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Durch das Kirchenjahr

Tage der Erwartung

  • 28.
    November
    2021
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… mit Benedikt

 

Erster Adventssonntag C – Jeremia 33,14-16

14Siehe, Tage kommen – Spruch des HERRN – da erfülle ich das Heilswort, das ich über das Haus Israel und über das Haus Juda gesprochen habe. 15In jenen Tagen und zu jener Zeit werde ich für David einen gerechten Spross aufsprießen lassen. Es wird Recht und Gerechtigkeit wirken im Land. 16In jenen Tagen wird Juda gerettet werden, Jerusalem kann in Sicherheit wohnen. Man wird ihm den Namen geben: Der HERR ist unsere Gerechtigkeit.“ – Jeremia 33,14-16

Der Advent gilt uns als die große Vorbereitungszeit auf das Hochfest der Geburt Jesu – auf Weihnachten. Und das ist auch richtig: Advent bedeutet – aus dem Lateinischen übersetzt – „Ankunft“. Gleichzeitig zeigen uns auch gerade die Schriftlesungen, die die Kirche für die erste Zeit des Advents vorsieht, dass es nicht nur um die Geburt Jesu in Betlehem vor zweitausend Jahren geht. Das zeigen schon die Schrifttexte aus dem Evangelium, sie handeln nicht nur von der Geburt Jesu oder den Geschehnissen kurz zuvor. Sie nehmen vielmehr das Ende der Welt in den Blick. Es geht nicht nur um die Ankunft Jesu in Betlehem, es geht auch um die Ankunft Jesu am Ende der Zeiten.

Auch die Schriftlesungen aus dem Alten Testament weisen auf diese Blickrichtung hin: Immer wieder erheben Propheten in diesen Adventswochen ihre Stimme. So auch an diesem ersten Adventssonntag: Der Prophet Jeremia spricht von den Tagen, in denen sich das Heilswort Gottes erfüllen wird; von Tagen, in denen Recht und Gerechtigkeit herrschen werden. Ein Blick in unsere Welt zeigt uns, dass diese Worte noch Verheißung bleiben. An wie vielen Orten, in wie vielen Ländern, in wie vielen Familien herrschen noch immer Unrecht und Ungerechtigkeit? Wie weit sind wir noch entfernt von jenem Idealzustand, von dem der Prophet Jeremia spricht? Ein Blick in die Gegenwart zeigt uns, wie drängend die prophetischen Worte über Jahrtauende geblieben sind.

Der Advent ist eine Zeit, in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zusammenkommen. Die Gegenwart zeigt uns, wie unvollkommen nicht nur die Welt um uns herum ist, sondern wie unvollkommen wir selbst noch sind. Das schärft unseren Blick in die Zukunft, auf den letzten Tag aller Zeiten, wenn Christus wiederkommen wird, um diese Welt endgültig in die Hände des Vaters zurückzuholen. Aber dieser Blick – und das ist die Hoffnung von uns Christen – ist nicht nur ängstlich und verzagt, er ist voller freudiger Erwartung. Darin bestärkt uns der Blick in die Vergangenheit: In die Vergangenheit, in der Menschen wie der Prophet Jeremia ihren und unseren Gott als heilbringend erfuhren; in die Vergangenheit aber auch, in der Christus Mensch geworden ist.

Der Advent ist eine Zeit der Erwartung. Wir warten auf die Ankunft Jesu – im Stall von Bethlehem, aber auch auf seine Wiederkunft am Ende der Zeiten. Die Wochen hin bis Weihnachten sollen eine Zeit der Vorbereitung sein auf diese große Wiederkunft Jesu. Sie können eine Zeit kritischer Prüfung sein: Was ist falsch in meinem Leben? Aber sie dürfen auch eine Zeit der Vorfreude sein: Auf die Zeit, in der „Recht und Gerechtigkeit wirken im Land.“