News Bild 10 Jahre „Papst-Benedikt-Orgel“ in der Alten Kapelle (Regensburg): Bischof Rudolf Voderholzer feierte Pontifikalvesper

10 Jahre „Papst-Benedikt-Orgel“ in der Alten Kapelle (Regensburg): Bischof Rudolf Voderholzer feierte Pontifikalvesper

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Vor genau zehn Jahren wurde die „Welthauptstadt der Kirchenmusik" (Franz Liszt über Regensburg) um eine kirchenmusikalische Attraktion reicher. Denn während seines Besuchs 2006 in Regensburg tat Papst Benedikt XVI. etwas, dass es so in der immerhin seit über 2000 Jahre andauernden Kirchengeschichte noch nicht gab: Er weihte in der Alten Kapelle in Regensburg eine Orgel, die seitdem nicht nur seinen Namen trägt sondern außerdem als einzige Orgel der Welt gelten darf, die jemals von einem Papst geweiht worden ist. Grund genug, um am 10. Jahrestag der Orgelweihe (13. September) eine feierliche Pontifikalvesper zu begehen, deren Hauptzelebrant Bischof Rudolf Voderholzer war.

 

„Die Kirche verwandelt die Welt durch ihre Heiligen und ihre Kunst“

So war denn auch die Alte Kapelle bis auf den letzten Platz gefüllt, als der Regensburger Oberhirte die Pontifikalvesper mit dem obligatorischen Ausruf „Oh Gott, komm mir zu Hilfe… Herr, eile mir zu helfen.“ (Psalm 70,2) eröffnete. Bischof Rudolf und die anwesenden Gläubigen beteten gemeinsam mit dem Domkapitel, dem Kollegiatsstift der Alten Kapelle sowie Ehrengästen wie dem Papstbruder und früheren Domkapellmeister Georg Ratzinger. Untermalt wurde das Gebet durch den gemeinsamen Gesang von Chor und Gläubigen sowie - selbstverständlich - durch den einmaligen Klang der „Papst- Benedikt-Orgel“, an der Stiftskapellmeister Wolfgang Hörlin saß.

In seiner Homilie erinnerte Bischof Voderholzer nicht nur an die Orgelweihe durch Papst Benedikt XVI. am 13. September 2006, sondern stellte noch einmal dessen Liebe zu Liturgie, Kunst und Kirchenmusik heraus. Voderholzer, der seit 2008 das „Institut Papst Benedikt XVI.“ als Direktor leitet, welches mit der Herausgabe der „Gesammelten Schriften“ von Joseph Ratzinger/Papst Benedikt XVI. beauftragt ist, erinnerte daran, dass auf Wunsch des emeritierten Papstes als erster programmatischer Band der „Gesammelten Schriften“ dessen Schriften zur Liturgie und Kirchenmusik („Theologie der Liturgie – die sakramentale Begründung christlicher Existenz (Band 11 JRGS, 4. Auflage 2014)) veröffentlicht wurden. Papst Benedikt XVI. habe, so Bischof Rudolf, immer nach der Weisung aus der Regel des hl. Benedikt von Nursia gelebt, dass dem Gottesdienst „nichts vorzuziehen“ sei. (vgl. Regula Benedicti, cap. 43) Deshalb habe Benedikt XVI. als liturgisch tief geprägter Mensch, so der Regensburger Oberhirte, die Orgelweihe in der Alten Kapelle an seinem eigentlich „freien Tag“ in Regensburg sicherlich nicht als Arbeitszeit, sondern als „Ausflug unter anderen Bedingungen“ empfunden.

Bischof Rudolf unterstrich die große Bedeutung, die Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. der Liturgie sowie der kirchlichen Musik und Kunst bei der Weitergabe des Glaubens dadurch beimisst, indem er eine längere Passage aus dessen Buch „Zur Lage des Glaubens“ (erstmals 1985 erschienen) zitierte: „Die einzig wirklich Apologie des Christentums kann sich auf zwei Argumente beschränken: die Heiligen, die die Kirche hervorgebracht hat, und die Kunst, die in ihrem Schoß gewachsen ist. Der Herr ist durch die Großartigkeit der Heiligkeit und der Kunst, die in der gläubigen Gemeinde entstanden sind, eher beglaubigt als durch die gescheiten Ausflüchte, die die Apologetik zur Rechtfertigung der dunklen Seiten erarbeitet hat, an denen die menschliche Geschichte der Kirche leider so reich ist. Wenn die Kirche weiterhin die Welt verwandeln und menschlicher machen soll, wie kann sie in ihrer Liturgie auf die Schönheit verzichten, die mit der Liebe und mit dem Glanz der Auferstehung eng verbunden ist?“ (S. 133)

 

Dank an das Stiftskollegium der Alten Kapelle sowie Georg Ratzinger

Der Regensburger Oberhirte schloss sich den Worten des nunmehr emeritierten Papstes an und betonte, dass in der Tat Heilige wie die vor kurzem kanonisierte Mutter Teresa die Wahrheit und Schönheit des christlichen Glaubens plausibler machen könnten als noch so gelehrsame Bücher und Traktate. Gleichzeitig lobte er das große Engagement des Stiftskollegium zur Pflege der Liturgie, Kirchenmusik und Kunstschätze in der Alten Kapelle sowie der kürzlich renovierten Stadtkirche St. Kassian. Hierdurch würden Menschen, die sich entschließen, diese Kirchen besichtigen, „von Besuchern zu Betern“, so Bischof Rudolf – und Papst Benedikt in seinen Wünschen zur Vermittlung und Weitergabe des christlichen Glaubens unterstützt. Ebenso bedankte er sich bei dem früheren Domkapellmeister und Papstbruder Georg Ratzinger für dessen langjähriges Wirken und versicherte ihm und dessen Bruder das Gebet der versammelten Gläubigen.

Bischof Rudolf beendete seine Predigt mit einem Zitat aus der Predigt Benedikts XVI. (die sie hier noch einmal komplett nachlesen können) bei der Orgelweihe in der Alten Kapelle vor 10 Jahren: „Mögen alle Besucher dieser herrlichen Basilika von der Pracht dieses Bauwerkes über die Liturgie mit dem Wohlklang der neuen Orgel und dem festlichen Gesang zur Freude am Glauben geführt werden. Das ist mein Wunsch am Tag der Einweihung dieser neuen Orgel.“