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1.400 Sternsinger in Weiden

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„Von Haus zu Haus zu gehen, das macht einfach großen Spaß. Und die Menschen freuen sich auch immer, wenn wir kommen“, erzählt der 11-jährige Martin strahlend in seinem bunten Umhang. Auf seinem Kopf trägt er eine mit bunten Glassteinen reich verzierte Krone. Katharina ist schon 14 Jahre alt und erklärt: „Sonst machen ja meistens alles die Erwachsenen. Beim Sternsingen können wir Jugendlichen auch etwas Wichtiges beitragen. Denn wir sammeln für Kinder, denen es schlechter geht als uns hier in Deutschland!“ Der Erfolg gibt ihr Recht, denn bei der letzten Sternsingeraktion haben die Mädchen und Buben im Bistum Regensburg über 1,7 Millionen Euro zusammengetragen. Auf Bundesebene sammelten die Kinder und Jugendlichen insgesamt 41,8 Millionen Euro.

Zur großen Eröffnung der Sternsingeraktion im Bistum Regensburg in Weiden in der Oberpfalz waren rund 1.400 junge Sternsinger aus der gesamten Diözese gekommen, um zusammen mit Bischof Gerhard Ludwig Müller in der Pfarrkirche St. Josef eine Andacht zu feiern. Der Regensburger Oberhirte ließ es sich nicht nehmen, jeden Sternsinger persönlich mit Handschlag am Eingang des Gotteshauses zu begrüßen. Zuvor waren die bunt kostümierten Mädchen und Buben in einem nicht enden wollenden Pilgerzug von der Mehrzweckhalle Weiden zu der beeindruckenden Jugendstil-Kirche gezogen. Dort hatten sie sich nach ihrer Ankunft geschminkt und umgezogen.

In seiner Ansprache, verwies der Bischof auf das diesjährige Beispielsland Nicaragua. Durch einen Bürgerkrieg hätten sich auf beiden Seiten viele Menschen umgebracht. Kindergärten, Schulen und Ausbildungsstätten seien zerstört worden. Gleichzeitig hätten die Menschen zu wenig zu essen. Die Kinder und Jugendlichen hätten dort keine Möglichkeit der Förderung mehr, ohne die man im Leben nicht bestehen könne: „Ihr alle seid schon alt genug, um zu verstehen, was in unserer Welt oft falsch läuft. Und Ihr könnt Euch aktiv einsetzen, um dagegen etwas zu unternehmen. Haltet nicht den Mund, erhebt Eure Stimmen und klopft an die Türen in Euren Gemeinden, um Geld für die Bedürftigen zu sammeln. Ihr seid unterwegs im Auftrag von Jesus Christus!“, ermutigte Bischof Gerhard Ludwig Müller die jungen Gläubigen und betonte, dass die Christen nie nur an sich selber denken, sondern ihre Liebe an ihre Nächsten weitergäben. Zum Abschluss dankte der Regensburger Oberhirte mit einem herzlichen „Vergelt’s Gott“ allen Mädchen und Buben für ihre weite Anreise und für ihren Dienst als Sternsinger. Sein Dank galt auch allen Eltern und Verwandten, die die Kostüme für ihre Kinder angefertigt hatten. Nach dem Schlusssegen zogen die jungen Sternsinger durch die Altstadt von Weiden zurück zur Ausgangshalle. Dort wartete bereits ein warmer Tee und eine kleine Brotzeit auf sie.

„Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“
Zum 54. Mal werden rund um den 6. Januar 2012 bundesweit die Sternsinger unterwegs sein. „Klopft an Türen, pocht auf Rechte!“ heißt das Leitwort der diesmaligen Aktion Dreikönigssingen, bei der in allen 27 deutschen Bistümern wieder 500.000 Mädchen und Jungen in den Gewändern der Heiligen Drei Könige von Tür zu Tür ziehen werden. Nach dem Weihnachtsfest startet ihre Aktion, in manchen Gemeinden sind sie bis in die zweite Januarwoche unterwegs. Mit ihrem aktuellen Motto machen die Sternsinger gemeinsam mit den Trägern der Aktion – dem Kindermissionswerk „Die Sternsinger“ und dem Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) – deutlich, dass die Rechte von Kindern überall auf der Welt geachtet und unterstützt werden müssen. Die Mädchen und Jungen setzen sich dafür ein, dass Erwachsene und Politiker ihre Rechte und die der Gleichaltrigen in aller Welt schützen. Denn Armut und Gewalt sind massive Verletzungen der Kinderrechte, Gesundheitsversorgung und Bildung müssen selbstverständlich sein. Das Beispielsland der Aktion in 2012 ist Nicaragua.