News Bild Zur Wolfgangswoche: Beten, wie geht das eigentlich? Interviews mit geistlichen Menschen

Zur Wolfgangswoche: Beten, wie geht das eigentlich? Interviews mit geistlichen Menschen

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Die Wolfgangswoche, die „coronakonform“ gefeiert wird, bringt durchaus „noch einmal stärker zum Ausdruck“, wozu diese geistliche Zeit „vor über 50 Jahren eingeführt worden ist: um zu beten“. Das schreibt Bischof Dr. Rudolf Voderholzer bei der Einladung zu dieser geprägten Woche, die nun bevorsteht und vom Sonntag, 21., bis Samstag, 27. Juni, gehalten wird. Höhepunkt wird die Priesterweihe am Samstag sein. Mit Blick auf die Kraft des Gebets bzw. seine maßgebliche Bedeutung für die Wolfgangswoche haben wir in den vergangenen Tagen verschiedene Interviews in der Diözese zum Thema des Betens veranstaltet. Wie geht das eigentlich, BETEN? Den Beginn macht Sr. Katharina Rokicka, Mitglied der Dienerinnen vom Heiligen Blut (SAS) in Aufhausen. Die Gemeinschaft gehört zur Geistlichen Familie vom Heiligen Blut. Die Fragen stellte Dr. Veit Neumann, Redakteur der Bischöflichen Presse- und Medienabteilung Regensburg. Weitere Interviews werden folgen, u.a. mit Ruth Aigner, der Leiterin der Fachstelle Weltkirche im Bistum, sowie mit Direktor Gerhard Pöpperl, Direktor der Diözesanstelle Berufungspastoral und Präfekt im Priesterseminar St. Wolfgang Regensburg. Doch zunächst die Aussagen Sr. Katharinas zum Thema ihres Betens.

Sehr geehrte Sr. Katharina, welche Formen des Gebets kennen Sie?

Unser ganzes Leben bedeutet, in der Gegenwart Gottes zu leben. Wir haben verschiedene Formen des Gebetes, vor allem beten wir das Stundengebet der Kirche, die Psalmen, den Rosenkranz, die Bibelbetrachtung, individuell oder gemeinsam, die Blut-Christi-Andacht, die besonders in unserer Gemeinschaft gepflegt wird. Am Freitag betrachten wir die sieben Blut-Christi-Vergießungen. Und der Höhepunkt eines jeden Tages ist natürlich die Eucharistiefeier, die man noch persönlich in der Anbetungsstunde verlängert. Ich persönlich bete am liebsten ohne Worte, verweilend in der Gegenwart Gottes, bei der eucharistischen Anbetung, aber auch in den anderen Momenten des Tages, manchmal auch während der Arbeit.

Wie beten Sie für künftige Neupriester?

Die Priesterberufungen liegen uns besonders am Herzen. Bei verschiedenen Anlässen beten wir dafür: gemeinschaftlich bei der Heiligen Messe und beim Rosenkranz, auch jeden Tag beim marianischen Abendgruß durch die Fürsprache Mariens, gemeinsam, aber auch persönlich. Für mich ist die kleine Therese vom Kinde Jesu eine große Fürsprecherin für die neuen Priester- und Ordensberufungen, die auch mir und vielen Priestern, die ich kenne, geholfen hat, ihren Berufungsweg zu finden. Sie hat versprochen: Meine Mission beginnt nach meinem Tod. Ich werde viele Rosenblätter auf die Erde streuen. Auch Pfarrer Seidenbusch, dessen Grab wir hier in Aufhausen haben, ist eine große Priestergestalt und Fürsprecher für die neuen Priesterberufungen, der schon manchen unserer Mitbrüder geholfen hat, den Weg ihrer Berufung zu gehen.

Kann man beten üben?

Ja, in vielen Sachen wird man nur durch die Übung ein Meister. So ist es auch mit dem Gebetsleben. Man soll nicht nachlassen, wenn es schwierig wird, wenn keine schönen Gefühle kommen, wenn man sagt, man würde keine Zeit finden. Deshalb sind für das Gebet die Regelmäßigkeit und die Ausdauer wichtig. Jesus sagt uns im Evangelium: Bittet, dann wird euch gegeben, sucht, dann werdet ihr finden, klopft an, dann wird euch geöffnet. Und in vielen Gleichnissen sagt er uns, wir sollen allezeit beten und darin nicht nachlassen. Also kann gerade ein Gebet, das vielleicht schwierig ist, eine große Wirkung haben. Und Jesus sagt uns auch: Die Ernte ist groß, aber es gibt nur wenige Arbeiter. Bittet also den Herrn der Ernte, Arbeiter für seine Ernte auszusenden. Also will Jesus, sozusagen, um die Berufungen gebeten werden. Und das sollen wir ernstnehmen.

Was ist das Wichtigste am Gebet?

Das Wichtigste am Gebet ist für mich und, glaube ich, für jeden, der betet, die Begegnung: wie eine Freundschaft, die gepflegt werden will. Man trifft sich mit der Person, die man liebt – mit Jesus. Für mich ist das einfach das Verweilen in seiner Gegenwart. Er liebt mich, ich liebe ihn. Ich höre auf seine Stimme und ich weiß, dass er auf mich hört.