wiederkehrendes Thema. In diesem Zusammenhang erinnerte Weihbischof Graf an die bedeutende Umweltenzyklika „Laudato si“ von Papst Franziskus, in der er die Sorge um das „gemeinsame Haus“ betont und die Verantwortung des Menschen für die Schöpfung unterstreicht.

Die Perspektive des Glaubens bewahren

Bischof Graf mahnte jedoch, dass der Mensch trotz der irdischen Sorgen und Herausforderungen nicht die „vertikale Perspektive“ verlieren sollte – die Sorge um das ewige Heil. Diese Perspektive, die auch in den Gebeten und Regeln der Bruderschaft zum Ausdruck kommt, sei wichtig. Der Weihbischof erinnerte an eine gängige Redewendung seiner Kindheit, bei der man zu einem Glückwunsch zum Namenstag sagte: „Ich wünsche dir, dass du gesund bleibst, lange lebst und in den Himmel kommst!“ Heute sei jedoch der Blick vieler Menschen weitgehend auf das irdische Leben gerichtet, sodass die Aussicht auf das „Himmlische“ oft verloren gegangen sei. Er hoffe, dass die Bruderschaft in Aholfing diese Perspektive weiterhin bewahre und die Mitglieder vertrauensvoll zu Gott beten – nicht nur für die zeitlichen Nöte, sondern auch für das ewige Heil.

Neuzugänge und die Aufnahme von Weihbischof Graf in die Bruderschaft

Ein weiterer Höhepunkt des Gottesdienstes war die Aufnahme von 18 neuen Mitgliedern in die Bruderschaft, unter denen sich auch Weihbischof Dr. Josef Graf befand. Besonders erfreut zeigte sich der Weihbischof, dass auch junge Menschen in den Verein aufgenommen wurden, um die Tradition und das Gemeinschaftsgefühl lebendig zu erhalten.

Im Anschluss an den Gottesdienst, der durch die Eucharistiefeier gemeinsam mit Pfarrer P. John Joseph und Diakon Rupert Loichinger geprägt wurde, lud die Bruderschaft zu einem gemeinsamen Mittagessen im Wirtshaus Leonhardt in Atting ein. Der Pfarrgemeinderat, unter der Leitung von Sprecherin Agathe Gerischer, hatte dieses festliche Beisammensein hervorragend organisiert.

Ein Tag der Gemeinschaft und des Glaubens

Das 275-jährige Jubiläum der Isidor- und Notburga-Bruderschaft war ein würdiger Anlass, auf die lange Geschichte und die tiefe Verwurzelung des Vereins in der Region zurückzublicken. Die Feierlichkeiten stärkten die Gemeinschaft der Mitglieder und erinnerten daran, dass der Glaube an Gott und die Verantwortung für die Schöpfung auch heute noch von großer Bedeutung sind.

Text und Fotos: Irmgard Hilmer
(jas)



Nachrichten