Die Familiaren mit Hochmeister Frank Bayard und Sängern der Domspatzen | © Dr. Alexandra Koch

25 Jahre Deutschordens-Komturei „An der Donau“

Helfen und Heilen


Regensburg, 8. Juni 2026

Für die Mitglieder der Deutsch-Ordens Komturei „An der Donau“ war dieser Tag von geschichtlicher Bedeutung. Zum 25. Gründungstag ihrer eigenständigen Niederlassung der Familiaren – Komturei genannt – kam eigens hoher Besuch aus Wien, der 66. Hochmeister des Deutschen Ordens, General-Abt Pater Frank Bayard MBA OT. Mit ihm feierte der Geistliche Beirat der Komturei, Weihbischof Dr. Josef Graf, Stadtpfarrer Roman Gerl und der Kemnather Pfarrvikar Dr. Eugen Yurchenko die Heilige Messe.

Aus Passau war die Oberin des dortigen Schwesternkonventes, Generalassistentin Sr. Maria-Franziska Meier OT, angereist. Auch kirchenmusikalisch wurde man dem festlichen Ereignis gerecht, unter der Leitung von Dr. Markus Eberhardt, Rektor der Gisela-Schule in Passau, an der Orgel sowie der Komturei-Schola, Männerstimmen der Domspatzen unter Leitung von Valentin Koch, war diese Festmesse auch musikalisch ein Fest.

Der Gründungs-Komtur Abteilungsdirektor i.R. Jürgen Schörnig, der der Komturei von 2001 bis 2016 vorstand, berichte in seinem Festvortrag von der Gründung der Komturei „An der Donau“ per hochmeisterlichem Dekret vom 1. Juni 2001. Damals waren die Territorien der Familiaren in Bayern neustrukturiert worden, da die Mitgliederzahl stetig anwuchs. Heute gibt es im Freistaat Bayern die Komtureien „An der Donau“ (Bistum Regensburg und Passau), „Franken“ (Erzbistum Bamberg und Bistum Würzburg) sowie „An Isar, Lech und Donau“ (Erzbistum München-Freising, Augsburg und Eichstätt).

 

Regensburg: eine alte Deutschordensstadt

Im Jahre 1190 war der Deutsche Orden, mit vollem Namen Orden der Brüder vom Deutschen Hospital Sankt Mariens in Jerusalem, als Hospitalbruderschaft im Heiligen Land zur Versorgung der Pilger gegründet worden, die sich bald in einen Ritterorden umwandelten. Bereits seit 1210 ist der Orden in Regensburg vertreten mit seiner Niederlassung, Kommende genannt, am heutigen Ägidienplatz. „Im Zuge der Säkularisation wurde diese Kommende zweigeteilt“, erklärt Komtur Dr. Koch, „Der ehemalige Verwaltungsbau gehört heute zur Regierung der Oberpfalz, während die frühere Spitalkirche mit den dazugehörigen Nebengebäuden heute im Eigentum des Domkapitels steht. In dieser geschichtsträchtigen Umgebung engagieren sich die Familiaren des Deutschen Ordens bis heute und betreiben dort das Altenheim St. Ägid“. 

Die Brüder des Deutschen Ordens, erster Ordenszweig, wirken im Altenheim Maria Karmel im Stadtosten. „Dankbarkeit gilt allen, die die Komturei seit ihrer Errichtung getragen, begleitet und mit Leben erfüllt haben. Beständigkeit zeigt sich in der langen Geschichte des Deutschen Ordens in Regensburg. Verantwortung erwächst aus dem Auftrag, diese Tradition auch künftig im Geist christlicher Nächstenliebe und im Dienst an den Menschen fortzuführen“, führte Komtur Dr. Koch aus.

Wer ist wer im Deutschen Orden?

An der Spitze des Ordens steht seit 2018 der gebürtige Saarländer Pater MMag. Dipl.-BW (FH) Frank Bayard MBA OT, 66. Hochmeister und General-Abt. Er steht den drei Zweigen des Ordens vor: Die Patres und Brüder wirken in sechs Ländern Europas, in der Deutschen Brüderprovinz haben sie Konvente in Weyarn, Frankfurt-Sachsenhausen und Maria Birnbaum. Den zweiten Zweig bilden die Schwestern, tätig in drei Ländern, in Deutschland leiten sie in Passau u.a. die Fachakademie für Sozialpädagogik. Der dritten Zweig sind die Familiaren (FamOT abgekürzt), die zwar schon ein mittelalterliches Vorbild haben, aber im Zuge des Zweiten Vatikanischen Konzils durch Approbation durch Papst Paul VI. am 22. September 1965 neue geschaffen wurden. Ihnen gehören meist Weltchristen an, die in ihren jeweiligen Tätigkeitsfeldern das Charisma des Ordens, „Helfen und Heilen“ verwirklichen.

Familiare gibt es in Deutschland, Österreich, Tschechien, Belgien und Italien. Die Deutsche Familiaren-Ballei umfasst neun Komtureien, drei davon in Bayern. Meist orientieren sich die Territorien nach den Bistumsgrenzen. Unter den Familiaren gibt es noch die Ehrenritter, bekannte Vertreter der Vergangenheit waren Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer oder Europa-Politiker Dr. Otto von Habsburg MdEP. Aktuell hat der Deutsche Orden neun Ehrenritter, darunter die Erz-/Bischöfe von Wien, Hamburg, Mainz und Regensburg, in der Person von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer. Die Regensburger Komturei hat insgesamt 55 Familiaren und ist damit die zweitgrößte der Ballei Deutschland.

Dankbare Ehrung und dankbares Erinnern

Neben dem großen Dank, der in jeder Eucharistiefeier ausgesprochen wird, gab es noch gleich zwei Momente des Dankens in diesem Festgottesdienst. Hochmeister Frank Bayard OT zeichnete Familiaren Hans Pschorn, ehemaligen Geschäftsführer der Handwerkskammer Niederbayern-Oberpfalz, mit dem Verdienstkreuz des Deutschen Ordens aus. „Gewürdigt wird damit sein besonderes Engagement im Zusammenhang mit der Neustrukturierung des Ordenshauses“, so sein Nachfolger Komtur Dr. Thomas Koch, „Die Auszeichnung macht deutlich, wie sehr das heutige Wirken der Komturei auch von Menschen getragen wird, die sich mit Sachverstand, persönlichem Einsatz und Verbundenheit für die Entwicklung des Ordensstandortes eingebracht haben“. 

Text: Carl B. Prämaßing

(sig)



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