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Zentrale Zulassungsfeier der Taufbewerber

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Weihbischof Reinhard Pappenberger zelebrierte am 1. Fastensonntag die erste zentrale diözesane Zulassungsfeier für zehn erwachsene Taufbewerber in der Stiftskirche St. Johann. Dieses Gotteshaus neben dem Hohen Dom St. Peter geht auf einen Vorgängerbau zurück, der die Taufkirche des alten Doms war. An dieser Stelle auch wurden im ersten Jahrtausend zahlreiche böhmische Adlige getauft. Bischof Gerhard Ludwig Müller hatte zu dieser Feier eingeladen, um das Anliegen des Erwachsenenkatechumenats zu stützen und zu fördern. Das 2. Vatikanische Konzil hatte den Katechumenat, also die Eingliederung von Jugendlichen und Erwachsenen in die katholische Kirche, nach dem Vorbild der frühen Kirche wieder belebt und in die Verantwortung von Bischof und Pfarreien gelegt. Zwar kam in der Vergangenheit dem Erwachsenenkatechumenat wenig Bedeutung zu, da die meisten Eltern ihre Kinder bereits im Säuglingsalter taufen ließen. Durch den Umbruch in der Gesellschaft geschieht es jedoch immer häufiger, dass sich Erwachsene taufen lassen. Viele spüren in der Zeit der wachsenden Mobilität und der Vielfalt der Eindrücke eine steigende Sehnsucht nach Stabilität und der Geborgenheit einer großen Glaubensgemeinschaft in sich und wollen in die katholische Kirche eintreten.

Weihbischof Pappenberger warf in seiner Predigt „aus der Distanz“ einen Blick zurück auf die Taufe von 14 böhmischen Adeligen im Jahr 865 am Ort der Stiftskirche St. Johann. Damals wie heute seien die Taufbewerber aus der Distanz gekommen, um die Nähe zu Jesus Christus zu suchen, dessen Namen sie tragen wollten. Trotz der vielen einschneidenden Ereignisse, die sich zwischen 865 und 2012 zugetragen hätten, hätte sich das Wesentlich dabei nicht geändert. Die Taufbewerber suchen Gott und die Gemeinschaft in der Kirche. Heute wie damals suchten die Menschen nach einer Antwort auf die Frage „Was sind wir Menschen? Wie gehen wir damit um?“. Die Menschheit brauche „jemanden, der uns hilft, nah zu sein, nicht gegeneinander zu kämpfen und der den Menschen einen Grund gibt, friedlich miteinander leben zu können“, sagte der Weihbischof. Er dankte den Taufbewerbern für ihre Entscheidung. Durch die neuen Christen würden sich auch die alten Christen wieder besinnen auf das Ursprüngliche des Glaubens und würden sich wieder bekehren. „Was für Sie ein Anfang ist, wird auch für uns alte Christen erneut Anfang sein“, sagte Pappenberger.

Nach der Predigt wurden die Taufbewerber, die mit ihrem Paten und dem Pfarrer der Heimatpfarrei gekommen waren, namentlich aufgerufen und baten um die Zulassung zur Taufe. Schließlich legte Weihbischof Pappenberger jedem einzelnen Taufbewerber die Hand auf.
Der Erwachsenenkatechumenat bedeutet den Weg des Christwerdens, also die Einführung und die Eingliederung von erwachsenen Nichtchristen in die katholische Kirche. Nicht nur Glaubenswissen wird vermittelt, sondern auch das Kennenlernen eines christlichen Lebens, das Kirchenjahr und das Erleben von Gottesdiensten und Andachten. Die erwachsenen Katechumenen erkennen während dieser Zeit auch am eigenen Leben, wie Gott wirkt oder gewirkt hat und sie lernen, wie der christliche Glaube Hilfe sein kann bei der Gestaltung des Lebens. Ziel des Erwachsenenkatechumenats ist der Empfang der Sakramente: der Taufe, der Firmung und der Eucharistie. Die Taufe der Taufbewerber wird in der Osternacht im Hohen Dom St. Peter stattfinden. Die katechumenale Unterweisung der Taufbewerber, die zur Taufe zugelassen wurden hatte bereits 2011 begonnen und dauert mehrere Monate bis zu einem Jahr.

Die Taufbewerber stammen aus der Pfarrei St. Stephan (Wackersdorf), St. Emmeram (Niederlauterbach), St. Elisabeth (Straubing), St. Michael (Regensburg Keilberg), Mariä Himmelfahrt (Neufahrn), St. Elisabeth (Weiden), St. Michael (Metten), St. Erhard (Ramertshausen) und St. Vitus (Burglengenfeld).